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Oxycodon – Effektives Schmerzmittel mit hohem Suchtpotential | Wirkung | Risiken

Auf einen Blick – Oxycodon

Was ist Oxycodon?

  • starkes Opioid
  • Gefahr von Sucht und Abhängigkeit

Wie wirkt Oxycodon?

  • schmerzlindernd

Wann wird Oxycodon eingesetzt?

  • bei der Therapie von starken bis sehr starken Schmerzen

Was sind die wichtigsten Nebenwirkungen von Oxycodon?

  • Übelkeit
  • Verstopfungen

Wann darf man Oxycodon nicht bekommen?

  • schwere Lungenfunktionsstörungen
  • akute Bauchschmerzen
  • starkes Asthma


Zuletzt aktualisiert: 25.06.2019

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Oxycodon gehört zu den stark wirksamen Opioiden und ist bereits seit 1919 als Schmerzmittel (sog. ‚Analgetikum‘) bekannt. Es ist spielt aufgrund der hohen Wirksamkeit in der heutigen Schmerztherapie eine enorm wichtige Rolle. Als Stoff, der mit dem Opium verwandt ist, kann es aber schnell abhängig machen. Daher wird der Einsatz auch streng kontrolliert; der Wirkstoff ist verschreibungspflichtig. Doch welche mögliche Nebenwirkungen hat Oxycodon? Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was ist Oxycodon?

Das Opioid Oxycodon wird bei der Behandlung von starken bis sehr starken Schmerzen eingesetzt und ist dabei etwas stärker wirksam als Morphin. Oxycodon ist ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel. Es birgt, wie viele andere Opioidanalgetika, ein hohes Suchtpotenzial und kann zu Arzneimittelmissbrauch führen. Aus diesem gefährlichen Grund ist es verschreibungspflichtig und darf nicht ohne Rezept abgegeben werden.

Edmund Speyer (1878–1942) und Martin Freund (1863–1920) haben im Jahre 1916 das Oxycodon synthetisiert. Kurz darauf wurde es unter dem Handelsnamen Eukodal® bekannt, allerdings nicht nur als schmerzlinderndes Mittel, sondern auch als Medizin gegen Husten. Seit 1919 wird Oxycodon offiziell als starkes Analgetikum anerkannt und wird seitdem in vielen Schmerztherapien angewandt.

Die Gefahren von stark wirksamen Opioiden sind vielen kaum oder gar nicht bekannt. Starke Opioide sind Morphin, Oxycodon, Hydromorphon, Buprenorphin & Fentanyl. Im folgenden Video klärt Dr. Dr. Tobias Weigl darüber auf, welche Vor- und Nachteile der Einsatz von Opioiden hat und in welchen Situationen diese Substanzen typischerweise verwendet werden.

Stark wirksame Opioide: Morphin, Oxycodon, Hydromorphon, Buprenorphin & Fentanyl | Abhängigkeit USA

 

Gut zu wissen!

Nach dem Betäubungsmittelgesetz ist der unerlaubte Besitz von Oxycodon, der Anbau (z.B. von Schlafmohn, aus dem Opium gewonnen wird), die Herstellung und die Abgabe des Medikaments verboten. Geahndet werden Verstöße mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe. Dies gilt auch für andere Opioide.

Wie wirkt Oxycodon?

Oxycodon sorgt im Körper des Patienten dafür, dass bestimmte Rezeptoren im Gehirn blockiert werden. Dadurch verarbeitet das Gehirn die Schmerzreize nicht. Welche Wirkungen Oxycodon darüberhinaus hat, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen.

Wirkungen
schmerzlindernd (sog. analgetisch)
beruhigend (sog. sedierend)
Angstlösend (sog. Anxiolyse)
euphorisch
Hemmung des Atemzentrums (sog. atemdepressiv)
Gegen Husten (sog. antitussiv)
Übelkeit und Erbrechen auslösend (sog. emetisch)

Welche Anwendungsgebiete hat Oxycodon?

Oxycodon wird ähnlich wie andere Opioide zur Behandlung von starken bis sehr starken Schmerzen eingesetzt. Als Beispiel dienen hier intra- oder postoperative (während oder nach einer Operation oder einem chirurgischen Eingriff) Schmerzen oder auch Tumorschmerzen.

Außerdem kann Oxycodon auch bei chronischen Schmerzen eingesetzt werden. Zudem wird Oxycodon auch bei der Behandlung von Herzinfarkten, Luftnot oder akutem Lungenödem eingesetzt. Hierbei handelt es sich jedoch um keine offiziell zugelassene Therapie, sondern um eine Verordnung außerhalb des zugelassenen Gebrauchs (sog. ‚off-label-use‘).

Exkurs: Das Stufenschema für Schmerzen der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) hat ein sog. Stufenschema entwickelt, welches für die Therapie von Tumorschmerzen verwendet wird. Es wird aber auch bei anderen Schmerzzuständen häufig als Richtlinie verwendet. Anhand dieser drei Stufen können Ärzte besser einschätzen, was für Schmerzmittel sie verschreiben sollen.

  • In der 1. Stufe wird ein nicht-opioides Analgetikum (Schmerzmittel), z.B. Ibuprofen, Diclofenac oder Novalgin, allein oder zusammen mit einem Ko-Analgetikum eingesetzt.
  • In der 2. Stufe wird ein schwach wirksames Opioid, z.B. Tilidin oder Tramadol, allein oder in Kombination mit einem nicht-opioiden Analgetikum und/oder einem adjuvantem Stoff angewandt. Als adjuvant wird ein Stoff bezeichnet, der die Wirkung des Opioids unterstützt beziehungsweise verstärkt.
  • In der dritten und letzten Stufe erhält der Patient ein stark wirksames Opioid, z.B. Fentanyl, allein oder in Kombination mit einem nicht-opioiden Analgetikum und/oder einem Ko-Analgetikum. Oxycodon findet nur in dieser dritten Stufe Verwendung.

Möchten Sie noch mehr über die Schmerztherapie nach dem WHO-Stufenschema erfahren? Im folgenden Video erklärt Dr. Dr. Tobias Weigl, wie dieses Schema funktioniert.

Schmerztherapie nach WHO Stufenschema bei chronischen Schmerzen & Tumorschmerz – Analgetika, Opioide

Wie wird Oxycodon angewendet?

Oxycodon kann in verschiedenen Formulierungen abgegeben und angewendet werden. Diese verschiedenen Darreichungsformen sind angesichts der unterschiedlichen Schmerztypen und -intensitäten von großer Bedeutung. Die Dosierung von Oxycodon (wie auch von anderen Opioiden) erfolgt immer individuell und wird anhand der Schmerzcharakteristik, Schmerzintensität und der Schmerzdauer bei jedem einzelnen Patienten entschieden.

Oxycodon wird derzeit als Retardtablette (Oxygesic®) verabreicht, das heißt als Tablette mit verzögerter Wirkstofffreisetzung im Körper.

Die orale Bioverfügbarkeit, also wie viel man von der Wirkung „spürt“, liegt zwischen 40% und 80%. Als Vergleich liegt die Bioverfügbarkeit von Morphin zwischen 15% und 50%. Dies begründet unter anderem, wieso Oxycodon 1,5 mal stärker ist als Morphin.

Aufgrund des häufigen Missbrauchs der Tabletten (Auflösung der Tablette und anschließendes Spritzen als Droge), wurde eine neuartigere Verabreichung von Oxycodon entworfen. Oxycodon wird deshalb auch als Fixkombinantion, also ein Arzneimittel welches zwei oder mehrere Wirkstoffe enthält, als Retardtablette verkauft. Der Name dieses Präparates ist Targin. Es enthält neben Oxycodon auch Naloxon, einen „Opioid-Antagonisten“. Dies bedeutet, dass es beispielsweise als „Gegengift“ bei einer Überdosierung von Opioiden eingesetzt wird.

Durch diese Kombination von Oxycodon und Naloxon hat man zwei verschiedene Effekte. Erstens tritt die Verstopfung, welche eine häufige Nebenwirkung von Opioiden ist, seltener auf. Zweitens macht diese Kombination die Präparate als „Droge“ für opioid-abhängige Menschen weniger attraktiv.

OpioidMedikament/ Handelsname (Beispiele)DarreichungsformDosierung (mg)Wirkungsdauer (h)Therapeutische Potenz
OxycodonEukodal®
Oxygesic®
Targin®
Oral retard15-3011-141,5-2,0

Welche Nebenwirkungen hat Oxycodon?

Fast alle Medikamente können Nebenwirkungen verursachen. Die Hersteller sind gesetzlich verpflichtet, die Nebenwirkungen für Patienten im Beipackzettel oder Packungsbeilage des jeweiligen Medikaments zu verzeichnen. Nebenwirkungen werden nach ihrer Häufigkeit und ihrem Schweregrad eingeteilt. Die nachfolgende Liste der möglichen Nebenwirkungen wirkt auf den ersten Blick abschreckend. Sie müssen sich dabei aber vor Augen führen: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. In der Regel überwiegt der Nutzen den Nachteilen.
„Sehr häufig“ bedeutet, dass bei mehr als 1 von 10 Behandelten diese Nebenwirkungen auftreten. Sehr häufig auftretende Nebenwirkungen bei Oxycodon sind u.a.:

Die Angabe „häufig“ bedeutet, dass bei 100 Behandelten etwa 1 bis 10 unter diesen Nebenwirkungen leiden (≥1/100 bis <1/10). Bei Oxycodon können häufiger folgende Nebenwirkungen auftreten:

„Gelegentlich“ heißt, dass die Nebenwirkungen bei 1 bis 10 von 1000 Behandelten auftreten. Bei der Einnahme von Hydromorphon können u.a. folgende Nebenwirkungen gelegentlich auftreten:

  • Atemdepression
  • trockene Haut
  • messbarer Anstieg der Leberenzyme
  • Erektionsstörungen
  • Schüttelfrost
  • Migräne
  • Ödeme
  • Blähungen
  • Zahnfleischentzündungen
  • vemehrtes Husten
  • beschleunigter Puls
  • Sehstörungen
  • Pupillenverengungen
  • Krampfanfälle (besonders gefährdet sind Epileptiker)
  • Koordinationsstörungen
  • Austrocknung
  • möglicherweise erhöhte/verminderte Muskelspannung
  • Harnverhalt
  • Darmverschluss
  • Entzündungen des Rachens

Treten Nebenwirkungen selten auf, ist 1 von 1.000 Patienten betroffen. Seltene Nebenwirkungen bei Oxycodon sind zum Beispiel:

  • Gewichtsveränderungen
  • Herpes-simplex
  • Muskelkrämpfe
  • schwarz gefärbter Stuhl (Teerstuhl)
  • Zahnfleischbluten
  • erhöhter Appetit
  • krankhafte Schwellungen der Lymphknoten (sog. ‚Lymphadenopathie’)
  • (orthostatische) Hypotonie – beim Orthostase-Syndrom kommt es zu einer Regulationsstörung des Blutdrucks, wenn Betroffene in eine aufrechte Körperlage wechseln
  • Blut im Urin (sog. ‚Hämaturie’)
  • Entzündungen des Zellgewebes

Vermeiden Sie es, Oxycodon während der Schwangerschaft einzunehmen. Ansonsten kann es zu Entzugssymptomen oder gar Atemdepressionen bei Neugeborenen und Säuglingen kommen. Außerdem kann Oxycodon unter Umständen die Fahrtüchtigkeit einschränken. Ihr Arzt muss einschätzen, ob Sie weiterhin ein Fahrzeug führen dürfen.

Nehmen Sie oder mussten Sie schon einmal Oxycodon einnehmen? Welche der sehr häufigen Nebenwirkungen sind bei Ihnen aufgetreten? (Mehrfachnennungen möglich)

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen gibt es für Hydromorphon?

Als Kontraindikation bezeichnen Ärzte den Umstand, bei dem eine Behandlungsweise, die im Normalfall angebracht wäre, nicht eingesetzt werden darf. Das kann sowohl die Gabe eines Medikaments sein als auch eine bestimmte therapeutische Maßnahme. Oxycodon darf u.a. in folgenden Fällen nicht gegeben werden:

  • schwere Lungenfunktionsstörungen
  • akut auftretende, heftige Bauchschmerzen
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Lähmung der Darmtätigkeit (sog. ‚paralytischer Illeus’)
  • Lungenherz (sog. ‚Cor pulmonale’) – aus medizinischer Perspektive spricht man von einem Lungenherz, wenn die rechte Herzkammer der Betroffene sich stark ausgedehnt und erweitert, die Ursache dafür aber in den Lungen und nicht im Herzen liegt.
  • starkes Asthma
  • Atemdepression, die mit einem Sauerstoffmangel im Gewebe oder mit einem erhöhten Kohlendioxidspiegel im Blut einhergeht. Bei einer Atemdepression liegt eine herabgesetzte Atmung vor. Dies lässt sich zum Beispiel darauf zurückführen, dass die Atemsteuerung des zentralen oder peripheren Nervensystems (ZNS beziehungsweise PNS) beeinträchtigt ist.
  • verzögerte Entleerung des Magens

Oxycodon ist schon seit 1919 als Analgetikum bekannt und heute aus der Schmerztherapie nicht wegzudenken
– Dr. Tobias Weigl

Was sind Wechselwirkungen von Hydromorphon?

Als Arzneimittelwechselwirkungen beschreiben Ärzte die gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten, wenn diese gleichzeitig oder zeitlich eng bei­ei­n­an­der eingenommen werden. Möglich sind Wechselwirkungen auch zwischen Medikamenten und Lebensmitteln. Bei Oxycodon gibt es Wechselwirkungen u.a. mit folgenden Stoffen und Medikamenten:

Was sind die Gefahren einer dauerhaften Einnahme von Oxycodon?

Wird Oxycodon längerfristig eingenommen, ist Abhängigkeit die größte Gefahr. Daraus entstehen dann weitere Gefahren für den Körper. Diese müssen ernst genommen werden und vor der Aufnahme des Wirkstoffs bekannt sein.

Die Gefahren können in drei Kategorien eingeteilt werden:

  1. Toleranz (Gewöhnung)
  2. Physische Abhängigkeit
  3. Psychische Abhängigkeit

Toleranz (Gewöhnung) von Oxycodon

Bei einer längerfristigen Einnahme von Opioiden wie Oxycodon kann es zu einer Toleranzentwicklung kommen. Dies hat zur Folge, dass nach einiger Zeit mehr Wirkstoff zu sich genommen werden muss, um denselben Effekt zu erhalten. Aus diesem Grund können nach einiger Zeit die positiven Wirkungen wie Schmerzlinderung, Euphorie oder Beruhigung nachlassen, wenn die Dosis nicht erhöht wird.
Eine Überdosis allerdings kann zu einer lebensgefährlichen Opioidvergiftung führen!

Keine Toleranz entwickelt sich jedoch gegen die Nebenwirkungen Verstopfung (sog. ‚Obstipation‘) und der Pupillenverengung (sog. ‚Miosis‘), die auch nach längerer Opioid-Einnahme unverändert stark und häufig auftreten.

Physische Abhängigkeit von Oxycodon

Durch die physische oder körperliche Abhängigkeit kann es wie beim Entzug von gewöhnlichen Drogen zu Entzugserscheinungen kommen, wenn Opioide nach längerer Einnahme abgesetzt werden. Beispiele für Entzugserscheinungen sind Zittern, Herzrasen, Erbrechen, Durchfall oder schlechte Stimmung.

Psychische Abhängigkeit von Oxycodon

Die psychische Abhängigkeit ist meist die hartnäckigste Abhängigkeit bei einer längerfristigen Opioid-Einnahme. Sie besteht in vielen Fällen länger als die physische Abhängigkeit. Die psychische Abhängigkeit rührt daher, dass Oxycodon dem Konsumenten ein gutes Gefühl gibt. Das kann ihn dazu veranlassen, das Medikament zu missbrauchen. Diese Gefühle können Beruhigung, Wohlbefinden oder die eintretende Euphorie sein. Es kann zu einem sogenannten ‚Craving‘ kommen, dem unwiderstehlichen Verlangen nach dem Medikament. Dieses Gefühl ist für viele Süchtige schwer auszuhalten, wodurch viele den Entzug nicht schaffen und rückfällig werden.

Verwandte Substanzen und weitere Opioide

Mehrmals wurde Oxycodon in diesem Artikel schon mit anderen Opioiden verglichen. Die bekanntesten anderen stark wirksamen Opioide sind:

Diese werden auch in der Schmerztherapie eingesetzt.

Morphin ist das erste aus dem Opium isolierte Opioid. Seine Wirkung ist im Vergleich zu den anderen hier aufgeführten Opioiden am schwächsten. Sie ist aber dennoch sehr stark und wird wie die anderen Opioide bei starken bis sehr starken Schmerzen eingesetzt. Dabei gilt Morphin als Referenz, also als „Vergleich“ für die weiteren Opioide im Bezug auf die Wirkstärke.

Fentanyl ist ein Opioid, welches eine ungefähr 100 mal stärkere Wirkung als Morphin besitzt und somit außerordentlich stark wirksam ist. Es wird meist in der chronischen Schmerztherapie (z. B. bei Tumorschmerzen) als das typische Fentanylpflaster, ein sogenanntes transdermales (von lat. trans ‚über, durch‘ und griech. δέρμα derma ‚Haut‘, also durch die Haut) therapeutisches System, eingesetzt.

Ein weiteres Opioid ist das Buprenorphin, welches eine schwächere Maximalwirkung, aber eine höhere schmerzlindernde Wirkung als Morphin hat. Buprenorphin wird bei der Entwöhnung von Opioid-Abhängigkeit eingesetzt.

Das letzte zu erwähnende Opioid ist das Hydromorphon. Es ist circa 7,5 mal stärker als Morphin.

Oxycodon auf einen Blick

Oxycodon ist ein stark wirksames Opioid und gehört zur Gruppe der Opioidanalgetika.
Wirkung

  • Schmerzlinderung

Anwendungsgebiete

  • Schmerztherapie bei starken bis sehr starken Schmerzen

Wichtigste mögliche Nebenwirkungen

Empfohlene Dosis

  • Dosis hängt von der Intensität der Schmerzen, dem Alter und dem Gewicht ab
  • ebenfalls wichtig bei der Dosierung ist der bisherige Schmerzmittelbedarf
  • Dosis hängt ebenfalls davon ab, ob Oxycodon als retardiertes oder unretardiertes Präparat verschrieben wird
  • je nach Präparat bis zu max. 32 mg Tagesdosis, abhängig von der Einschätzung des Arztes

Darreichungsform

  • oft als Tablette

Was muss ich bei der Einnahme von Oxycodon beachten?

Folgende Grundsätze und Regeln sollten Sie bei der Einnahme von Oxycodon beachten, um eine optimale Wirkung zu erzielen:

  • Falls Sie die Einnahme einmal vergessen haben, nehmen Sie unter keinen Umständen bei der nächsten Einnahme die doppelte Dosis zu sich. Nehmen Sie das Medikament dann ein, wenn Ihnen wieder einfällt, dass Sie die Einnahme vergessen haben. Allerdings dürfen Sie nicht zwei Dosen in zu kurzen Abständen zu sich nehmen; welche Zeitabstände empfohlen werden, hängt u. a. von der Dosierung ab. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt. Empfohlen wird, Oxycodon nicht häufiger als alle 8 Stunden eingenommen werden.
  • Nehmen Sie die Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit, etwa mit einem Glas Wasser, ein.
  • Wenn Sie aus Versehen zu viele Tabletten zu sich genommen haben, kontaktieren Sie rasch Ihren Arzt, Apotheker oder das nächstgelegene Krankenhaus.
  • Brechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, sondern nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.
  • Halten Sie sich an die verschriebene Dosis und nehmen Sie das Medikament so ein, wie es Ihr mit Ihnen besprochen hat. Fragen Sie im Zweifelsfall mehrfach nach.

Aus der Forschung – Hat eine Ibuprofen-Paracetamol-Kombination die gleiche Wirkung wie Opioidanalgetika?

Eine Kombination der Schmerzmittel Ibuprofen und Paracetamol hat bei akuten Schmerzen an den Gliedmaßen die gleiche Wirksamkeit wie Opioidanalgetika. Das ist das Ergebnis einer Studie von Andrew K. Chang und anderen Wissenschaftlern. Dabei haben sie die Wirksamkeit von 4 Schmerzmittelkombinationen bei 400 Schmerzpatienten, die in der Notaufnahme waren, vergleichend untersucht. Folgende Kombination haben die Wissenschaftler eingesetzt:

  • 400 mg Ibuprofen + 1000 mg Paracetamol
  • 5 mg Oxycodon + 325 mg Paracetamol
  • 5 mg Hydrocodon + 300 mg Paracetamol
  • 30 mg Codein + 300 mg Paracetamol

Mit der Ibuprofen-Paracetamol-Kombination war der Wert, den die Patienten auf der Schmerzskala angegeben haben, nach 2 Stunden durchschnittlich um 4,3 Punkte gesunken. Lediglich die Kombination Oxycodon-Paracetamol hat mit 4,4 Punkten ein minimal höheren Wert erreicht. Der Wert der beiden anderen Kombination betrug 3,5 bzw. 3,9 Punkte. Die Wirksamkeit war demnach ähnlich. Die Wissenschaftler schränkten die Aussagekraft der Studie selbst ein, da u.a. die Nachbeobachtungszeit lediglich 2 Stunden betrug. Dementsprechend war der Beobachtungszeitraum nur kurz. Weitere Untersuchungen sollen Vor- und Nachteile der Schmerzmittelkombinationen im Vergleich prüfen.

Quelle: Andrew K. Chang et al. (2017): Effect of a Single Dose of Oral Opoioid and Nonopioid Analgesics on Acute Extremity Pain in the Emergency Department. A Randomized Clinical Trial, in: JAMA 318/17, S. 1661–1667.

Häufige Patientenfragen

Was passiert bei einer Oxycodon-Überdosis?

Dr. Dr. T. Weigl:
Bei einer Oxycodon-Überdosis kann es zu einer akuten Opioidvergiftung kommen. Die Pupillen verengen sich maximal, der Patient fällt in ein tiefes Koma. Durch die oberflächliche bis fast fehlende Atmung herrscht akute Lebensgefahr. Aus diesem Grund muss bei dem kleinsten Verdacht sofort gehandelt und Hilfe geholt werden. Dem Vergifteten wird ein sogenanntes „Gegengift“, das Naloxon, verabreicht. Das Naloxon stellt die Atmung wieder her.

Was passiert, wenn ich Oxycodon dauerhaft einnehme?

Dr. Dr. T. Weigl:
Bei einer dauerhaften Oxycodon-Einnahme herrscht die Gefahr einer Abhängigkeit. Dies kann sich zuerst als Toleranz, also als eine Gewöhnung an den Wirkstoff bemerkbar machen und dann aber weiter schreiten zu einer physischen und einer psychischen Abhängigkeit. Die Abhängigkeit kann zu einer lebensbedrohlichen Situation führen, wenn beispielsweise überdosiert worden ist.

Ist Oxycodon verschreibungspflichtig?

Dr. Dr. T. Weigl:
Ja, Oxycodon ist wegen seiner sehr starke Wirkung und der hohen Missbrauchsgefahr verschreibungspflichtig. Es ist wie die anderen Opioide als Betäubungsmittel eingestuft und unterliegt somit dem Betäubungsmittelgesetz.

Ist Oxycodon gefährlicher als Morphin?

Dr. Dr. T. Weigl:
Oxycodon wirkt 1,5 mal stärker als Morphin. Die Gefahr liegt in der vergleichsweise einfachen Verfügbarkeit, da es ein verbreitetes Schmerzmittel ist. Eine Oxygesic-Tablette mit 80 mg Oxycoding kann für einen nicht-toleranten Erwachsenen tödlich sein.

Gibt es pflanzliche Alternativen zu Oxycodon?

Dr. Dr. T. Weigl:
Pflanzliche Alternativen, die der Wirkstärke von Oxycodon entsprechen, gibt es nicht; sie sind nicht vergleichbar mit der Wirkung des Medikaments, sondern sollen Ihnen lediglich einen weiteren Weg anbieten, Ihre Schmerzen auf natürliche Weise zu lindern.

  • Pfefferminze – Bei Pfefferminze denkt man sonst eher an erfrischenden Pfefferminztee oder leckere Pfefferminzbonbon. Doch die Pfefferminze hat neben dem alltäglichen Gebrauch auch andere Qualitäten. Das in der Pfefferminze enthaltende Menthol wirkt schmerzlindernd, muskelentspannend und lokal betäubend. Die Pfefferminze wird beispielsweise als Pfefferminzöl eingesetzt und hilft bei Kopfschmerzen oder auch bei Magenkrämpfen.
  • Arnika – Besonders für Sportler, die sich hin und wieder Sportverletzungen zuziehen, ist die Pflanzenart Arnika von Bedeutung. Diese hilft durch den Wirkstoff Helenalin bei Sportverletzungen und bei Gelenkschmerzen durch schmerzlindernde und abschwellende Eigenschaften. Bis jetzt hat sich eine Schmerzsalbe mit 25%-iger Arnikatinktur bewährt.

Typisches Patientenbeispiel

Richard konnte die Tumorschmerzen nicht mehr ertragen, weswegen Ihm sein Arzt Oxycodon verschrieben hat. „Das hilft Ihnen erstmal, wir müssen aber aufpassen, dass Sie nicht abhängig werden. Das kann bei Oxycodon ganz schnell gehen! Besonders am Anfang können auch einige Nebenwirkungen auftreten“, mahnt Richards Arzt.

Zögerlich nimmt Richard einige Zeit später das erste Mal das Opioid, er hat schon häufiger gehört, dass diese Mittel abhängig machen sollen und viele Nebenwirkungen haben. „Na ja, wenn der Schmerz wenigstens weniger wird…“, denkt er bei sich. Anfangs scheint auch alles gut zu laufen, aber nach und nach wird ihm schlecht, manchmal schwindlig. „Und ich hab Verstopfungen…“, beklagt er sich bei seinem Arzt, den er nach dem Wochenende aufgesucht hat. „Leider sind das typische Nebenwirkungen für Oxycodon“, erklärt er Richard, „wir versuchen das jetzt noch einige Zeit, wenn die Nebenwirkungen aber nicht weniger werden, schauen wir, ob wir vorsichtig die Dosis anpassen können. Unter Umständen müssen wir auch ein anderes Medikament nehmen.“ Richards Arzt behält recht: Völlig verschwunden sind die Nebenwirkung nicht, aber deutlich erträglicher.

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Autoren: Mona Alinezhad, Dr. Dr. Tobias Weigl, Sebastian Mittelberg
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht: 20.02.2018
Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Haben Sie vorher schon von Oxycodon gehört? Wenn ja, in welchem Zusammenhang? Haben Sie Erfahrungen mit dem Mittel? Nutzen Sie die Kommentarfunktion unten!

Quellen

  • Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (2003): Oxycodon (Oxygesic®): Missbrauch, Abhängigkeit und tödliche Folgen durch Injektion zerstoßener Retardtabletten
  • Betäubungsmittelgesetz (BtMG)
  • Andrew K. Chang et al. (2017): Effect of a Single Dose of Oral Opoioid and Nonopioid Analgesics on Acute Extremity Pain in the Emergency Department. A Randomized Clinical Trial, in: JAMA 318/17, S. 1661–1667.
  • gelbe-liste.de: Oxycodon.
  • Emrah Hircin et. al: Orthotase-Syndrom, in: flexikon.doccheck.com.
  • Ernst Mutschler et al. (2012): Mutschler Arzneimittelwirkungen: Pharmakologie – Klinische Pharmakologie – Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart.
  • Susanne Poth (2001): Die Heilkraft der Pflanzen. Bassermann Verlag, München.
  • Ratiopharm.de (2019): Fachinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm® 10 mg Retardtabletten.
  • ratiopharm.de (2019): Gebrauchsinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm® 10 mg Retardtabletten.
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  • Helmut Baltes
    03.11.2018 15:43

    Ich war in einer Schmerzklinik für drei Wochen zum Oxycodonentzug ( tägl. bis 200mg eingenommen ). es ging mir danach einigermaßen, doch drei Tage nach der Entlassung dann folgende Probleme: Atemnot nur bei Bewegung, leichter Belastung, /Starke Schwäche und weiche Knie, permanent müde aber an Schlafen ist nicht zu denken und das nun mittlerweile seit 5 Wochen. Blutwerte sind ok.

    Wer kennt sich aus? Vielen Dank

    • Rita Marx
      17.01.2019 20:02

      Ich nehme auch Oxycodon schon fast 10 Jahre und Lyrica 75 kg. Ich hatte das GBS Syndrom mit starken schmerzen in den Beinen. Ich habe schon versucht von Lyrica wegzukommen, aber bekam starke Gliederschmerzen und nahm sie weiter. Auch von Oxycodon habe ich versucht durch weniger MG zu nehmen. Auch das klapte nicht. Bekam schmerzen in den Beinen und Schüttelfrost. Darum traue ich mir auch keinen Entzug zu machen, denn wie Herr Baltes schon schreibt auch nach 5 Wochen noch am Entzug zu leiden, bekommt man noch mehr Angst. Also bleibt nur die Wahl weiter ein zu nehmen.

    • Thomas
      27.06.2019 18:27

      Hallo Herr Baltes,

      Darf ich fragen, ob Sie das Schlaf Problem in den Griff bekommen haben?
      Meine Wenigkeit ist seit letzten Sonntag, nach fast 20 Oxygesic, von diesem zeugs weg.
      Aber seit dem habe ich keine Nacht mehr geschlafen! Mich plagen in der Nacht nur noch zuckende Füße und Arme mit massiver Überreizung der Haut! Ich weiß mir nicht mehr zu helfen….. Haben Sie mir vielleicht einen Tipp? Ich wäre Ihnen sehr dankbar dafür!
      Mit freundlichen Grüßen
      Thomas

  • Rudolf Ott
    19.02.2019 17:58

    Durch etliche Operationen der Bandscheiben nahm ich bis vor ca.4 Wochen Fentanyl zwischen 25 und 100 Stärke.In letzter Zeit stellte ich fest,daß ich nicht mehr schlafen konnte.Ich war teilweise 3 bis 4 Tage und Nächte total ohne Schlaf.Bei Nebenwirkungen wird auch von Schlaflosigkeit im Beipack berichtet.Vor ca.6 Wochen,um den 10.Januar hat mein Schmerzarzt das Mittel von Fentanyl auf Oxycodon umgestellt.Im Moment nehme ich täglich 2×40,und 1x 20 mg ein.Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kann ich jetzt wieder sehr gut schlafen.Nun kommt aber ein neues Problem auf mich zu.Ich habe täglich Übelkeit,Erbrechen und Verstopfung.Das Erbrechen ist so schlimm,daß ich oft längere Zeit nicht von der Toilette komme,was kann man machen ? Selbstverständlich werde ich in Kürze meinen Arzt aufsuchen.

    • Dr. Tobias Weigl
      21.02.2019 10:44

      Hallo Herr Ott, ja das sind leider typische Nebenwirkungen. Natürlich kann man versuchen alle anderen „Reize“ zu reduzieren, die die Wahrscheinlichkeit für das Erbrechen erhöhen. Ich denke aber, dass sehr wahrscheinlich Ihr Schmerzarzt die Dosierung oder den Wirkstoff nochmal anpasst. Natürlich kann man parallel auch durch „Übelkeit-reduzierende“ Medikamente, wie MCP, versuchen die Nebenwirkungen zu reduzieren, lesen Sie sich einmal diesen Artikel dazu durch: https://bit.ly/Metoclopramid_Blog
      Ich hoffe sehr, dass es Ihnen bald besser geht.
      Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

  • Maria Kostka
    26.02.2019 17:47

    Hallo bei mir würde HWS C5 C6 Diagnostiziert zur Zeit bekomme ich spritzen aber aber es ist keine Besserung in sich,momentan Ich wahnsinnige Schmerzen an schlafen ist nicht zur denken was sol ich tun um die Schmerzen erträgliche zur machen

    • Steffi
      10.04.2019 15:56

      Hallo, im Februar hatte ich meine erste Versteifung C4/C5 und vor zwei Wochen L5/S1. Schmerzmittel mäßig wurde ich nach der OP mit Oxycodon 10mg 1-0-1 entlassen und nehme zur Zeit Gabapentin 400mg 1-1-1, Oxycodon 10mg 1-0-0 und Tizinadin 2mg 0-0-0-1. Hausarzt empfiehlt so weiter zu verfahren. Gibt es Erfahrungswerte für die Dauer der Medikation?

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