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Knoblauch – wirkt die Wunderknolle auch als Nahrungsergänzung?

Auf einen Blick – Knoblauch

Was ist Knoblauch?

  • Pflanzenart aus der Familie der Lauchgewächse
  • ursprünglich aus Zentralasien, seit 5000 Jahren überall auf der Welt
  • seit Tausenden von Jahren als Heilpflanze genutzt

Welche Wirkung hat Knoblauch? (Auszug)

  • antibakteriell, antiviral, antifungal, antikarzinogen, antioxidativ
  • senkt Blutzucker und Cholesterin
  • schützt Leber, Nieren und Herz

Wann wird Knoblauch angewendet? (Auszug)

  • als Nahrungsergänzung zur Vorbeugung von Erkältungen
  • bei Bluthochdruck
  • zum Zellschutz vor vorzeitiger Zellalterung

Was sind Nebenwirkungen von Knoblauch? (Auszug)

  • Magen-Darm-Beschwerden
    • Durchfall
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Bauchschmerzen
  • allergische Reaktionen
  • Hemmung der Blutgerinnung

Wann darf man Knoblauch nicht bekommen?

  • bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern oder generell Problemen mit der Blutgerinnung
  • bei Unverträglichkeit
  • in Kombination mit Ginkgo-, Vitamin E- oder Fischölpräparaten

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Knoblauch ist gut für die Gesundheit. Von einigen sogar als Wunderknolle bezeichnet, soll er sowohl für das Herz-Kreislauf-System als auch für das Immunsystem stärkende Eigenschaften besitzen. Er wirkt antibakteriell, antimykotisch (gegen Pilze) und hemmt die Verklumpung von Blutplättchen. Zusätzlich kann er auch dabei helfen, Blutgerinnsel im Körper aufzulösen.

Da der Genuss von Knoblauch mitunter zu unangenehmem Körpergeruch führen kann, scheuen ihn manche Menschen. Spezielle Extrakte oder fermentierter Knoblauch umgehen dieses Problem, bieten aber ähnliche gesundheitliche Vorteile wie herkömmlicher Knoblauch.

Der Hauptwirkstoff im Knoblauch sind die sekundären Pflanzenstoffe, bspw. das sogenannte Allicin. Das entsteht, wenn die Zellen des Knoblauchs zerschnitten oder im Körper abgebaut werden. Dieser Wirkstoff wird immer häufiger auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Doch sind diese Nahrungsergänzungsmittel empfehlenswert? Haben die Tabletten eine ähnliche Wirkung wie das natürliche Originalprodukt oder macht die Werbung leere Versprechen? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie im folgenden Artikel!

Was ist Knoblauch?

Die Knoblauchzwiebel, lat. Allium sativum, gehört zur Familie der Lauchgewächse. Sie stammt ursprünglich aus Sibirien, hat sich aber bereits vor 5000 Jahren in andere Gebiete der Welt ausgebreitet. Einige Kulturen verehrten die Knolle aufgrund ihrer medizinischen Wirkung als heilige Pflanze und nutzen sie als Grabbeigabe.

Knoblauch wächst als krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von bis zu 90 Zentimetern. Sie ist problemlos in Deutschland anbaubar, bei Aussaat im Frühling können im Herbst bereits erste Knollen geerntet werden. Frischer Knoblauch ist fast geruchlos, erst das Zerkleinern der Knoblauchzehen führt zur Geruchsentwicklung. Deswegen sind frische Knoblauchzehen bei richtiger Lagerung monatelang haltbar, ohne einen Eigengeruch zu entwickeln.

So entsteht der Knoblauch-Geruch

Der typische Geruch entsteht, weil das geruchlose Alliin beim Zerschneiden abgebaut wird. Das Enzym Alliinase spaltet Alliin und bildet daraus Allicin und einige Schwefelverbindungen. Diese sorgen für den teils beißend-scharfen Geruch, denn diese Duftstoffe werden anschließend über die Haut und die Atmung ausgeschieden. Da dieser Geruch von vielen Menschen als unangenehm empfunden wird, wurden in den letzten Jahren Produkte entwickelt, die die positiven Eigenschaften des Knoblauchs aufweisen, ohne die Geruchsstoffe zu bilden.

Dazu gehört beispielsweise der gereifte Knoblauch, der fermentierte (schwarze) Knoblauch und eine Auswahl an Produkten, bei denen die Alliinase deaktiviert wurde. Das ist durch Kochen möglich, allerdings kann auch Chlorophyll zur Geruchsbindung eingesetzt werden.

Das Allicin, das durch die Alliinase gewonnen wird, ist der Wirkstoff, der die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Knoblauchs ausmacht. Seit mehreren Tausend Jahren wird dieser Stoff medizinisch eingesetzt. Bereits die Griechen und Römer schätzten den Knoblauch für seine heilenden Eigenschaften. In gereiftem oder schwarzem Knoblauch findet sich Allylcystein, dem eine vergleichbare Wirkung zugeschrieben wird.

Knoblauch wird auch eine Wirkung bei Autoimmunerkrankungen zugeschrieben. Normalerweise müssen diese Krankheiten durch Immunsuppressiva eingedämmt werden. Wie diese Arzneimittel wirken und ob es auch eine Chance auf Heilung gibt, erfahren Sie in Dr. Dr. Tobias Weigls Video-Visite auf Youtube:

Immunsuppressiva bei Autoimmunerkrankungen & chronisch-entzündlicher Erkrankung: gut oder schlecht?

Welche Wirkung hat Knoblauch?

Knoblauch enthält den Wirkstoff Alliin. Dieser Wirkstoff gehört zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen und macht bis zu 1,7 % der Inhaltsstoffe aus. Außerdem befinden sich im Knoblauch noch weitere Stoffe, die eine gesundheitsfördernde Wirkung versprechen:

  • S-Allylcystein (SAC)
  • Saponine
  • Ajoen
  • Phenole
  • verschiedene Schwefelverbindungen
  • ätherische Öle
  • Flavonoide
  • Vitamine und Mineralstoffe

Viele dieser Stoffe werden beim Abbauprozess des Knoblauchs freigesetzt, dadurch entstehen auch die Schwefelverbindungen, die die charakteristische „Knoblauchfahne“ ausmachen.

Die Wirkung der Knolle wurde bereits in vielen wissenschaftlichen Studien untersucht. Dabei kam heraus, dass die Wirkstoffe im Knoblauch für viele Bereiche des Körpers gesundheitsfördernd wirken können. Allicin selbst ist leicht zytotoxisch, also giftig für die Zellen, führt aber zu keinen Schäden, denn es wird im Körper rasch zersetzt. Diese Eigenschaft könnte eines Tages im Kampf gegen Krebs genutzt werden, bisher fehlt dieser Theorie allerdings der endgültige wissenschaftliche Beweis.

Knoblauch wirkt gegen Bakterien

Knoblauch weist antibakterielle Eigenschaften auf, kann das Wachstum von Pilzen hemmen und sogar leicht antiviral wirken. Außerdem wirkt die Knolle auf die Blutgerinnung ein und kann damit Menschen vor den Folgen von Herz-Kreislauferkrankungen schützen.

Knoblauch für das Herz-Kreislaufsystem

Knoblauch bei Bluthochdruck

Bluthochdruck (Hypertonie) wird oft als „silent killer“ also „lautloser Mörder“ bezeichnet. Deswegen ist es wichtig, diesem Zustand entgegen zu wirken. Knoblauch löst im Körper die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) aus. Durch diese NO-Synthase entspannen sich die glatten Muskelzellen und die Gefäße weiten sich. Als Konsequenz sinkt der Blutdruck. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Knoblauch zugeführt wird, denn ein Übermaß an Stickstoffmonoxid wirkt sich wiederum negativ aus.

Exkurs: Vitamin D

Vitamin D ist ein weiterer Nährstoff, der bei Bluthochdruck hilft. Dabei ist Vitamin D nur ein Sammelbegriff für die sogenannten Calciferole. Die wichtigsten Vertreter dieser fettlöslichen Vitamine sind die Vitamine D3 und D2.

Es hilft im Körper bei der Aufnahme von Calcium und Phosphat im Darm und sorgt damit für starke Knochen. Deswegen wird auch immer wieder untersucht, welche Wirkung es auf Osteoporose hat.

Weitere Anwendungsgebiete für Vitamin D sind die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Dabei konnte allerdings noch kein abschließendes wissenschaftliches Urteil gefällt werden.

Ein Vitamin-D-Mangel äußert sich in verschiedenen Symptomen:

Weitere Informationen und Forschungsergebnisse zu diesem Thema finden Sie in unserem ArtikelVitamin-D-Mangel – Evidenz & Wirkung – Kein Wundermittel gegen Krebs und Co.“

Knoblauch senkt Cholesterinsenker und wirkt antiatherogen

Knoblauch wird eine cholesterinsenkende Wirkung nachgesagt. Dabei ist egal, ob der Knoblauch als Extrakt, frisch, als Saft oder Öl eingenommen wird. Tierversuche zeigen, dass das Gesamtcholesterin gesenkt wird. Auch die Blutfette sanken in einigen Studien. Denn Knoblauch senkt die Cholesterin-Biosynthese und damit die Cholesterinwerte und sorgt für weniger Ablagerungen an den Gefäßwänden. Damit beugt es auch Atherosklerose vor. Eine Studie zeigte bei Einnahme von ca. 10 g Knoblauch am Tag, dass die Cholesterinwerte sanken, und die antioxidative Kapazität stieg.

Knoblauch hemmt die Blutverklumpung

Eine weitere positive Eigenschaft entdeckten Wissenschaftler schon Anfang der 1980er Jahre. Knoblauch wirkt stark gerinnungshemmend und ist damit theoretisch geeignet, Thrombozyten zu verhindern und sogar Herzinfarkten oder Schlaganfällen vorzubeugen.

Aktuelle Ergebnisse untermauern diese Beobachtungen und weisen sogar darauf hin, dass Allicin doppelt so wirksam ist wie Aspirin. Die Folge regelmäßigen Knoblauchkonsums ist eine Verbesserung der Mikrozirkulation, die gesundheitsfördernd wirkt.

Knoblauch senkt den Blutzucker

Tierversuche konnten nachweisen, dass die Einnahme von Knoblauch zu einer Senkung des Blutzuckers führt. Entscheidend daran beteiligt sind die Wirkstoffe Allicin, Ajoen und verschiedene Schwefelverbindungen (u. a. Diallyldisulfid, Diallyltrisulfid, Diallylsulfid).

Bei Ratten mit Diabetes mellitus wurde beobachtet, dass die Anzahl der Zytokine und die Insulinresistenz sank. Ungeklärt ist, ob dafür roher Knoblauch nötig ist, da die unterschiedlichen Studien teilweise mit dem Extrakt, gekochtem oder rohem Knoblauch gearbeitet haben. Als besonders potent erwies sich der gereifte schwarze Knoblauch.

Knoblauchpulver für das Herz

Auch das Herz selbst profitiert vom Knoblauch. Experimentelle Studien berichten von einer kardioprotektiven Wirkung, die induzierte Herzschädigungen umkehren konnte. An Ratten wurde beobachtet, dass beeinträchtigte Herzfunktionen verbessert wurden (sog. kardioprotektiver Effekt).

Besonders Knoblauch in Pulverform zeigte hier bemerkenswerte Ergebnisse. In einer Studie reichte eine Dosierung von 13 µg/mg Allicin oder Alliin aus, um kardiovaskuläre Risikofaktoren zu verbessern. Dazu gehören die Cholesterinwerte (Gesamt-Cholesterin und LDL-Cholesterin) und die Blutzuckerwerte, die sich bei einer Gabe von 900 mg Knoblauchpulver verringerten.

Auch Frauen in der Menopause profitierten von der Einnahme des Knoblauch-Extrakts, denn auch hier konnte kardiovaskuläre Risikofaktoren gesenkt werden. Als Folge von Bluthochdruck, Rauchen, erhöhten Blutfetten oder bei Diabetes mellitus kann sich eine Arteriosklerose entwickeln. Diese kann wiederum zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit führen. Dabei verschließen sich Beinarterien und erschweren langes Gehen. 400 mg Knoblauchpulver konnte die Schmerzen lindern und die Gehstrecke verlängern. Hier verweist die Wissenschaft aber auf die Notwendigkeit längerfristiger Studien, denn Verbesserungen sind nur über einen langen Zeitraum erkennbar.

Knoblauch für das Gehirn

Ob das menschliche Gehirn von Knoblauch profitiert, ist wissenschaftlich noch ungeklärt. Tierstudien und in vitro-Experimente zeigen aber mögliche positive Effekte auf. Dabei erwies sich bei Ratten Allicin als wirksame Methode, die Auswirkungen von Parkinson abzuschwächen. Zusätzlich zeigten mit Knoblauchextrakt behandelte Ratten eine erhöhte Hirnleistung und konnten ein Wasserlabyrinth schneller verlassen.

Die Informationsweiterleitung der Nerven kann durch Knoblauch ebenfalls gesichert werden. In mehreren Studien ergab sich eine zellprotektive Wirkung des Knoblauchextrakts für die wichtigen Nervenzellen. Bei Mäusen konnte durch gereiften Knoblauch sogar die Gedächtnisleistung und durch S-Allylcystein der Alterungsprozess umgekehrt und das Lernvermögen verbessert werden.

Weitere mögliche positive Eigenschaften für das Gehirn:

Anti-Stress Wirkung

Einer 2019 veröffentlichten Studie zufolge wirkt Knoblauch sogar gegen Stress. So konnte in der Studie sowohl roher als auch gereifter Knoblauch die Menge der Monoamine (eine Gruppe von Neurotransmittern) sowie der Stresshormone Corticosteron und Cortisol entscheidend verringern.

Knoblauch gegen Krebs

In verschiedenen in vitro-Experimenten konnten Eigenschaften nachgewiesen werden, die Knoblauch für die Behandlung von Krebs nützlich machen. Dabei ist zu beachten, dass die in vitro-Experimente immer in künstlicher, optimierter Laborumgebung stattfinden und die Ergebnisse damit nicht unbedingt auf den Menschen übertragbar sein müssen.

In verschiedenen Studien konnten allerdings positive Auswirkungen des Knoblauchs auf eine Reihe von Krebserkrankungen ausgemacht werden. Unter anderem umfassen diese:

  • zytotoxische Wirkung (wirkt als Zellgift gegen Krebszellen)
  • wachstumshemmende Wirkung (antiproliferativ) auf:
    • Prostatakarzinomzellen
    • Leukämie-, Neoblastom- und Brustkrebszellen
    • Magenkrebszellen (im Tierversuch)
    • Darmkrebszellen (in vitro)
  • antikarzinogene Wirkung:
    • für menschliche Leukämiezellen
    • reduzierte Metastasenbildung (in Tierversuchen)
    • macht Lungenkrebszellen empfindlicher für eine Bestrahlung

Demgegenüber stehen allerdings auch einige Studien, in denen die Gabe von Knoblauch in seinen verschiedenen Formen keinerlei Auswirkungen auf die Tumorbildung oder den Krebsfortschritt hatte.

Wirksamkeitsnachweis fehlt noch

Review-Artikel und Meta-Analysen schaffen einen Überblick über die vielen unterschiedlichen Studien und ihre Ergebnisse. Daraus lässt sich dann eine Wirksamkeitsevidenz für Knoblauch bei Krebserkrankungen ablesen. Eines dieser systematischen Reviews berichtet über einen Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr von Zwiebelgemüse und selteneren Krebserkrankungen im Bauchraum. Für Knoblauch selbst lässt sich diese Aussage nicht bestätigen. Insgesamt ist eine krebsvorbeugende Wirkung bisher nicht nachgewiesen. Die Studien zeigen aber vielversprechende Ergebnisse.

Auch die positive Wirkung bei Prostata-, Blasen-- oder Lungenkrebs ist bisher rein theoretisch. Die vielversprechenden Ergebnisse aus tierexperimentellen Studien müssen noch durch klinische Studien am Menschen überprüft werden. Bis sich die positiven Eigenschaften aus in vitro- und Tierexperimenten nicht bestätigt haben, kann Knoblauch nicht für die Behandlung von Krebs empfohlen werden.

Die Wirkung von Knoblauch auf verschiedene Organe

Knoblauch für die Leber

Bei Nagetieren half die Gabe von Knoblauch gegen eine fettinduzierte Leberschädigung. In einer weiteren Studie wurde die Wirkung von Alkohol auf Ratten untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die Leber der Ratten weniger Schäden erlitt, wenn diese schwarzen Knoblauch erhielten. Gärt der Knoblauch nicht, sondern wird mithilfe von Hefe fermentiert, steigert sich die hepatoprotektive („die Leber schützend“) Wirkung noch. In mehreren Studien konnten positive Auswirkungen auf die Sauerstoffsättigung in der Leber bei Leberzirrhose und dem hepatopulmonalen Syndrom festgestellt werden. Das ist eine Kombination aus Lebererkrankung, Störung des pulmonalen Gasaustauschs und arteriellem Sauerstoffmangel.

Knoblauch für die Nieren

Cisplatin ist ein Zytostatikum zur Behandlung von Krebs. Es kann allerdings auch Nierenschäden hervorrufen. In einer Tierstudie wurde diese Nierenschädigung bei Ratten durch die Gabe von Knoblauch gelindert. Auch andere Arzneimittel belasten die Nieren. Hier eine Übersicht der Studienergebnisse zur nephroprotektiven Wirkung von Knoblauch:

  • Nierenschädigungen von Gentamycin (starkes Antibiotikum) bei Schweinen gesenkt
  • senkt nach Entfernung einer Niere den erhöhten Blutdruck, oxidative Parameter im Blut und das Ausmaß der Nierenschädigung
  • senkt die Auswirkungen von Cyclosporin A auf die Niere

Knoblauch für das Immunsystem

Dem Knoblauch wird auch eine gesundheitsfördernde Wirkung für das Immunsystem nachgesagt. Bei allen (Werbe-)Aussagen über das Immunsystem ist es für den Verbraucher wichtig sich bewusst zu machen, dass ein Präparat, das lediglich dessen normale Funktionsweise sichert, nicht automatisch das Immunsystem stärkt.

Auswirkungen auf die Immunreaktion

Knoblauchpräparate können die Immunreaktion beeinflussen. Sie haben einen Einfluss auf die Zytokinmodulation, mit der das Zellwachstum gesteuert wird. Durch eine Veränderung des Zytokin-Ausstoßes kann eine therapeutische Wirkung erzeugt werden.

Weitere Auswirkungen auf das Immunsystem umfassen Veränderungen in der Aktivierung und Produktion von Immunzellen. Allicin zeigte in unterschiedlichen Studien folgende Auswirkungen auf das Immunsystem:

  • Steigerung der Phagozytose (‚Fressen’ von in den Körper eingedrungenen Erregern)
  • verbesserte Aktivierung der Makrophagen (‚Fresszellen’)
  • gesteigerte Antikörperproduktion
  • wirkt regulierend auf die Apoptose (programmierten Zelltod) ein

Anzahl der natürlichen Killerzellen im weißen Blutbild signifikant gesteigert

  • antimikrobielle Wirkung auf Bakterien und Viren
  • antiallergische Regulierung von Antikörpern

Entzündungshemmende Eigenschaften

Diese antiallergische Wirkung wird auf entzündungshemmende Eigenschaften des Knoblauchs zurückgeführt, die in mehreren Studien nachgewiesen werden konnten.

Sowohl Extrakte als auch die anderen verbreiteten Formen von Knoblauch waren nachgewiesenermaßen in der Lage Entzündungen hemmen. So konnte an Mäusen gezeigt werden, dass der Extrakt aus gereiftem Knoblauch den Verlauf von Lungenentzündungen positiv beeinflusst.

Beugt Knoblauch Erkältungen vor?

Verschiedene Studien untersuchten bereits, ob die Auswirkungen des Knoblauchs auf das Immunsystem auch dazu führen, dass Menschen seltener krank werden. In einer der Studien zeigte sich, dass eine regelmäßige Einnahme von 180 mg Allicin das Auftreten von Erkältungen um bis zu zwei Drittel (111:366 Krankheitstage) senken konnte.

Während in dieser Studie keine Auswirkungen auf die Dauer der Erkrankung beobachtet werden konnte, zeigte dies eine weitere Studie. In der randomisierten Doppelblind-Studie wurde den Probanden 2,56 g Knoblauch-Extrakt verabreicht. Dies führte dazu, dass Erkältungen zwar vergleichbar oft auftraten, die Symptome aber wesentlich milder ausfielen.

Weitere Wirkungen von Knoblauch

Knoblauch bei Gewichtsabnahme

Die Wirkweisen und Anwendungsgebiete von Knoblauch sind vielfältig, was sich in verschiedenen weiteren Studien bestätigt. So konnte beispielsweise eine positive Wirkung auf die Gewichtsabnahme beobachtet werden. Dazu nahmen übergewichtige Ratten an einem Bewegungsprogramm teil. Die Ratten, die gereiften Knoblauch verabreicht bekamen, wiesen nach dem Programm weniger viszerales Fett und ein geringeres Lebergewicht auf.

Knoblauch bei Vaginitis

Eine Studie belegt die Wirkung bei Vaginitis. So konnten bei 120 Frauen mit bakterieller Vaginitis nachgewiesen werden, dass 500 mg Knoblauch für sieben Tage mehr bewirkte als die Einnahme eines Synthetikums.

Antioxidative Wirkung

Antioxidanzien sind wichtig für den Körper, denn sie sind wirksam gegen sogenannte freie Radikale. Das sind aggressive Sauerstoffmoleküle, die die Alterung der Zellen beschleunigen. Knoblauch besitzt eine antioxidative Wirkung, die unabhängig vom Verarbeitungsprozess bestehen bleibt. Alle verfügbaren Knoblauchpräparate weisen antioxidative Eigenschaften auf. Sie schützen also vor freien Radikalen, indem sie einerseits die Produktion dieser hemmen und andererseits, indem die vorhandenen freien Radikale effektvier abgefangen werden.

So wurden in Untersuchungen verringerte Stressparameter für oxidativen Stress gemessen. Bei Atherosklerose-Patienten konnte nach sechsmonatiger Einnahme ein signifikant gesenkter Plasmawert im Blut gemessen werden.

„Viele Nahrungsergänzungsmittel werben mit großen Gesundheitsversprechen. Daher ist es immer wichtig zu überprüfen, welche Versprechen wirklich gehalten werden.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Was sind die Anwendungsgebiete von Knoblauch?

Durch die vielfältigen Wirkungen ergibt sich ein breitgefächertes Angebot zur Anwendung von Knoblauch. Durch die schiere Menge an Forschungsergebnissen ist es schwierig, ein genaues Bild zu bekommen, wann Knoblauch denn sinnvoll eingesetzt wird. Deswegen folgt hier eine kurze Übersicht zu den Anwendungsgebieten von Knoblauch:

Das ist die richtige Dosierung für Knoblauch

Knoblauch in der Nahrung

Für Knoblauch wird eine breite Palette an unterschiedlichen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Doch am häufigsten wird Knoblauch immer noch einfach als Geschmackszusatz zu Gerichten eingenommen. Dabei liegt die Höchstgrenze für frischen Knoblauch bei ca. 5 Gramm pro Tag. Getrocknetes Knoblauchpulver sollte noch vorsichtiger dosiert werden, hier liegt die maximale Tagesdosis bei 1,2 Gramm.

Knoblauch in Arzneimitteln

Knoblauch wird als traditionelles Arzneimittel angeboten. Dabei ist wichtig zu wissen, dass traditionelle Arzneimittel nicht auf ihre Wirkung geprüft werden. Denn sie werden lediglich aufgrund langjähriger Anwendung zugelassen, beispielsweise bei Atherosklerose oder Bluthochdruck. Bei Arzneimitteln gelten dafür strenge Vorschriften zu den Inhaltsstoffen, Dosierungen und der genauen Definition der einzelnen Präparate. Die Höchstmengen liegen hierfür bei 12 mg Alliin pro Tag und 5 mg Allicin am Tag.

Knoblauchpräparate

Komplizierter wird es bei Knoblauchpräparaten. Da Knoblauch offiziell als Nahrungsmittel, nicht aber als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft wird, gelten die Regelungen für Arzneimittel nicht. Deswegen gibt es keine offizielle Angabe zur Tageshöchstmenge.

Zwischen den einzelnen Produkten unterscheidet sich der Allicingehalt stark und auch die Verarbeitung des Knoblauchs hat einen Einfluss auf seine Wirkung. Durch die Einstufung als Nahrungsmittel dürfen die gängigen Werbeversprechen zu Knoblauch nicht in der Werbung genutzt werden. Deswegen sind Kombinationspräparate mit Wirkstoffen, für die Werbeslogans genutzt werden dürfen, vorherrschend. Knoblauch wird beispielsweise mit Vitamin C kombiniert, um dessen Werbeslogans nutzen zu können. Das führt zusätzlich dazu, dass das Marktangebot für Verbraucher unübersichtlich komplex wird.

Als einzige verlässliche Angabe, gibt der Allicingehalt Aufschluss darüber, wie potent das Präparat ist. Die Tageshöchstmenge ergibt sich aus den Arzneimittel-Höchstmengen, liegen also ebenfalls bei 12 mg Alliin bzw. 5 mg Allicin. Höhere Dosierungen können auf Dauer zu Nebenwirkungen führen und der Gesundheit abträglich sein.

Was sind die Nebenwirkungen von Knoblauch?

Neben all den versprochenen positiven Eigenschaften von Knoblauch können allerdings auch negative auftreten. Eine davon ist untrennbar mit der Knolle verbunden. Durch die Abbauprozesse im Körper verändert sich der Geruch ihres Atems und der Haut. Beim Abbau entstehen Schwefelverbindungen, die durch die Atmung aus dem Körper gelangen. Diese werden in der Regel als „Knoblauchfahne“ wahrgenommen. Weitere Verbindungen gelangen über die Haut nach draußen, denn Ausdünstungen treiben diese über die Hautporen nach außen.

Wesentlich seltener, dafür aber auch gefährlicher als der Knoblauchatem sind Magen-Darm-Beschwerden. Diese werden mitunter durch übermäßigen Konsum von Knoblauch hervorgerufen und können zu Symptomen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen und Bauchschmerzen führen.

Bei einer allergischen Reaktion auf Knoblauch kann es zu Rötungen der Haut, Juckreiz und Brennen kommen. Diese Reaktionen sind allerdings sehr selten. Pollenallergikern wird eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Knoblauch nachgesagt, diese Beobachtung muss in klinischen Studien allerdings erst noch überprüft und bestätigt werden.

Haben Sie bereits Knoblauch als Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen? Welche positiven Auswirkungen haben Sie zu der Einnahme bewegt? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Menschen, eine informierte Entscheidung zu Nahrungsergänzungsmitteln zu treffen.

Fakten-Box -- Knoblauch

Knoblauch aus der Gruppe der Lauchgewächse
Wirkung

  • antibakteriell
  • antiviral
  • antifungal
  • antioxidativ
  • antikarzinogen
  • schützt Leber, Nieren, Herz, Zellen

Anwendungsgebiete

  • bei Bluthochdruck und Gefäßerkrankungen
  • gegen Erkältungen
  • senkt den Blutzucker und das Cholesterin
  • reduziert Zellalterung durch oxidativen Stress

Wichtigste Nebenwirkungen

Dosierung

  • in der Nahrung: 5 Gramm pro Tag
  • als Pulver: 1,2 Gramm pro Tag
  • als Wirkstoff: 12 mg Alliin oder 5 mg Allicin

Darreichungsform

  • roh als Beigabe zur Nahrung
  • in Tabletten-, Kapsel-, Drageeform
  • als Extrakt oder wässrige Lösung
  • in Cremes und Gels zur äußerlichen Anwendung

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Knoblauch?

Kontraindikationen

Eine Kontraindikation bedeutet, dass Knoblauch nicht verwendet werden sollte, weil es unter Umständen zu negativen gesundheitlichen Folgen kommen kann. Wechselwirkungen bedeuten, dass die Kombination zweier Arzneimittel zu unerwünschten Begleiterscheinungen führt. Aktuell gibt es vier Kontraindikationen für den Gebrauch von Knoblauch:

  • Überempfindlichkeit (allergische Reaktion auf Knoblauch)
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (es fehlen Daten, um die Gefahren für Heranwachsende einschätzen zu können)
  • bei gastrointestinalen Beschwerden (Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen)

Knoblauch hemmt die Blutverklumpung, sorgt damit aber auch für ein erhöhtes Blutungsrisiko. Wunden verschließen sich nicht so schnell, was besonders bei Operationen zu Problemen führen kann. Deswegen sollten im Vorfeld von Operationen mindestens 14 Tage keine Knoblauchpräparate mehr eingenommen werden.

Wechselwirkungen

Durch den Einfluss auf die Blutkoagulation kann Knoblauch eingenommene Gerinnungshemmer oder Blutdruckmedikamente verstärken. Deswegen muss die Einnahme dieser Präparate mit einem Arzt abgestimmt werden. Andere Nahrungsergänzungsmittel können in Kombination mit Knoblauch auch zu einer schwächeren Blutgerinnung führen:

  • hoch dosiertes Vitamin E
  • Ginkgo
  • Fischöl-Kapseln (Omega-3-Fettsäuren)

Knoblauch als Nahrungsergänzungsmittel

Knoblauch steht in vielen verschiedenen Formen als Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung. In erster Linie gibt es Knoblauch oder schwarzen Knoblauch in Tabletten- oder Kapselform.

  • Knoblauch (auch in Kombinationspräparaten)
    • Hart- oder Weichkapsel
    • Tabletten
    • Dragees
  • schwarzer Knoblauch (auch in Kombinationspräparaten)
    • Kapseln
    • Tabletten
    • Dragees
    • Extrakt
  • Knoblauch-Extrakt
    • Kapseln
    • wässrige Lösung
    • Knoblauchöl
  • Cremes und Gele zur äußeren Anwendung
    • Ajoen-Creme/-gel

Diese unterscheiden sich stark in Inhaltsstoffen und Kosten, vor dem Kauf sollte daher eine genaue Prüfung der Produkte stattfinden.

Unser Fazit – Knoblauch für die Gesundheit

Das Fazit für Knoblauch fällt geteilt aus. Einerseits weist Knoblauch einige gesundheitsfördernde Eigenschaften auf, die wissenschaftlich bestätigt sind. Dabei sind allerdings längst nicht alle zugeschriebenen Eigenschaften auch wirklich nachgewiesen, hier sind weitere Studien notwendig. Die Studien, die aktuell existieren, basieren zu einem großen Teil auf Beobachtungen an Tieren oder in vitro. Sie entstanden also in einer künstlichen Umgebung, die positive Testergebnisse fördern kann.

Eine Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel aus Knoblauch ist schwierig. Die Produktpalette ist unüberschaubar groß, Kombinationspräparate erschweren den Vergleich der Produkte zusätzlich. Dazu kommen die oftmals hohen Kosten dieser Präparate und die großen Schwankungen in der Konzentration des Wirkstoffs. Die Einnahme von Knoblauch in der Nahrung ist in jedem Fall empfehlenswerter. Dabei ist es unwesentlich, ob der Knoblauch frisch, roh oder fermentiert, gereift oder in Pulverform zur Verfügung steht.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen den Knoblauch-Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln, die Knoblauch enthalten. Während die Arzneimittel strengen Vorschriften unterliegen und nur mit wissenschaftlich basierten Wirksamkeitsversprechen werben dürfen, gelten für Nahrungsergänzungsmittel keine Vorschriften.

Aktuelle Forschung – Schützt Knoblauch vor Magenkrebs

In einige Studien wurde bisher Hinweise auf die mögliche Schutzwirkung von Knoblauch vor Magenkrebs gesammelt. Für einen umfassenden Überblick haben amerikanische Forscher um Hanseul Kim nun Studienergebnisse von 1984–2014 analysiert und untersucht, ob das Risiko für Magenkrebs merklich von der Knoblauchzufuhr beeinflusst wird.

Studiendesign

Für diese Studie wurden die medizinischen Unterlagen von über 123.000 Patienten untersucht. Hauptaugenmerk war hierbei das Auftreten von Magenkrebs. Daraus ergab sich das relative Risiko eines Patienten für das Erkranken. Dabei wurde unterschieden zwischen Patienten, die weniger als einmal pro Woche, ein bis vier Mal pro Woche oder mehr als fünf Mal pro Woche Knoblauch über die Nahrung zu sich nahmen.

Die Ergebnisse

Es zeigte sich, dass Menschen, die weniger als einmal pro Woche Knoblauch zu sich nahmen, öfter an Magenkrebs erkrankten. Im Vergleich ergaben sich um bis zu 12 % niedrige Krebserkrankungen bei der Gruppe mit mittlerer Knoblauchversorgung. Erstaunlicherweise erkrankten die Personen aus der dritten Versuchsgruppe sogar 21 % häufiger an Krebs, als die aus der ersten Gruppe.

Damit ergibt sich für die Übersichtsstudie das Ergebnis, dass gesteigerter Knoblauchkonsum das Risiko für eine Erkrankung an Magenkrebs nicht senken kann. Das Risiko steigt sogar mit zunehmendem Knoblauchkonsum an, deswegen ist hier definitiv auf die Einhaltung der empfohlenen Tageshöchstmengen aus der Nahrung zu achten.

Quelle: Hanseul Kim u. a. (2018): Garlic intake and gastric cancer risk – Results from two large prospective US cohort studies. In: International Journal of Cancer 143/5: S. 1047–1053.

Häufige Patientenfragen

Für welches Knoblauchprodukt soll ich mich denn nun entscheiden?

Dr. Dr. T. Weigl
Die Menge an unterschiedlichen Produkten auf dem Nahrungsergänzungsmittelmarkt wirkt auf den ersten Blick erschlagend. Das ist zu einem gewissen Teil auch gewollt, da so die Vergleichbarkeit der Präparate sinkt.

Wichtig für Sie ist der Allicin-Gehalt. Dieser gibt an, wieviel Wirkstoff sich tatsächlich in dem Produkt befindet. Dieser ist wesentlich aussagekräftiger als Werbeversprechen oder -slogans, die Ihnen eine positive Wirkung versprechen.

Wie werde ich meine Knoblauchfahne wieder los?

Dr. Dr. T. Weigl
Beim Abbau des Knoblauchs entwickeln sich im Körper Schwefelverbindungen. Diese gelangen über die Atmung und die Haut an die Außenwelt und werden dort in der Regel als unangenehm wahrgenommen. Gegen Knoblauch-Mundgeruch hilft das Kauen von verschiedenen Pflanzen, deren ätherische Öle den Mundgeruch nach dem Essen vertreiben können:

  • Petersilie
  • Salbei
  • Minze
  • Kardamom
  • Kaffeebohnen

Zusätzlich hilft es, ein Glas Milch zu trinken und die Flüssigkeit dabei länger im Mund zu behalten.

Gibt es Unterschiede zwischen schwarzem und weißem Knoblauch?

Dr. Dr. T. Weigl
Bei schwarzem Knoblauch handelt es sich um die fermentierte Variante des weißen Knoblauchs. Bei der Herstellung wird die Knolle bei einer Luftfeuchtigkeit von 80–90 % einer Temperatur von 60–80 Grad ausgesetzt. Dies sorgt für die charakteristische Schwarzfärbung.

Im Geschmack unterscheiden sich die beiden Varianten stark voneinander. Aus dem scharfen Knoblauchgeschmack wird durch das Fermentieren ein fast süß-säuerlicher Geschmack. Die Wirkung wird davon allerdings nicht beeinflusst. Die gesundheitsfördernden Eigenschaften des weißen, rohen Knoblauchs finden sich auch in seinem schwarzen Pendant wieder.

Typisches Patientenbeispiel

Pünktlich zum Jahreswechsel hat sich Monika vorgenommen gesünder zu leben. Neben Sport steht bei ihr jetzt auch eine Ernährungsumstellung auf dem Plan. Dafür hat sie sich informiert und eine Reihe an Nahrungsergänzungsmitteln bestellt, um ihre Versorgung noch besser abzusichern. Doch schon in der zweiten Januarwoche beschleichen sie die ersten Zweifel. Statt einer Besserung fühlt sie sich schlechter und ihr Körper reagiert auf die gesunde Nahrung mit Magenbeschwerden.

Sie berichtet ihrer Freundin Martina davon. „Ja, das ist aber doch klar, dass du Magenprobleme bekommst, wenn du dir diese ganze Chemie reinhaust!“, ruft Martina mit Blick auf die kleinen Pillen und Kapseln aus. „Das ist keine Chemie, das ist alles Natur!“, entgegnet Monika und beginnt sofort, die lange Liste mit Inhaltsstoffen aufzuzählen.

Weniger ist manchmal mehr

„Das nimmst du alles zu dir?“ Martina ist erschrocken. „Bist du dir bewusst, dass diese ganzen Stoffe auch miteinander reagieren können? Ist das nicht sowieso viel zu viel?“ Damit macht sie Monika etwas Angst. Zur Sicherheit beschließt sie, einen Arzt zu kontaktieren und bis dahin auf die Mittelchen zu verzichten.

Einige Tage später sitzt sie in Dr. Franzens Behandlungszimmer und berichtet von ihren Beschwerden: Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen. Sie kommt sich ein wenig blöd vor, denn die Symptome sind in den letzten Tagen kaum noch aufgetreten. Martina hat sie trotzdem zum Arztbesuch gedrängt.

„Da hat ihre Freundin absolut Recht. So viele verschiedene Produkte auf einmal zu nehmen, ist nicht nur unnötig, sondern auch gefährlich. Es kann immer zu Wechselwirkungen kommen. Ich empfehle Ihnen daher, dass Sie sich auf eine ausgewogene Ernährung konzentrieren. Die ist insgesamt gesünder und versorgt Sie auch mit allen wichtigen Nährstoffen, die Ihren Körper gesund halten.“

Verwandte Themen

Haben Sie Erfahrungen mit Knoblauch als Nahrungsergänzungsmittel? Möchten Sie sich bei uns über weitere Nahrungsergänzungsmittel erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Timo Hülsmann
Lektorat: Clara Spottke
Hochgeladen am: 12.06.2020

Quellen

  • Penelope Aguilera u. a. (2010): Aged garlic extract delays the appearance of infarct area in a cerebral ischemia model, an effect likely conditioned by the cellular antioxidant systems. In: Phytomedicine 17/3–4: S. 241–247.
  • Saleh A. Almatroodi u. a. (2019): Aged Garlic and its Active Compounds: A Potential Candidate in The Prevention of Cancer by Modulating Various Cell Signalling Pathways. In: Anti-cancer agents in medicinal chemistry. 19/11: S. 1314–1324.
  • Rodrigo Arreola u. a. (2015): Immunomodulation and Anti-Inflammatory Effects of Garlic Compounds. In: Journal of Immunology Research.
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