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Rote Flecken auf der Kopfhaut – sind es immer Läuse?

Auf einen Blick – Rote Flecken auf der Kopfhaut

Was ist ein roter Fleck?

  • Entzündungsreaktion des Körpers: Erweiterung der Blutgefäße
  • Manifestationen sind divers
  • überall am Körper möglich
  • auftreten gemeinsam mit anderen Beschwerden (bspw. Juckreiz)

Welche Ursachen haben rote Flecken auf dem Kopf?

  • bakterielle oder virale Infektionen, wie Windpocken
  • Irritation der Haut, bspw. Akne, Schuppenflechte
  • allergische Reaktion
  • parasitärer Befall wie Krätze und Pilze

Wen kann es erwischen?

  • potenziell kann jeder betroffen sein

Wie wird Hautausschlag auf der Kopfhaut behandelt?

  • Behandlung der eigentlichen Ursache grundlegend
  • bakterielle Infekte: Antibiotika
  • Salben oder Tabletten gegen die Entzündung (bspw. Cortison)
  • Medikamente gegen die Begleitsymptome wie Fieber und Juckreiz

Ein Kratzen am Kopf, schuppende Körperstellen – und beim Blick der lieben Verwandten, dann der Schreck: rote Flecken auf der Kopfhaut! Doch was kann es sein? Es gibt eine ganze Reihe an Ursachen. So können allergische Reaktionen auf Shampoo, Haargel oder andere Pflegeprodukte Flecken hervorrufen. Bestimmte Hauterkrankungen, wie Neurodermitis äußern sich ebenfalls durch rote Flecken. Achtung, gerade bei (Klein-)Kindern, können sich eine Reihe von Krankheiten durch Hautveränderungen dieser Art auf der Kopfhaut ausdrücken. Doch auch Kopfläuse führen zu roten Punkten. Was genau hinter dem Symptom steckt und was Sie bzw. Ihr Arzt gegen die Ursache tun (können), ist Thema dieses Artikels.

Haben Sie, oder Personen aus dem Familien- oder Freundeskreis Erfahrungen mit roten Flecken auf der Kopfhaut? Informieren Sie sich in unserem Artikel und teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen mit uns und weiteren Lesern – nutzen Sie doch hierfür den Kommentarbereich unter dem Artikel!

Was ist ein Hautausschlag

Ein Hautausschlag, oder auch Exanthem, ist die Veränderung der Haut. Diese sind zumeist eine Reaktion auf Reizungen verschiedenster Art.

Die Haut ist unser größtes Organ und wirkt als unser Schutzschild. Drei Schichten dienen der Abwehr von klimatischen Einflüssen, als auch Parasiten. Aber auch Stress oder innere Erkrankungen, die auf den ersten Blick nichts mit der Haut zu tun haben, können zu Hautausschlägen führen. Es gibt weitere Kategorisierungen von Hautausschlägen. Für uns wichtig sind die sog. Erytheme. Erytheme sind nichts anderes als rote Flecken auf der Haut. Diese Hautausschläge können zB. im Gesicht, am Hals und im Intimbereich vorkommen.

Rote Flecken: das Erythem

Erweiterungen der Blutgefäße, die in unserer Haut liegen, führen zu den charakteristischen Rötungen, die Mediziner als Erytheme bezeichnen. Diese treten im Rahmen von Entzündungen als eines der fünf Kardinalszeichen auf. Rote Flecken und Ausschläge sind aber auch unabhängig davon ein Symptom anderer Krankheiten oder Beschwerden. Wichtig ist also zu beachten, dass ein roter Hautausschlag, ein alleinstehendes Symptom oder eine Teilbeschwerde sein kann.

Rote Flecken sind in der Regel ohne Erhebungen und somit „flach“ auf der Haut zu finden. Die Flecken können in verschiedenen Größen und an den unterschiedlichsten Körperstellen auftreten. Eine universale Verfärbung der Haut nennen Mediziner Erythodermie. Aber auch die Formen und die Anordnung, oder die konkrete Farbe, können sich von Fall zu Fall bzw. Ursache zu Ursache unterscheiden. Wie auch andere Hautausschläge, können auch rote Flecken von weiteren Symptomen begleitet werden:

  • Juckreiz
  • Schuppen
  • Spannungsgefühl
  • verändertes Temperaturgefühl (erwärmt)

Weitere rote Flecken

Neben den hier auftretenden Erythemen kennt die Medizin auch weitere Ausformungen, die sich in den Ursachen unterscheiden. Im Folgenden weisen wir kurz auf sie hin:

  • Purpura: Der wissenschaftliche Begriff für Hauteinblutungen lautet ‚Purpura‘.
  • Zyanotisches Erythem: Dieses ist in der Medizin als Akrozyanose bekannt. Die bläuliche Verfärbung von Körperteilen wie Nase, Finger und Zehen.

Infektionen können zu roten Flecken auf der Kopfhaut führen. Eine dieser Erkrankungen ist die Gürtelrose oder auch Herpes Zoster genannt. In dem folgenden Beitrag erklärt Dr. Dr. Tobias Weigl alles Wichtige rund um diese Infektionskrankheit.

Herpes Zoster (Gürtelrose) durch Windpocken-Viren 😬 Schmerzen & Ausschlag - Entstehung & Therapie

Häufige Ursachen für rote Flecken auf der Kopfhaut

Wie Sie bestimmt schon gemerkt haben, sind rote Ausschläge oder Flecken nicht nur einer Krankheit, oder eine Ursache zuzuordnen. Dies gilt auch für Flecken auf der Kopfhaut. Grob gesagt, lassen sich die folgenden Ursachen finden:

  • allergische Reaktion
  • Infektion durch Viren oder Bakterien
  • akute oder chronische Hauterkrankungen
  • Parasiten

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige ausgewählte „Urheber“ roter Flecken auf der Kopfhaut vor. Diese gehören zu den häufigsten Gründen – diese Liste ist jedoch nur eine Auswahl und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Sie sollten in jedem Fall bei Beschwerden Ihren Arzt aufsuchen.

Hauterkrankungen

Seborrhoische Dermatitits

Diese chronische Hauterkrankung ist auch als Seborrhoisches Ekzem bekannt. Es tritt in Form schuppender Hautausschläge auf. Auch wenn die Seborrhoische Dermatitis bevorzugt am Kopf auftritt, können auch andere Körperstellen betroffen sein. Die roten Flecken können von gelb-fettiger Schuppung begleitet werden. Gerade die betroffene Kopfhaut juckt stark! Neben der Kopfhaut können aber auch die Augenbrauen, oder die Wangen betroffen sein.

Die Ursachen dafür sind nicht ganz geklärt. Derzeit gehen Mediziner von einer Mischung Talgdrüsenüberproduktion und der Besiedelung eines Hefepilzes der Haut aus. Die Seborrhoische Dermatitis wäre nach dieser These eine Reaktion auf den Pilz. Weitere Faktoren, wie das Klima, oder Stress, beeinflussen die Krankheit zusätzlich. Auch bei möglichen Voraussetzungen ist sich die Medizin noch nicht sicher. Mögliche Faktoren für eine Seborrhoische Dermatitis können

Neurodermitis

Auch die Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die auf Entzündungen zurück geht. Sie tritt häufig bereits bei Kindern auf und kann teilweise noch im Erwachsenen-Alter weiter bestehen. Es ist bis heute nicht ganz klar, was die genaue Ursache ist. Mediziner gehen derzeit von genetischen Prädispositionen aus, die mit externen Faktoren zur Erkrankung führen. Die in Schüben auftretende Krankheit wird durch Stress, Ernährung oder weiteren Faktoren getriggert. Eine Neurodermitis macht sich durch starken Juckreiz und trockener Haut bemerkbar. Neben der Kopfhaut sind vor allem das Gesicht, sowie Teile von Armen und Beinen betroffen. Die Art der Hautausschläge verändern sich im Laufe des Lebens. Neben den Hautausschlägen können unter anderem weitere Begleitsymptome auftreten:

  • glänzende Nägel (sog. ‚Glanz- oder Poliernägel‘)
  • Schuppung der Finger- und Zehenkuppen (sog. ‚Winterfuß‘ bzw. ‚Pulpitis sicca‘)
  • Entzündungen der Lippenränder, Mundwinkel oder Ohrläppchen

Schuppenflechte

Schuppenflechte oder Psoriasis, wie der Mediziner sagt, ist eine chronische Hauterkrankung. Diese ist an ihren roten Flecken erkennbar, die klar abgegrenzt sind. Diese sind wiederum von trockenen, silbrig-weißen, hängenden Schuppen bedeckt. Sobald sie sich ablösen, bleiben punktartige Blutungen zurück. Diese werden auch ‚blutiger Tau‘ genannt. Auch eine Schuppenflechte tritt in Schüben auf. Betroffene Körperstellen sind nicht nur die Kopfhaut, sondern auch die Innenseite von Armen und Beinen, die Ohren sowie die Genitalien. Einige Betroffene leiden zusätzlich unter einer Arthritis.

Akne

Die Hautkrankheit Akne kennen die meisten aus der Pubertät. In dieser Zeit tritt sie vorwiegend im Gesicht und am Rumpf auf. Doch auch die Kopfhaut kann betroffen sein. Bei einer Akne-Erkrankung haben Betroffene es mit einer Überproduktion der Talgdrüsen zu tun. Daraus folgen zahlreiche Pickel. Da sich der entzündete Talg aber nicht immer direkt an der Hautoberfläche sammelt, kommt es zu längeren Pusteln. Eine sog. ‚Acne inversa‘ betrifft die Talgdrüsen der Kopfhaut. Die genauen Ursachen für eine Acne inversa sind allerdings nicht ganz klar. Es gibt jedoch einige mögliche Trigger:

  • Nikotinmissbrauch
  • Adipositas
  • Besiedlung mit Bakterien
  • Entzündung der Haarfollikel
  • genetische Prädispositionen
  • starke Schweißbildung an Stellen mit Haarwuchs

Es gibt insgesamt drei Stadien. Zunächst kommt es zu einzelnen Knoten und keiner Vernarbungen (Stadium I). In der zweiten Stufe kommt es zu Abszessen, Fisteln und weiteren Vernarbungen. Im letzten Stadium weisen Betroffene einen flächigen Befall auf.

Infektionskrankheiten

Die sog. Kinderkrankheiten heißen deshalb so, weil sie vorwiegend während der ersten Lebensjahre auftreten. Im folgenden Stellen wir Ihnen die drei vor, die mit roten Flecken an der Kopfhaut (aber nicht nur dort!) einhergehen.

Windpocken

Windpocken ist eine virale Erkrankung, die sehr ansteckend ist und gerade Kinder betrifft. Sie wird über eine Tröpfcheninfektion übertragen. Es gibt mehrere Symptome, die in Phasen bei Windpocken auftreten:

Die roten Flecken treten in Schüben auf und tauchen zumeist auf der Kopfhaut und der Mundschleimhaut auf. Grundsätzlich breiten sie sich aber auf dem ganzen Körper aus. Die juckenden Flecken führen dazu, dass sich Betroffene diese aufkratzen. Das ist aber unbedingt zu vermeiden, weil sich sonst bakterielle Hautentzündungen ausbreiten könnten!

Gut zu wissen! -- Immunität

Sie sind als Kind an Windpocken erkrankt? Dann sind Sie lebenslang immun. Nur in wenigen Fällen, tritt die Krankheit Jahrzehnte später erneut als Gürtelrose auf.

Masern

Eine weitere Kinderkrankheit sind die Masern. Diese werden ebenfalls von Viren ausgelöst und sind hochansteckend. Die Erkrankung bricht meist acht bis zehn Tage später aus. Der Krankheitsverlauf lässt sich in zwei Phasen teilen:

  • Prodromalstadium: Unspezifische Symptome, wie Fieber, Schnupfen, Husten und weitere Grippeähnliche Symptome; dauert 12 bis 15 Tage an
  • Exanthemstadium: Hautveränderungen an den Schleimhäuten und Mundhöhlen, typisch hellroter Hautausschlag mit ineinander fließenden Flecken am ganzen Körper (wird erst dunkler vor dem Verblassen), Fieber, Krankheitsgefühl, angeschwollene Lymphknoten am Hals

Sobald die Flecken beginnen, zu verschwinden, klingen auch die weiteren Symptome ab. Normalerweise verlaufen Masern unproblematisch. Allerdings können in einigen Fällen Zweiterkrankungen auftreten. Das können weitere bakteriellen Infekte, eine Mittelohr-, Gehirnhaut- oder Lungenentzündung sein! Betroffene sind nicht mehr hochansteckend, sobald der Ausschlag komplett verschwunden ist.

Allergische Reaktion auf Hygieneprodukte

Eine Allergie nennen wir einen Vorgang des Immunsystems: Dieser wird vom Körper eingeleitet. Bei potenziellen „Gefahren“ für den Körper, reagieren wir mit Rötungen der Haut, Schnupfen und Husten. So können auch rote Flecken auf der Kopfhaut eine Immunreaktion auf bspw. Haarpflege-Produkte sein, deren Inhaltsstoffe Sie nicht vertragen. Bei Erstkontakt kommt es zu der sog. ‚Sensibilisierung‘: Der Körper bildet gegen die potentielle Gefahr Antikörper, die bei einem erneuten Kontakt ausgeschüttet werden. Die Folge ist die Reaktion aus Rötungen, gerne auch gepaart mit Juckreiz.

„Rote Flecken auf der Kopfhaut können wie so oft bei Erkrankungen der Haut verschiedene Ursachen haben – von Unverträglichkeiten bis hin zu Parasiten!“ — Dr. Dr. Tobias Weigl

Parasitäre Erkrankungen

Kopfläuse

Kopflausbefall (sog. ‚Pediculosis humanus capitis‘) ist unangenehm für die Betroffenen. Sie klagen über starken Juckreiz. Diesen versuchen sie mit Kratzen zu lindern. Es finden sich darüber hinaus teilweise Einstichstellen im Nacken. Bei starkem Befall verfilzen die Haare. Die dafür verantwortlichen Tiere, sind die erwachsenen Kopfläuse, die meist von Mensch zu Mensch – oder indirekt über Gegenstände, wie Kleidung oder Haarbürste – übertragen werden. Aufgrund des Juckreizes und der Kratzreaktion, kann es zu einer Infektion der aufgekratzten Haut kommen!

Krätze

Ein weiterer Parasit, in dieser Darstellung, ist die Milbe, die Auslöser für Krätze (sog. ‚Skabies‘) ist. Auch Milben, werden im Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Hat sich die Milbe in die Haut eingegraben, reagiert diese mit starkem Juckreiz und rötlichen Hautflecken. Diese sind bis zu einem Zentimeter lang und treten als Primäreffloreszenz auf. Als Teil der körpereigenen Immunreaktion treten weitere rote Papeln und Bläschen auf, die verkrusten. Die beschriebenen Ausschläge treten auch an Körperstellen auf, die nicht direkt von Milben betroffen sind. Normalerweise treten die Läsionen an den Handgelenken, Finger- und Zehenzwischenräumen und dem männlichen Genital auf – bei Kindern sind Kopf und Gesicht betroffen!

Pilzbefall

Als Mikrosporie bezeichnen Mediziner den Befall der Haut mit Pilzen. Diese Infektion betrifft den behaarten Kopf. Die „verantwortlichen“ Pilze, werden zumeist von Mensch zu Mensch übertragen. Erkennbar ist der Pilzbefall anhand mehrerer Symptome:

  • Rötung und Schuppung der betroffenen Kopfhaut – als ob diese von Mehl bedeckt wurde
  • kreisrunder Haarausfall
  • seltener: weitere Entzündungen

Eine weitere Variante des Pilzbefalls stellt die Tinea capitis profunda dar, die ebenfalls eher Kinder befällt. Der Befall ist ebenfalls schuppend. Die betroffenen Haarfollikel bilden Pusteln und Kristen aus. Die regionalen Lymphknoten sind zusätzlich geschwollen. Bei schweren Verläufen kann narbiger Haarsausfall zurückbleiben!

Exkurs: Juckreiz

Juckreiz ist eine unangenehme Begleiterscheinung von gereizter Haut. Betroffene reagieren mit Reiben und Kratzen, um den Juckreiz zu lindern. Es gibt verschiedene Ursachen von Juckreiz – von trockener, überempfindlicher Haut bis hin zu Erkrankungen der inneren Organe, die Juckreiz verursachen. Auch ein persönlicher Lebenswandel, wie Stress, oder Ernährung können Juckreiz hervorrufen.

Symptome von Juckreiz

Juckreiz als solcher ist ein recht eindeutiges Symptom: Es liegt scheinbar auf oder unter der Haut und kann auch an einer oder mehreren Körperstellen auftreten. Grundsätzlich fühlt sich Juckreiz aber für jeden anders an. Nicht immer, aber oft, tritt eine Hautveränderung ein: Sie wird trocken, rissig oder auch schuppig. Dies tritt bei Hauterkrankungen, wie Neurodermitis oder Schuppenflechte auf.

Insgesamt gibt es einige Ursachen für Juckreiz, die wir hier kurz überblicksartig auflisten:

  • trockene Haut
  • Hauterkrankungen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Lebensmittel oder Medikamente
  • innere Erkrankungen (Diabetes mellitus, Leukämie)
  • Kinderkrankheiten
  • parasitärer Befall
  • psychische Beschwerden

Mehr Informationen zu Juckreiz finden Sie aber in unserem Artikel: Juckreiz – Ursachen, Symptome und Behandlung

Wer ist davon betroffen?

Leider lässt sich der Personenkreis nicht leicht eingrenzen. Die hier beschrieben Erkrankungen treten allerdings häufig besonders bei Kindern auf – beispielsweise die sog. Kinderkrankheiten oder auch Kopfläuse und Neurodermitis. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch Erwachsene an der Nachfolge-Erkrankung Herpes Zoster erkranken können, oder nicht auch an Neurodermitis leiden!

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von roten Flecken auf dem Kopf

Bemerken Sie rote Flecken auf Ihrer Kopfhaut – vielleicht beim Bürsten oder, nachdem Sie den Juckreiz bemerkt haben – sollten Sie zur Sicherheit Ihren Arzt aufsuchen. Wie Sie gesehen haben, sind die Ursachen unterschiedlich und können teilweise weitere Infektionen oder Erkrankungen nach sich ziehen.

Zunächst wird Ihr behandelnder Arzt ein Arztgespräch mit Ihnen führen wollen. Dieser wird im Rahmen der Anamnese also zunächst einige Punkte in Bezug zu Ihren Beschwerden herausfinden. Machen Sie sich am besten im Vorhinein über folgende Punkte Gedanken. Ihre Antworten können bei der Diagnose der Beschwerden sehr nützlich sein!

  • Seit wann haben Sie die roten Flecken?
  • Jucken die Hautausschläge?
  • Haben Sie weitere Beschwerden wie Fieber oder Kopfschmerzen?
  • Haben sich die Hautausschläge im Laufe der Erkrankung verändert?
  • Haben Sie weitere Grunderkrankungen`

Untersuchung der Haut

Im nächsten Schritt sieht sich Ihr Arzt Ihre Haut genauer an. So untersucht er den allgemeinen Zustand, um dann die betroffenen Hautstellen – teils mit Lupe – genauer zu betrachten. In diesem Fall ist natürlich besonders die Kopfhaut von Interesse!

In der Regel erkennt Ihr Arzt bereits an der Art des Ausschlages und den dazugehörigen Symptomen die Ursache. Dies nennt man Blickdiagnose. Ärzte können das bspw. bei dem Seborrhoischen Ekzem

Weitere Untersuchungsverfahren

Um den Verdacht, welcher sich aus Anamnese und Hautinspektion ergibt, erhärten zu können, führt Ihr Arzt spezifischere Untersuchungsmethoden an.

  • Um allergische Reaktionen zu testen, wendet Ihr Arzt Tests, wie den Prick-Test an. Hierfür präpariert er ihren Unterarm mit den potenziellen Allergenen und sticht diese mit einer Lanzette durch einen Tropfen in die Haut. Bilden sich nach 20 Minuten Quaddeln, die mehr als 3 mm groß sind, ist das Ergebnis positiv. Es gibt noch weitere Allergietests.
  • Es gibt spezifische Tests. Bei Verdacht von Schuppenflechte versucht Ihr Arzt bspw., die Schuppen, wie Kerzenwachs abzuziehen (sog. ‚Kerzenwachs-Phänomen‘).
  • Ein Anitkörper-Test dient der Diagnose von Erregern, bspw. von Viren wie bei Windpocken nachzuweisen. Eine Laboruntersuchung des Blutserums kann die vom Körper zum Zwecke der Immunabwehr gebildeten Antikörper nachweisen (z.B. bei Masern).
  • Eine mikroskopische Untersuchung der Schuppen, oder Haare kann bspw. Pilzbefall nachweisen.

Die Behandlung von roten Flecken auf dem Kopf

Die Diagnose ist gestellt. Nun steht, als nächster Schritt, die Behandlung an. Je nach Krankheit stehen die Behandlung des konkreten Symptoms (bspw. Juckreiz) im Vordergrund, als auch die eigentliche Ursache. Der folgenden Tabelle können Sie nachsehen, welche Maßnahmen bei welcher der hier vorgestellten Krankheiten nötig sind:

KrankheitBehandlung (Auszug)
Seborrhoisches Ekzem- Aufenthalt an frischer Luft
- spezielle Hygieneartikel mit dem Wirkstoff Ketoconazol
- bei starkem Schub: Glucocorticoid-Therapie
Akne inversa - Antibiotika in Form von Salben (Clindamycin, Rifampicin), auch als Kombipräparate
- chirurgisch Eingriff bei schweren Entzündungsherden bzw. nicht Ansprechen auf die Medikamente
Schuppenflechte- Therapien mit Cremes, mit verschiedenen Wirkstoffen, die entzündungshemmend und immunsuppressiv wirken (Cortison, Harnstoffe, Vitamine D)
- weitere Medikamente gegen Schmerzen (bspw. NSAR)
- therapeutische Ansätze wie Phototherapie
- Therapien werden kombiniert eingesetzt
Neurodermitis- Vermeidung der Triggerfaktoren und der Allergene
- Basispflege bei trockener Haut
- Glucocorticoid-Therapie, je nach Schwere der Neurodermitis
- Phototherapie

Therapie bei Infektionen

Bei den Infektionskrankheiten ist Ruhe für den Betroffenen wichtig. Auch bei Windpocken und Masern ist eine Behandlung der Krankheit, sowie auch der teilweise starken Begleitsymptome wichtig. So verschreibt Ihr Arzt Ihnen bspw. Medikamente gegen Juckreiz, Fieber, oder Schmerzen. Für Details beachten Sie die folgende Tabelle.

KrankheitBehandlung (Auszug)
Masern- Medikamente gegen Symptome wie Fieber (Paracetamol, Ibuprofen) und Husten (Hustenstiller, wie Noscapin als Dragees, Tropfen, oder Saft)
- Antibiotika
- Bettruhe und ausreichend Vitamine C und A (entsprechende Ernährung)
Windpocken- Medikamente gegen den Juckreiz (bspw. Gerbstoffe, Antihistaminika)
- Antivirale Therapie in Form von Aciclovir

 

Therapie bei parasitärem Befall

KrankheitBehandlung (Auszug)
Kopfläuse- Hygienemaßnahme: Haarbürsten, Kleidung, Möbel u.ä. heiß waschen, absaugen
- spezielle Mittel (Dimeticon) zum Auftragen auf die Haare, Auskämmen mit speziellen Kämmen
Krätze - Reinigung von Kleidung, Handtüchern etc.
- Medikamentöse Therapie mit Cremes (Permethrin, Benzylbenzoat), Tabletten (Ivermectin)
- Therapiebegleitend: Glucocorticoid, Antihiszaminika gegen Juckreiz und entzündete Haut
Pilzbefall- Medikamente, die gegen den Pilz angehen (sog. ‚Antimykotika‘)
- Behandlungsdauer zwischen vier und sechs Wochen

Konkretere Informationen zu den einzelnen Therapiemöglichkeiten finden Sie ausführlich in den entsprechenden Artikeln auf unserer Seite. Natürlich handelt es sich hierbei nur um eine Überblicksdarstellung. Die endgültige Therapieform entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt in Abhängigkeit Ihrer Erkrankung!

Fakten-Box –Rote Flecken auf dem Kopf

Ursachen

  • Bakterielle oder virale Infektionen wie Windpocken
  • Irritation der Haut, bspw. Akne, Schuppenflechte
  • Allergische Reaktion
  • Parasitärer Befall wie Krätze und Pilze

Behandlung

  • Behandlung der eigentlichen Ursache grundlegend
  • Bakterielle Infekte: Antibiotika
  • Salben oder Tabletten gegen die Entzündung (bspw. Cortison)
  • Medikamente gegen die Begleitsymptome wie Fieber und Juckreiz

Aktuelle Forschung – Erhöhte Krebsgefahr durch Phototherapie?

Nicht nur Betroffene einer Schuppenflechte werden gerne mit einer Phototherapie behandelt. Bei der Phototherapie handelt es sich um eine physikalische Therapie, bei der Betroffene mit blauem Licht bestrahlt werden. Eingesetzt wird diese, wie wir schon gesehen haben, bei Schuppenflechte und Neurodermitis. Diese könnte, laut einer Studie von Forschern der Universität Manchester, unter anderem, für das erhöhte Krebsrisiko von Psoriasis-Patienten sein.

Die Forscher rund um Alex Trafford, haben im Rahmen von Kohortenstudien, ein erhöhtes Krebsrisiko von Psoriasis-Patienten untersucht. Ausgangspunkt war die Annahme, dass chronische Entzündungen ein Risikofaktor für Krebserkrankungen seien. In ihrer Analyse haben die Wissenschaftler ein erhöhtes Erkrankungsrisiko von 18 Prozent ermittelt. Bei Betroffenen mit einem schweren Krankheitsverlauf liegt das Risiko bei 22 Prozent.

Erhöhtes Krebsrisiko belegt

Interessanterweise haben die Forscher ein erhöhtes Risiko für Krebs in der Mundhöhle, der Speiseröhre und der Leber herausgefunden. Psoriasis-Betroffene erkranken jedoch deutlich häufiger an Dickdarm-, Pankreas- und Nierenkrebs, sowie an den Lymphomen.

Die Ursachen für das erhöhte Krebsrisiko für Betroffene einer schweren Verlaufsform sind den Wissenschaftlern allerdings nun immer noch nicht klar. So vermuten sie, dass die eingangs erwähnte Phototherapie, das Krebsrisiko erhöhen könnte. Weitere mögliche Ursachen könnten Medikamente, wie Immunsuppressiva sein. Die Forscher weisen zudem darauf hin, dass das absolute Risiko für den einzelnen Psoriasis-Patienten nicht so hoch ist.

Quelle: Alex Trafford, Rosa Parisi, Evangelos Kontopantelis u.a. (2019): Association of Psoraisis With the Risk of Developing or Dying of Cancer. A Systematic Review and Meta-analysis, in: JAMA Dermatology.

Häufige Patientenfragen

Kann ich Neurodermitis mit Ernährung steuern?

Dr. Dr. T. Weigl
Tatsächlich können Sie durch eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise Neurodermitis ein Stück weit mit beeinflussen. Bei Kindern ist dies noch stärker der Fall, als bei Erwachsenen! Gerade erstere weisen parallel eine Lebensmittelallergie auf. Bestimmte Trigger sind Kuhmilch, Eier, glutenhaltige Lebensmittel oder Erdnüsse. Es gibt Lebensmittel, die beispielsweise Entzündungen – und damit eine Neurodermitis! – fördern. Es lohnt sich, also bewusst zu kochen.

Es gibt leider keinen standarisierten Ernährungsplan. Das liegt daran, dass eine Neurodermitis bei jedem Betroffenen anders ausfällt. Da auch Lebensmittelunverträglichkeiten teilweise eine Rolle spielen, ist eine allgemeine Leitlinie kaum möglich.

Empfehlenswert ist in jedem Fall eine ausgewogene Ernährung. Auf diese Weise unterstützen Sie Ihr Immunsystem und können Ihr Wohlbefinden steigern! Darüber hinaus können Sie weitere Erkrankungen wie koronare Herzkrankheiten oder Stoffwechselkrankheiten, wie Gicht vermeiden.

Wenn Sie dieser Zusammenhang interessiert, empfehlen wir Ihnen die Lektüre unseres Artikels: Neurodermitis und Ernährung: Worauf muss ich achten? Verzicht als Maßnahme auch bei Kindern?

Reicht es, wenn ich mein Shampoo wechsle?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein. Es kann, muss aber nicht an Wirkstoffen aus Ihren Pflegeprodukten liegen, dass Ihre Kopfhaut sich rötet oder juckt.

Meine Kopfhaut juckt und ich habe rote Flecken – müssen es Läuse sein?

Dr. Dr. T. Weigl
Nicht zwingend. Es gibt verschiedene Erkrankungen, die die beiden Symptome – rote Flecken und Juckreiz – vereinen. Am besten gehen Sie zu Ihrem behandelnden Arzt und lassen sich untersuchen.

Was ist Cortison eigentlich?

Dr. Dr. T. Weigl
Cortison (auch Kortison geschrieben) ist für die meisten eine Salbe, die bei Hautentzündungen verschrieben wird. Cortison kommt in unserem Körper natürlicherweise als Stresshormon vor und wird in der Nebennierenrinde hergestellt. Unser Körper schüttet Cortison in Momenten körperlicher Belastung aus. Es dient zur Regulation von Körpervorgängen: Erhöhung des Blutzuckerspiegels, Bildung von Fettsäuren, Energielieferant. Alles Prozesse, die in Stresssituationen den Körper mobilisieren.

In der Medizin wenden Ärzte Cortison als Medikament für drei wesentliche Anwendungsgebiete ein:

  • Nebennierenrindeninsuffizienz
  • Stoffwechselstörung der Nebennierenrinde
  • Bei Hauterkrankungen, Ekzemen und weiteren atopischen Erkrankungen wie Asthma

Cortison wird für seine entzündungshemmende und immunsuppressiv. Allerdings hat die Medikation mit Cortison auch seine Tücken und Nachteile, die Sie sich bewusst sein sollten. Mehr Informationen hierzu finden Sie in den folgenden Artikeln:

Typisches Patientenbeispiel

Greta stutzt. Sie versucht ihrer Tochter Lykke die Locken zusammenzunehmen, die dem Mädchen im Essen hängen. Kinder. Sie liebt ihr Töchterchen sehr, aber manchmal ist Lykke schon anstrengend. Beim Griff in die Haare fällt der Mutter auf, dass ihre Tochter rote Flecken auf der Kopfhaut hat. Und da im Nacken ist auch was! Greta kräuselt die Augenbrauen. Beim Essen fällt ihr dann auf, dass sich Lykke immer wieder den Kopf kratzt. „Lykke, tut da was weh?“, fragt sie deswegen. Lykke schüttelt den Kopf, aber sagt, dass es unangenehm jucke. Da beschließt Greta vorsichtshalber den Kinderarzt aufzusuchen.

Kopfläuse! Greta ist natürlich begeistert und macht sich auf Kleidung und Stoffe zu reinigen und besorgt nach Rezept der Hausärztin ein spezielles  Shampoo. Ein Anruf im Kindergarten, fördert dann zu Tage, dass mehrere Kinder betroffen sind. Greta seufzt. Na ja, denkt sie sich und zückt den Nissenkamm, um die Haare ihrer Tochter zu bürsten.

Verwandte Themen

Haben Sie Erfahrungen mit einer der hier aufgeführten Erkrankungen? Möchten Sie mehr Informationen zum Themenfeld Hautausschlag? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

 

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Andrea Lorenz
Lektorat: Nusha Chenari
Veröffentlicht am: 22.12.2019

Quellen

  • A. Anderson (2013): Springer Lexikon Pflege, Springer-Verlag, Heidelberg/Berlin.
  • Altmeyer: Dermatologische Differenzialdiagnose. Der Weg zur klinischen Diagnose, Springer-Verlag, Heidelberg/Berlin.
  • Ärzteblatt (2019): Psoriasis erhöht Krebsrisiko in Meta-Analyse.
  • Konrad Bork, Wolfgang Bräuninger (2005): Hautkrankheiten in der Praxis. Diagnostik und Therapie, 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Schattauer-Verlag, Stuttgart.
  • Jürgen Dahmer (2006): Anamnese und Befund. Die symptomorientierte Patientenuntersuchung fächerübergreifend – interaktiv – praxisbezogen, 10., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Thieme-Verlag, Stuttgart.
  • Sophie Faber u.a. (2007): Das TRIAS-Handbuch richtig selbst behandeln, Thieme-Verlag, Stuttgart.
  • Ursula Keicher (2011): Kinderkrankheiten. Schnell erkennen – gezielt behandeln. GU-Verlag, München.
  • Gerd Plewig (2013): Fortschritte der praktischen Dermatologie und Venerologie, Band 18, Springer-Verlag, Heidelberg/Berlin.
  • Alex Trafford, Rosa Parisi, Evangelos Kontopantelis u.a. (2019): Association of Psoraisis With the Risk of Developing or Dying of Cancer. A Systemativ Review and Meta-analysis, in: JAMA Dermatology.
  • Herrmann Trinkkeller (2015): Dermatologie und medizinische Kosmetik, 3. Auflage, Springer-Verlag, Heidelberg/Berlin.
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