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Risikogruppen des Coronavirus – muss ich besonders aufpassen?

Auf einen Blick – Risikogruppen des Coronavirus

Was ist das Coronavirus?

  • Erreger einer Virusinfektion der Atemwege
  • weltweite Pandemie mit aktuell über 1,4 Millionen Fällen (Stand: 07.04.2020)
  • auch bekannt unter den Namen SARS-CoV-2 oder Covid-19

Was sind Risikogruppen?

  • Gruppen von Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen besonders gefährdet sind
  • bei Infektion droht ein schwerer Krankheitsverlauf
  • Infektion soll unter allen Umständen verhindert werden

Risikogruppen des Coronavirus (Auszug)

  • Menschen, die älter als 65 sind
  • Menschen mit Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes-Patienten
  • Personen mit Erkrankungen der Atemwege, der Leber oder der Nieren
  • Patienten, die Immunsuppressiva einnehmen

Vorsichtsmaßnahmen (Auszug)

  • vorläufig keine Teilnahme an gesellschaftlichen Anlässen
  • zuhause bleiben, Abstand halten, häufiges Händewaschen, öffentliche Verkehrsmittel oder Gebiete mit hohem Menschenaufkommen meiden
  • Kontakte mit evtl. Infizierten meiden, dadurch eigene Ansteckungsgefahr minimieren
  • bei auftretenden Symptomen schnellstmöglich in ärztliche Behandlung begeben

Tipps

  • achten Sie darauf, dass Ihre Medikamente richtig eingestellt sind und ändern Sie ihre Medikation nicht selbständig ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt
  • das Coronavirus ist auch ohne sichtbare Symptome ansteckend, verlässlich ist daher nur die Beschränkung gesellschaftlicher Kontakte auf ein absolutes Minimum
  • Schwangere und Kinder weisen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf auf und müssen daher nicht zusätzlich geschützt werden; die generellen Vorsichtsmaßnahmen gelten aber nichtsdestotrotz

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Der Begriff Risikogruppe taucht aktuell in fast jeder Nachricht über das Thema Coronavirus auf. Alle Beteiligten warnen vor dem Umgang mit Mitgliedern der Risikogruppen des Coronavirus, der Schutz dieser gefährdeten Personen steht aktuell im Vordergrund. Doch was sind diese Risikogruppen überhaupt, wann gehört man dazu und was unterscheidet Risikogruppen des Coronavirus von denen anderer Krankheiten?

Menschen, die zu den Risikogruppen des Coronavirus zählen, leiden häufig an Vorerkrankungen oder einem nachlassenden Immunsystem. Dadurch sind sie anfälliger für eine Infektion oder müssen schlimmere Folgen befürchten, falls sie sich anstecken. Der überwiegende Großteil der Corona-Erkrankungen mit schwerem Verlauf entfällt auf Mitglieder der Risikogruppen. Deswegen ist es für die Eindämmung der Ansteckungen und die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung wichtig, das Infektionsrisiko für diese Menschen zu senken.

Im folgenden Artikel erfahren Sie alles über die aktuell festgelegten Risikogruppen des Coronavirus. Welche Vorerkrankungen sind besonders gefährlich? Wie kann ich eine Ansteckung noch verhindern? Außerdem zeigen wir Ihnen Vorsichtsmaßnahmen, die von Regierungsexperten aufgestellt wurden, um das Ansteckungsrisiko für alle Menschen in Ihrem Umfeld zu minimieren.

Was ist das Coronavirus?

Das Coronavirus bestimmt aktuell das Denken und Handeln weltweit. Nach den ersten Fällen im chinesischen Wuhan Ende 2019 hat sich das Coronavirus zu einem globalen Problem entwickelt. Denn mit über 1,4 Millionen Fällen stellt sich die medizinische Versorgung der Erkrankten aktuell als schwierig dar. In Italien zeigt sich das gesamte Ausmaß dieser Erkrankung bereits. Doch auch in Deutschland wurde vor kurzer Zeit die Marke von 100.000 Infizierten durchbrochen. Dabei sind insbesondere Risikogruppen des Coronavirus derzeit gefährdet und müssen geschützt werden.

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Das eine Coronavirus, wie es momentan in den Medien genannt wird, existiert allerdings gar nicht. Der Begriff Coronavirus beschreibt verschiedene Vertreter dieser Virusspezies, der Familie der Coronaviridae. Der genaue Name der aktuell grassierenden Version lautet Covid-19. Es besteht eine Ähnlichkeit zum bekannten SARS-Virus, der zwischen 2002 und 2003 mehrere Hundert Todesopfer forderte.

Exkurs: Coronavirus Covid-19

Bei dem aktuellen Coronavirus Covid-19 handelt es sich um eine Atemwegserkrankung, die hochansteckend ist und tödlich verlaufen kann. Ursprünglich trat diese Erkrankung Ende Dezember 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan auf und wird auf den dortigen Handel und Verzehr von Fledermäusen zurückgeführt.

Die Symptome

Die Symptome dieser Erkrankung umfassen:

Die Erkrankung ähnelt bei leichtem Verlauf einer Grippe, kann allerdings auch vollkommen symptomfrei bleiben. Vorsicht: Auch wenn keine sichtbaren Symptome vorhanden sind, ist Covid-19 trotzdem hochgradig ansteckend. Dementsprechend schwierig gestaltet es sich, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, die die Ansteckungsrate minimieren.

Die Behandlung

In leichten oder sogar symptomfreien Fällen reicht es aus, sich in eine zweiwöchige Quarantäne zu begeben. Dadurch soll verhindert werden, dass Infizierte weitere Personen anstecken und zur Verbreitung des Virus beitragen.

Eine wirksame Behandlung gibt es zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Lediglich die Symptome können gelindert werden. Begleiterscheinungen wie Atemnot oder Fieber können durch Beatmungsmaßnahmen oder fiebersenkende Medikamente (Ibuprofen o. Aspirin) versorgt werden.

Weitere Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Artikel „Coronavirus – Epidemie oder übertriebene Panik“.

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Tagesaktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Neuigkeiten erhalten Sie in unserem Nachrichtenüberblick „Corona – Fakten, Fragen, Zahlen, Neuigkeiten“.

Auch wenn es derzeit noch kein zugelassenes Medikament gegen das Coronavirus gibt, wird im Hintergrund daran geforscht, ein mögliches Heilmittel zu finden. In seiner Video-Visite gibt Ihnen Dr. Dr. Tobias Weigl einen Überblick über vielversprechende Ansätze und zeigt Ihnen Hausmittel, die Ihre Symptome lindern können.

Welche Medikamente helfen gegen das Coronavirus? Was stimmt zu Blutdruckmedikamenten & Ibuprofen?

Welche Risikogruppen des Coronavirus gibt es?

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus fällt immer wieder der Begriff Risikogruppe. Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für alle Menschen, die aus verschiedenen Gründen besonders gefährdet für eine Erkrankung oder einen erschwerten Krankheitsverlauf sind.

Gesunde Menschen mit einem funktionierenden Immunsystem haben gute Chancen, das Coronavirus unbeschadet zu überstehen und vollständig zu genesen. Einige Personengruppen weisen aber Vorerkrankungen auf, die die Tätigkeit des Immunsystems einschränken. Ebenso können vorgeschädigte Organe, die der Belastung einer Infektion nicht mehr standhalten, problematisch werden und eine vollständige Genesung zumindest erschweren.

Vorerkrankungen verschlimmern den Verlauf

Das amerikanische Zentrum für Seuchenschutz (CDC) berichtet, dass 78 % der Coronapatienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, eine Vorerkrankung aufweisen. Dabei handelt es sich um verschiedenste Arten von Vorerkrankungen, die die Betroffenen zu den Risikogruppen des Coronavirus zählen lassen.

Folgende Risikogruppen des Coronavirus Covid-19 hat das Robert Koch-Institut ausgemacht:

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Entscheidend für die Kategorisierung als Risikogruppe ist hierbei die Wahrscheinlichkeit, einen schwereren Krankheitsverlauf (Notwendigkeit von Beatmungsmaßnahmen, Aufenthalt auf der Intensivstation) zu erleiden. Die Sterblichkeitsrate oder andere Indikatoren sind nicht von Bedeutung.

Das Immunsystem arbeitet im Alter schlechter

Für ältere Menschen steigt das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf generell an, unabhängig von Vorerkrankungen oder Lebensgewohnheiten. Das Immunsystem arbeitet im Alter weniger und reagiert nicht mehr so schnell auf Erreger. Dazu kommt, dass die wichtigen B-Lymphozyten neue Erreger nicht mehr so flexibel abwehren können. Ihre Antikörperproduktion verlangsamt sich und führt zu Schwächen des adaptiven Immunsystems.

Bei neuartigen Schadstoffen kommt es im Körper normalerweise zur sogenannten somatischen Hypermutation. Dabei mutieren die Antikörpergene der B-Lymphozyten, um sich an die Viren oder Bakterien anzupassen. Dieser Vorgang findet bei jüngeren Menschen durchgehend statt, bei älteren Menschen hingegen sinkt die Anzahl dieser flexiblen B-Lymphozyten. Dadurch ist die Reaktion auf bekannte Erreger weiterhin vorhanden, unbekannte und neuartige Erreger, wie das SARS-CoV-2, können allerdings nicht mehr so schnell bekämpft werden. Aus dem gleichen Grund sind ältere Menschen bei neuartigen Formen der Grippe und ähnlichen Erkrankungen ebenfalls besonders gefährdet.

Herzkreislauferkrankungen sind gefährlich

Vorläufige Daten aus Italien zeigen eins ganz deutlich: Patienten mit Herzkreislauferkrankungen leiden besonders häufig an einem schweren Krankheitsverlauf. Zwischenzeitlich wiesen über 75 % der an dem Coronavirus verstorbenen Italiener Herzkreislauferkrankungen vor. Beispielhaft für Herzkreislauferkrankungen sind hier die koronare Herzerkrankung oder Bluthochdruck zu nennen.

Bei einer Infektion mit Covid-19 kann es zur Destabilisierung von Plaques (Gewebeveränderungen der Arterienwand) kommen, was zu Herzinfarkten führen kann. Insgesamt muss das Herz mehr arbeiten, um Blut durch den Körper zu pumpen. Bei einer koronaren Herzerkrankung oder einer Herzinsuffizienz kann es in der Folge zu einem Herzkreislaufversagen und Todesfällen kommen.

Ähnliche Viren belasteten das Herz

Das strukturell ähnliche Virus MERS-CoV zeigte bereits 2016, dass Patienten mit Herzkreislauferkrankungen anfällig für das Virus sind. Einer chinesischen Studie zufolge hatten 58 % der Patienten mit schweren Symptomen vorher schon Bluthochdruck und 44 % litten unter Herzrhythmusstörungen.

Die chinesischen Gesundheitsbehörden weisen aktuell daraufhin, dass Infizierten mit Herzkreislauferkrankungen oftmals nur eine schlechte Prognose gestellt werden kann. Unter den Faktoren, die nachweislich eine Coronaerkrankung verschlimmern, steht eine Herzinsuffizienz ganz oben.

Die Deutsche Hochdruckliga warnt davor, eigenständig Blutdruckmedikamente abzusetzen. Einerseits zeigen Daten, dass genau diese Medikamente vor Lungenversagen schützen können, andererseits kann das Absetzen auch zu schwerwiegenderen Gesundheitsrisiken führen, als sie vom Coronavirus ausgelöst werden können.

Diabetiker müssen auf ihre Medikation achten

Italienische und chinesische Daten zeigen, dass auch Menschen, die an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus leiden, gefährdet sind. Deshalb empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), während der Infektionsphase besonders auf die Zuckereinstellung zu achten.

Denn bei stabilen Blutzuckerwerten geht die DDG aktuell nicht von einem erhöhten Risiko aus. Diabetesbedingte Vorerkrankungen können einen schweren Verlauf allerdings sehr wohl begünstigen.

Im Infektionsfall kann es dazu kommen, dass der Stoffwechsel und damit der Blutzuckerspiegel durch die Infektion beeinflusst wird. Denn das Immunsystem setzt im Infektionsfall Adrenalin frei, was wiederum die Funktion der Leber beeinflusst und den Blutzuckerspiegel steigert. Auch auftretendes Fieber lässt den Blutzucker in der Regel steigen und sollte berücksichtigt werden.

Krebspatienten

Einige Krebspatienten stehen aktuell vor einem Dilemma. Denn oftmals wird zur Behandlung der Krebserkrankung auf Präparate zurückgegriffen, die auch in die Funktion des Immunsystems eingreifen. Doch gerade in der momentanen Situation ist die reibungslose Funktion des Immunsystems wichtig, um angreifende SARS-CoV-2-Erreger abzuwehren.

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie hat deswegen einen Leitfaden veröffentlicht, der die wichtigsten Maßnahmen bei einer Krebserkrankung aufführt. Ein besonderes Risiko für Krebspatienten wird dort bei den folgenden Faktoren ausgemacht:

  • schwere Immunsuppression
  • Neutropeniephase (Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut, also Abnahme der weißen Blutkörperchen)
  • Lymphozytopenie (starke Senkung der Lymphozytenwerte, daraus resultiert eine Immunschwäche)
  • Alter über 65 Jahre

Krebstherapie aussetzen oder verschieben?

Ob eine geplante Krebstherapie aus diesen Gründen abgesagt oder verschoben wird, liegt im Ermessen Ihres Arztes. Allerdings können Ärzte bei dieser Entscheidung bisher nicht auf Studienergebnisse zurückgreifen. Entscheidungskriterien sind deswegen vorläufig:

  • Therapieziel: kurativ oder nicht kurativ
  • Status der Krebserkrankung: aktiv/lebensbedrohlich oder chronisch/gut beherrscht
  • Rezidivrisiko: hoch oder niedrig
  • Therapie: nicht immunsuppressiv oder immunsuppressiv
  • SARS-CoV-2: keine erhöhte Ansteckungsgefahr oder hohe Ansteckungsgefahr
  • Verlauf bei SARS-CoV-2: keine allgemeinen/spezifischen Risikofaktoren vorhanden oder Risikofaktoren beim Patienten vorhanden

Allerdings gilt generell, dass gemäß aktuellem Stand die Krebsbehandlung Vorrang vor den Vorsichtsmaßnahmen zum Coronavirus hat. Insbesondere gilt das für schnellvoranschreitende Krebserkrankungen wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, Leberkrebs, Lungenkrebs oder Leukämie.

Atemwegserkrankungen

Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um eine Atemwegserkrankung. Deswegen ist eine Korrelation mit bestehenden Atemwegserkrankungen naheliegend. Denn alles, was die Lunge schon vorher schädigt, ist auch für den Verlauf der Coronaerkrankung nicht förderlich. Die Funktion der Lunge und unsere Atmung werden durch das Coronavirus in besonderem Maße in Mitleidenschaft gezogen.

Deswegen gibt es eine Auswahl an Atemwegserkrankungen, die das Risiko bei einer Infektion erhöhen:

Das Hauptproblem bei Atemwegsvorerkrankungen liegt darin, dass Covid-19 die Lunge angreift. Vorerkrankungen wie COPD, Asthma oder anderen chronischen Lungenerkrankungen schwächen die Lungenschleimhaut. Insbesondere bei Mukoviszidose befinden sich zu jeder Zeit viele Bakterien in der Lunge. Diese dauerhafte Lungenentzündung auf niedrigem Niveau macht die Lunge empfänglicher für eine virale Infektion. Durch die gesenkten Abwehrkräfte können die Viren sich schneller ausbreiten und die Bekämpfung dauert länger. Die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen wie akutes Lungenversagen (ARDS) steigt bei Vorerkrankungen der Atemwege stark an.

Das Risiko bewusst selbst einschätzen

Nicht jede dieser Vorerkrankungen birgt das gleiche Risiko für einen schweren Verlauf. Eine behandelte Asthmaerkrankung ist wesentlich ungefährlicher als beispielsweise COPD. Dafür ist es allerdings wichtig, in regelmäßigem Austausch mit Ihrem Arzt zu stehen und die Medikation individuell anpassen zu lassen. Entgegen bisherigen Annahmen sollte die Therapie dennoch nicht zwangsläufig eingestellt werden. Cortisonhaltige Medikamente bedeuten nicht automatisch, dass das Immunsystem zu stark angegriffen wird, um sich gegen Covid-19 zu schützen. Bekannte Atemwegsprobleme sollten aber keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden.

Beobachten Sie Ihren Gesundheitszustand aufmerksam und wenden Sie sich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig an Ihrem Arzt.

Gut zu wissen!
Gerade Raucher sind durch die jahrelange Schädigung der Lunge besonders gefährdet. Ein auffallend großer Teil der Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf oder auf der Intensivstation ist oder war Raucher und weist Lungenschäden auf, die auf das Rauchen zurückzuführen sind.

Lebervorerkrankungen

Das aktuell grassierende Coronavirus SARS-CoV-2 weist viele Ähnlichkeiten zum bekannten SARS-Virus und dem MERS-Virus auf. 82 % bzw. 50 % der Genomsequenz sind identisch. Bei beiden Krankheiten wurden in der Vergangenheit Auswirkungen auf die Leberfunktion festgestellt, deswegen liegt die Schlussfolgerung nahe, dass Covid-19 ebenfalls Schäden an der Leber hervorrufen kann.

Die medizinischen Daten des Fifth Medical Center des PLS General Hospital in Peking verweisen auf 2–11 % der Coronafälle, bei denen im Verlauf der Erkrankung Leberprobleme auftraten. Während diese Prozentzahl noch gering klingt, wiesen allerdings bis zu 53 % der Fälle abnormal hohe Leberwerte auf.

Diese Untersuchungen stützen sich allerdings nur auf vergleichsweise wenige Fälle und sind deswegen nicht aussagekräftig, bis sie durch weitere Studien bestätigt worden sind. Einzig die Aussage, dass schwere Krankheitsverläufe häufig auch mit erhöhten Leberwerten einhergingen, konnte in einer Kohortenstudie mit 1099 Teilnehmern bestätigt werden.

Chronische Lebererkrankungen wie die Fettleber, virale Hepatitis oder alkoholbedingte Lebererkrankungen wie Leberzirrhose konnten bisher nicht direkt mit einem schwereren Krankheitsverlauf in Verbindung gebracht werden. Allerdings wirkt sich die häufig dadurch bedingte Schwächung des Immunsystems oftmals direkt negativ auf den Verlauf der Coronaerkrankung aus.

Nierenprobleme

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie verweist in einem Statement auf Daten, nach denen Dialysepatienten mit Niereninsuffizienz überproportional oft an einem schweren Verlauf leiden und häufiger sterben. Nierenerkrankungen gehen in der Regel mit weiteren Vorerkrankungen einher, die sich negativ auf den Coronaverlauf auswirken. Gleichzeitige Herzkreislauf- oder Diabeteserkrankungen senken die Wahrscheinlichkeit für einen milden Verlauf mit voller Genesung.

Ein strukturelles Problem ist auch die oftmals notwendige Dialysebehandlung. In den Dialysezentren treffen Infizierte auf weitere Menschen aus Risikogruppen des Coronavirus. Als Folge breiten sich Infektionen somit sogar schneller unter den besonders gefährdeten Personen aus. Da die Dialyse aber häufig nicht ersetzbar ist, müssen in diesem Bereich alle verfügbaren Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um Ansteckungen zu vermeiden.

HIV und Corona

Menschen, die aus verschiedensten Gründen kein voll funktionsfähiges Immunsystem haben, sind besonders gefährdet. Dazu gehören neben den bereits erwähnten Senioren auch Patienten, bei denen eine Krankheit das Immunsystem beeinflusst. Zu dieser Gruppe gehören Patienten, die am HI-Virus erkrankt sind. Bei diesen Personen ist die Zahl der CD4-Zellen verringert, was unweigerlich zu einem anfälligen Immunsystem führt.

Die Immunschwäche beeinflusst den Umgang mit der Krankheit enorm. Durch die fehlenden Abwehrmechanismen kann sich das Virus schneller und leichter ausbreiten. Während die Reaktion eines gesunden Immunsystems im Regelfall ausreicht, um Covid-19 zu bekämpfen, sind immunschwache Menschen eventuell nicht mehr in der Lage das Virus zu überstehen. Deswegen müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Bei einer wirksamen HIV-Therapie gibt es allerdings keinerlei Anzeichen, dass diese Personen besonders gefährdet sind. Bisherige Daten aus China oder Italien zeigen keine höhere Ansteckungsrate oder schwerwiegendere Krankheitsverläufe. Derzeit gibt es in Deutschland schätzungsweise immer noch 10.000 Menschen, die an dem HI-Virus erkrankt sind, sich gegenwärtig aber nicht in Behandlung befinden und somit besonders gefährdet sind.

Immunsuppressiva

Zur Behandlung einiger Krankheiten wie Rheuma, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder auch bei Multipler Sklerose werden immunsuppressive Präparate eingesetzt, bspw. Methotrexat. Auch Cortison ist ein Medikament, dass die Funktion des Immunsystems vermindert. Damit verhindert man, dass das Immunsystem gesunde Zellen des Körpers fälschlicherweise angreift und der eigenen Gesundheit schadet.

Im Hinblick auf eine drohende Corona-Infektion klingt es erst einmal wenig sinnvoll, die Funktion des Immunsystems in jedweder Form zu hemmen. Dennoch werden die Immunsuppressiva aus bestimmten Gründen verschrieben und sollten nur in Absprache mit Ihrem Arzt abgesetzt werden. In den meisten Fällen ist ein Ausbruch der Krankheit, die durch die Immunsuppressiva behandelt wird, gefährlicher als das Coronavirus.

Betroffene von Autoimmunkrankheiten sollten daher nur im Falle einer bestätigten Infektion mit Covid-19 über ein Absetzen der Medikamente nachdenken. Ein Gespräch mit Ihrem Arzt sollte vorher allemal geführt werden.

Menschen mit Übergewicht

Übergewicht an sich führt nicht zu einem höheren Risiko an Covid-19 zu erkranken. Menschen mit Übergewicht sind trotzdem eine Risikogruppe, denn bedingt durch das Übergewicht steigt das Risiko, dass sich Vorerkrankungen entwickelt haben, die das Coronavirus gefährlich machen.

Übergewicht gilt als Auslöser für viele Herzkreislauferkrankungen und Diabetes mellitus. Der Lebensstil, der oftmals zu Übergewicht führt, wirkt sich auch negativ auf das Immunsystem aus. Eine ausgewogene Ernährung und Sport stärken das Immunsystem, ein Mangel dessen wirkt sich negativ aus.

Die Nachrichtenagentur Reuters weist darauf hin, dass sich in den USA die Regionen mit auffallend vielen Corona-Todesfällen und die Regionen mit dem höchsten Body-Mass-Index überschneiden. Ein weiterer Grund für auffallend viele Todesfälle bei übergewichtigen Menschen ist darin begründet, dass die medizinische Versorgung in Notfallsituationen erschwert ist. Übergewichtige Menschen sind schwerer zu intubieren. Das führt im Notfall dazu, dass sie nicht rechtzeitig beatmet werden können und möglicherweise versterben.

Bewohner von Altenheimen

Bewohner von Altenheimen sind in vielerlei Hinsicht zusätzlich gefährdet. Durch das fortgeschrittene Alter gehören sie gleichzeitig zu mehreren Risikogruppen des Coronavirus. Ein schwaches Immunsystem tritt häufig in Verbindung mit einer oder sogar mehreren Vorerkrankungen auf. Gleichzeitig leben die ohnehin gefährdeten Menschen auf engem Raum miteinander und oftmals ohne ausreichende Schutzmaßnahmen. Ebenso sind sie selbst nicht mehr in der Lage, sich eigenständig vor der Gefahr zu schützen, indem sie Kontakt meiden, denn der Kontakt zum Pflegepersonal ist in vielen Fällen lebensnotwendig.

Fakten-Box – Risikogruppen des Coronavirus

Risikogruppen:

Vorsichtsmaßnahmen:

  • gründliches Händewaschen
  • Desinfektionsmittel nutzen
  • Abstand halten
  • keine Besuche bei Verwandten/Freunden
  • kein Körperkontakt
  • nicht ins Gesicht fassen
  • in die Armbeuge niesen/husten
  • Schutzmaske tragen

Sonderfälle ohne gesteigertes Risiko

Kinder

Das Immunsystem erreicht erst im Laufe der kindlichen und pubertären Entwicklung seine volle Leistungsfähigkeit. Deswegen galten Kinder ursprünglich auch als besonders gefährdet für eine Infektion mit Covid-19. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass gerade Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene seltener einen schweren Verlauf zu befürchten haben. In vielen Fällen verlaufen die Infektionen symptomarm oder sogar -frei.

Auch Kinder, die aufgrund von Vorerkrankungen einer oder mehrerer Risikogruppen des Coronavirus angehören, zeigen wesentlich seltener Symptome oder müssen ärztlich behandelt werden. Übergewichtige Kinder sind laut Daten des CDC gleich oft erkrankt wie normalgewichtige Altersgenossen.

Schwangere

Auch für Schwangere galt lange, dass sie besonders gefährdet sind. Laut aktueller Datenlage ist dies allerdings nicht der Fall. Weder für die Mutter noch für das ungeborene Kind bestehen Risiken, die über das Risiko der Gesamtbevölkerung hinaus gehen. Im bisherigen Verlauf der Pandemie konnte auch kein Einfluss auf die Rate der Fehlgeburten oder Geburtsanomalien beobachtet werden. Außerdem gehen Infektionen der Mutter nicht auf den Fötus über.

Pollen-Allergiker

Gerade jetzt im Frühling beginnt für viele Menschen die Heuschnupfenzeit und damit oftmals auch Probleme mit den Atemwegen. Denn bei Heuschnupfen handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems und nicht um eine Immunschwäche.

Eine Gefahr besteht allerdings, wenn die Allergie einen „Etagenwechsel“ durchführt und die Lunge beteiligt wird. Forscher vermuten, dass dadurch das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht wird. Dies passiert bei einer Pollenallergie allerdings nur äußerst selten.

In diesen drei Fällen gilt allerdings auch, dass die Wissenschaft noch am Anfang steht. Es sind bisher nur wenige Studien mit einer begrenzten Anzahl an Teilnehmern verfügbar. Alle Ergebnisse können sich in späteren Studien als falsch herausstellen und angepasst werden müssen. Keinesfalls sollten Mitglieder dieser Gruppen einen sorglosen Umgang mit dem Coronavirus ausüben.

Gehören Sie zu einer oder mehreren der genannten Risikogruppen? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen, die Gefahr einer Coronaerkrankung realistisch einschätzen zu können.
„Insbesondere für Risikogruppen ist das Coronavirus aktuell gefährlich. Das gesamte familiäre Umfeld sollte zusammenarbeiten, damit das Infektionsrisiko gefährdeter Personen so gering wie möglich gehalten wird. “ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Risikogruppen des Coronavirus

Im generellen Umgang mit dem Coronavirus, aber insbesondere im Umgang mit Menschen aus Risikogruppen, sollte die Ansteckungsvorbeugung oberste Priorität haben. Dazu hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) eine Reihe von Maßnahmen entworfen, die das Infektionsrisiko verringern.

Corona-Regeln:

  • gründliches Händewaschen: regelmäßiges, mindestens 20 Sekunden andauerndes Händewaschen, insbesondere nach dem Einkaufen oder anderen Tätigkeiten außerhalb der Wohnung
  • Desinfektionsmittel: die Hände sollten ebenfalls regelmäßig desinfiziert werden, falls vorhanden mit viruzidem Desinfektionsmittel
  • Abstand halten: körperliche Nähe ist der Hauptgrund für die Ansteckung anderer Menschen; halten Sie Abstand zu anderen Personen, um das Infektionsrisiko für sich und andere möglichst gering zu halten
  • keine Besuche: auch wenn die räumliche Trennung schwerfällt, besuchen Sie Verwandte/Freunde insbesondere Mitglieder der Risikogruppen des Coronavirus nicht; Covid-19 kann symptomfrei vorkommen und trotzdem ansteckend sein; Ihre Verwandten erleiden unter Umständen einen schwereren Verlauf als Sie selbst
  • kein Körperkontakt: Händeschütteln, Umarmungen oder enges Beisammensitzen fördern Ansteckungen und sollten aktuell möglichst vermieden werden
  • nicht ins Gesicht fassen: Viren gelangen häufig von den Händen ins Gesicht und von dort aus in dem Mund oder die Nase; vermeiden Sie eine Infektion, indem sie Berührungen im Gesicht reduzieren
  • in die Armbeuge niesen/husten: Husten und Niesen verteilt die Viren meterweit in Ihrem Umkreis; das Husten/Niesen in die Armbeuge kann diesen Radius bedeutend verkleinern und umstehende Menschen vor einer Infektion schützen
  • Schutzmaske tragen: falls Einkäufe oder Aufenthalte außerhalb der eigenen vier Wände nicht vermeidbar sind, kann eine Schutzmaske dabei helfen, selbst weniger Viren zu verteilen oder von anderen nicht infiziert zu werden; professionelle Schutzausrüstung wird aktuell allerdings in medizinischen Einrichtungen dringender gebraucht und sollte nicht auf Vorrat gelagert werden

Aktuelle Forschung – Coronavirus und Rauchen

Raucher haben ein höheres Risiko für Lungenkrankheiten und erkranken öfter an der Grippe. Diese wissenschaftlich bewiesene Aussage muss sich im Zusammenhang mit dem Coronavirus erst noch bewahrheiten. Constantine Vardavas und Katerina Nikitara haben dazu kürzlich eine Übersichtsstudie herausgebracht, die die bisherigen Erkenntnisse über den möglichen negativen Einfluss des Rauchens auf das Infektions- und Sterblichkeitsrisiko bei Covid-19 untersucht.

Studiendesign

Dafür haben die beiden Forscherinnen fünf chinesische Studien aus den Jahren 2019 und 2020 mit insgesamt 1.549 Teilnehmern ausgewertet. Der untersuchte Zeitraum der Studien erstreckt sich vom Beginn der Coronainfektionen im Dezember 2019 bis Ende Januar 2020.

Die Ergebnisse

In allen analysierten Studien waren Raucher gefährdeter für einen schweren Krankheitsverlauf. In der größten untersuchten Studie mit 1.099 Teilnehmern war erkennbar, dass Raucher und ehemalige Raucher häufiger auf der Intensivstation behandelt wurden als lebenslange Nichtraucher. Auch bei den Patienten, die künstlich beatmet wurden oder verstarben, waren die Raucher überproportional oft vertreten.

Obwohl weitere Untersuchungen mit einem größeren Teilnehmerfeld durchgeführt werden müssen, bevor die Ergebnisse belastbar sind, konnten Vardavas und Nikitara Rauchern ein insgesamt 1,4mal höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und sogar ein 2,4mal höheres Risiko für die Notwendigkeit eines Aufenthalts auf der Intensivstation nachweisen.

Das führt die beiden zu ihrer Schlussfolgerung, dass Rauchen einen negativen Effekt auf die Coronaerkrankung hat und Raucher somit als eine Risikogruppe angesehen werden müssen.

Quelle: Constantine I. Vardavas und Katerina Nikitara (2020): COVID-19 and smoking: A systematic review of the evidence. In: Tobacco Induced Diseases 18/1.

Häufige Patientenfragen

Kann ich weiterhin meine vorgeburtlichen Arzttermine wahrnehmen, obwohl ich während der Schwangerschaft positiv auf Covid-19 getestet wurde?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein, Sie sollten zuerst Kontakt zu der Frauenärztin aufnehmen, die Ihre Schwangerschaft begleitet. In der Regel spricht nichts dagegen, Routinetermine hinauszuzögern, bis Sie von der Corona-Infektion genesen sind. Sollten Sie in der Isolation eine Zustandsverschlechterung wahrnehmen oder ihre Hebamme/Frauenärztin zu dem Schluss kommt, dass bestimmte Untersuchungen nicht aufschiebbar sind, ist es in Ausnahmefällen oder bei Risikoschwangerschaften möglich, diese unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden zu lassen.

Ich habe eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung und erlebe aktuell einen Schub. Sollte ich diesen mit Immunsuppressiva behandeln?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja, um einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden, sollte der Schub auf jeden Fall behandelt werden. Ihr Körper ist anfälliger, wenn sie die Immunsuppressiva absetzen und dafür die CED gewähren lassen. Auch wenn die Immunsuppressiva augenscheinlich erst einmal schlecht sind, helfen sie Ihrem Immunsystem auf lange Sicht bezüglich der Coronainfektion.

Wie wissenschaftlich sind die Angaben zu möglichen Risikogruppen des Coronavirus?

Dr. Dr. T. Weigl
Alle bisherigen Angaben des Robert Koch-Instituts oder anderer Institutionen basieren auf wissenschaftlichen Daten oder medizinischen Erkenntnissen. Allerdings steckt die Forschung rund um das Coronavirus noch in den Kinderschuhen. Beinahe jeden Tag gelingen Forschern neue Erkenntnisse und Entdeckungen. Demzufolge können im Verlauf der Pandemie auch neue Risikogruppen hinzugefügt oder bestehende Gruppen abgeändert werden.

Die Ähnlichkeit des SARS-CoV-2 zum SARS- und MERS-Virus geben der Forschung erste Anhaltspunkte und einen Startpunkt für die Forscher. Allerdings sind medizinische Studien sehr aufwendig und dauern oftmals lange. Denn die Ergebnisse müssen alle mehrfach kontrolliert und bestätigt werden, bevor sie als wissenschaftlich bewiesen angesehen werden können.

Kann eine kurzfristige Änderung des Lebenswandels noch Auswirkungen auf die Infektionswahrscheinlichkeit beim Coronavirus haben?

Dr. Dr. T. Weigl
Die oben beschriebenen schädigenden Lebensstile sind häufig nicht über Nacht zu ändern. Jahrelange Ernährungs- oder Suchtgewohnheiten müssen über einen langen Zeitraum durch gesündere Alternativen ersetzt werden. Doch die Corona-Pandemie wird sich voraussichtlich noch über Monate erstrecken und in der Zeitspanne können Änderungen der Ernährungsgewohnheiten bereits erste Erfolge zeigen und das Immunsystem stärken. Eine Rauchentwöhnung zeigt schon nach wenigen Tagen positive Auswirkungen auf den Körper und sollte zur Vorbeugung dieser Atemwegserkrankung ins Auge gefasst werden.

Typisches Patientenbeispiel

Jetzt bestätigen sich auch noch die schlimmsten Befürchtungen. Michael hatte seit Montag schon ein flaues Gefühl im Magen, doch jetzt hat er die Gewissheit: Der Test auf das Coronavirus ist positiv. Er hatte sich am Montag, als er das erste Mal das Fieber gespürt hat, direkt mit dem Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt und wurde für Dienstag zum Test angemeldet. Aufgrund seines Prostatakrebses blieb ihm immerhin der Weg zu einer Teststelle erspart, in seinem Landkreis kam das Testpersonal bei ihm zuhause vorbei.

Isolation unter allen Umständen

Dafür wirbelt diese Diagnose jetzt seine gesamte Krebstherapie durcheinander. Er ruft direkt bei seinem Onkologen an. Hörbar gestresst verschiebt dieser die Behandlung nach hinten: „Herr Becker, solange Sie an Covid-19 erkrankt sind, können wir Sie natürlich nicht behandeln. Die Infektionsgefahr für meine Mitarbeiter und andere Patienten ist einfach zu hoch, tut mir leid. Zwei Wochen Quarantäne, ein negativer Test und wir sehen weiter.“

Michael ist bestürzt. Er kann doch seine Krebsbehandlung nicht einfach aussetzen. Krebs ist doch wohl schlimmer als Corona! Dann kommt ihm plötzlich seine Frau Stefanie in den Sinn. Vor lauter Aufregung hat er ganz vergessen, ihr sein Ergebnis mitzuteilen. Er geht zu ihr: „Schatz, mein Test war positiv. Damit ist die Krebsbestrahlung gestrichen. Was soll ich denn jetzt bloß machen?“ Es gelingt ihr mit Mühe ihn zu beruhigen und sie überredet ihn zu einem weiteren Anruf in der Praxis.

Die Kommunikation macht den Unterschied

„Herr Becker, machen Sie sich keine Sorgen. Die Isolation hat momentan aber tatsächlich Vorrang. Sie haben einen wenig aggressiven Tumor, deswegen können wir die Behandlung absolut problemlos noch zwei oder drei Wochen hinauszögern. Kurieren Sie sich aus, wir warten hier auf Sie, wenn der nächste Test negativ ausfällt. Ich wollte Sie nicht beunruhigen, aber hier geht es aktuell drunter und drüber, da war ich zu kurz angebunden.“

Derartig beruhigt schafft Michael es jetzt endlich, einen klaren Gedanken zu fassen. Er muss den Kindern sagen, dass sie auf keinen Fall am Wochenende zum Kaffee kommen dürfen. Ärgerlich, aber da muss er nun durch. „Zwei Wochen sind nicht die Welt, hoffentlich habe ich Stefanie nicht angesteckt.“, denkt er noch. „Zumindest die Quarantäne wäre mit ihr wesentlich erträglicher als ohne sie.“

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Timo Hülsmann
Lektorat: Clara Spottke
Veröffentlicht: 10.04.2020

Quellen

  • Alaa Badawi, Seung Gwan Ryoo (2016): Prevalence of comorbidities in the Middle East respiratory syndrome coronavirus (MERS-CoV): a systematic review and meta-analysis. In: International Journal of Infectious Diseases 49/8: S. 129–133.
  • Brad Brooks (2020): Why is New Orleans’ coronavirus death rate twice New York’s? Obesity is a factor. In: reuters.com. Stand. 02.04.2020.
  • Center for Disease Control and Prevention (2020): People Who Are at Higher Risk for Severe Illness. In: cdc.gov. Stand: 02.04.2020.
  • Chaolin Huang u. a. (2020): Clinical features of patients infected with 2019 novel coronavirus in Wuhan, China. In: The Lancet 395/10223: S. 497–506.
  • Dawei Wang u. a. (2020): Clinical Characteristics of 138 Hospitalized Patients With 2019 Novel Coronavirus–Infected Pneumonia in Wuhan, China. In: Caring for the Critically Ill Patient. Stand: 07.02.2020.
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft (2020): Praktische Empfehlungen zum Diabetes-Management bei Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung. Stand: 06.04.2020.
  • Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (2020): Coronavirus-Infektion (COVID-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen. In: onkopedia.de. Stand: 07.04.2020.
  • Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation (2020): Drohende Coronavirus‐Infektionen in Deutschland und Maßnahmen zur Infektionsvermeidung. Stand: 07.04.2020.
  • Zhen Li u. a. (2020): Caution on Kidney Dysfunctions of COVID-19 Patients. In: The Lancet.
  • Constantine I. Vardavas und Katerina Nikitara (2020): COVID-19 and smoking: A systematic review of the evidence. In: Tobacco Induced Diseases 18/1.
  • Hamping Wang, Li Zhang (2020): Risk of Covid-19 for patients with cancer. In: The Lancet Oncology 21/4: S. 181.
  • Ying-Yeng Zheng u. a. (2020): COVID-19 and the cardiovascular system. In: Nature Reviews Cardiology.
  • Fei Zhou u. a. (2020): Clinical course and risk factors for mortality of adult in patients with COVID-19 in Wuhan, China: a retrospective cohort study. In: The Lancet 395/10229: S. 1054–1062.
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4 Antworten
  • Die Risikogruppen des Coronavirus: Lungen- und Herzpatienten gefährdet!
    10.04.2020 22:45

    […] …zeigen, dass auch Menschen, die an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus leiden, gefährdet sind. Deshalb empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), während der Infektionsphase besonders auf die Zuckereinstellung zu achten.Denn bei… Quelle:www.doktorweigl.de Veröffentlicht am: 2020-04-10 17:18:41 Hier geht es zum vollständigen Artikel […]

  • […] symptom-free infections can also be assessed with the findings. Also potential risk factors for you severe course of the disease can stand out. Planning and implementation are carried out in cooperation with the team led by […]

  • No Title
    17.04.2020 07:13

    […] ……zeigen, dass auch Menschen, die an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus leiden, gefährdet sind. Deshalb empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), während der Infektionsphase besonders auf die Zuckereinstellung zu achten.Denn bei…… Quelle:www.doktorweigl.de Veröffentlicht am: 2020-04-10 22:45:24 Hier geht es zum vollständigen Artikel […]

  • No Title
    20.04.2020 00:39

    […] ………zeigen, dass auch Menschen, die an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus leiden, gefährdet sind. Deshalb empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), während der Infektionsphase besonders auf die Zuckereinstellung zu achten.Denn bei……… Quelle:www.doktorweigl.de Veröffentlicht am: 2020-04-17 07:13:10 Hier geht es zum vollständigen Artikel […]

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