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Corona – Fakten, Fragen, Zahlen, Neuigkeiten

Wollen Sie auf dem neuesten Stand bleiben, was die täglichen Entwicklungen in Bezug auf das Corona-Virus angeht? Wir fassen hier jeden Tag die wichtigsten Meldungen aus medizinischer Perspektive zusammen – damit Sie auf dem Laufenden bleiben und keine Nachricht an Ihnen vorbeigeht!

Außerdem finden Sie weiter unten alles, was Sie zum Thema Corona allgemein wissen müssen und auch eine Rubrik, in der Doktor Weigl sich den häufigsten Fragen zum Thema „Corona“ widmet.

Im Kommentarbereich unter dem Artikel können Sie weitere Fragen stellen oder aber von Ihren Erfahrungen berichten und sich mit anderen austauschen.

Wichtige Nachrichten zu Corona im zeitlichen Verlauf

03.04.2020 – Neurologische Symptome durch Coronavirus?

Schon vor Wochen wurde von Geschmacks- und Riechstörungen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 berichtet. Aus einer chinesischen Fallserie geht jetzt hervor, dass Covid-19 mit schweren neurologischen Beschwerden einhergehen kann – etwa jeder dritte Patient ist der Studie zufolge betroffen.

Dass eine durch einen Virus verursachte Erkrankung der Atemwege mit neurologischen Symptomen einhergehen kann, ist nicht neu – eine Influenza, also eine ‚echte‘ Grippe, kündigt sich meist zuallererst durch Kopfschmerzen an. Und auch bei Infektionen mit anderen Coronaviren waren in der Vergangenheit bereits neurologische Beschwerden zu beobachten. Beim Erreger SARS-CoV-1 ist bspw. in Experimenten belegt worden, dass das Virus über die Riechnerven ins Gehirn vordringen kann.

Womit wir dann auch schon wieder den Bogen zum aktuellen Erreger und den berichteten Riechstörungen schlagen können. Für SARS-CoV-2 gibt es allerdings bisher keine Belege für eine Infektion des Gehirns.

In der jetzt unternommenen chinesischen Studie wurden die Daten von 214 behandelten Covid-19-Patienten ausgewertet. Mehr als ein Drittel (36,4 %) der Patienten wies neurologische Symptome auf – die häufigsten Beschwerden waren Schwindel und Kopfschmerzen, einige Patienten hatten Riech- oder Geschmacksstörungen.

Interessant: Je schwerer die allgemeinen Symptome von Covid-19 bei den Patienten waren, desto eher entwickelten sie auch neurologische Beschwerden.

Quelle: Ling Mao u. a. (2020): Neurological Manifestations of Hospitalized Patients with COVID-19 in Wuhan, China: a retrospective case series study. In: medrxiv.org.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
79.696+ 6.1741.017
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 03.04.2020.

02.04.2020 – Wirksamkeit von Hydroxy-Chloroquin in weiterer Studie bestätigt?

Am 19.3. hatten wir darüber berichtet, dass das Malaria-Medikament Hydroxy-Chloroquin sich womöglich dazu eignet, gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 eingesetzt zu werden. Französische Mediziner hatten in diesem Zusammenhang bereits über Heilversuche mit Erfolg berichtet. Nun gibt es eine weitere Studie, die den Nutzen des Wirkstoffs bei der Behandlung von Covid-19 untersucht, dieses Mal aus China.

Am Renmin Hospital in Wuhan wurde eine kleine Studie mit Vergleichsgruppe durchgeführt: Insgesamt 62 Patienten mit festgestellter Covid-19-Erkrankung wurden per Zufall auf zwei Gruppen aufgeteilt. Eine der Gruppen erhielt zusätzlich zur normalen Behandlung Hydroxy-Chloroquin. Alle Patienten hatten eine im CT bestätige Lungenentzündung, sie waren durchschnittlich 47 Jahre alt und hatten keine Vorerkrankungen wie etwa Schäden am Auge, Herzrhythmusstörungen oder Schäden an Niere oder Leber – denn diese könnten in Kombination mit Hydroxy-Chloroquin zu Komplikationen führen.

Im Ergebnis nahmen die Symptome Fieber und Husten in der Gruppe mit Hydroxy-Chloroquin schneller ab, bei keinem verschlechterte sich der Zustand (bei vier Patienten in der Kontrollgruppe schon). Außerdem wurden die Patienten mit Hydroxy-Chloroquin ihre Lungenentzündung schneller los. Wichtig: Die Studien wurden mit Patienten durchgeführt, die eine leichte Verlaufsform von Covid-19 hatten. Sollte das Medikament also eine Empfehlung erhalten, würde direkt eine große Personengruppe davon profitieren. Das hat dann aber gleichzeitig womöglich auch Versorgungsengpässe zur Folge, da die Produktion von Chloroquin erst vor Kurzem wieder aufgenommen wurde – denn aufgrund zahlreicher Resistenzen wird der Wirkstoff kaum noch zur Behandlung von Malaria eingesetzt.

Quelle: Zhaowei Chen u. a. (2020): Efficacy of hydroxychloroquine in patients with COVID-19: results of a randomized clinical trial. In: medrxiv.org.

Mehr zu Medikamenten bei Coronavirus finden Sie in Dr. Dr. Tobias Weigls Video zum Thema. Darin geht er auf z. T. gefährliche Mythen und Falschaussagen ein und beleuchtet außerdem die diesbezüglichen Forschungsansätze.

Endlich Medikamente gegen Corona? Falschaussagen & aktuelle Forschungen zu den Coronamedikamenten

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
73.522+ 6.156872
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 02.04.2020.

01.04.2020 – Helfen CT-Aufnahmen bei der Diagnose des Coronavirus?

Der Nutzen von Computertomographien in der Medizin ist unumstritten. Neu ist aber, dass diese Geräte möglicherweise noch vor dem Eintreten von Symptomen Hinweise auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bieten können. Das frühzeitige Erkennen der Erkrankung stellt Mediziner bisher vor große Probleme, denn in vielen Fällen sind die Symptome so mild ausgeprägt, dass Infizierte eine Erkrankung nicht bemerken.

In einer chinesischen Studie konnte jetzt erstmals nachgewiesen werden, dass auch an asymptomatischen Patienten Spuren des Coronavirus SARS-CoV-2 auffindbar sind. So zeigten sich im Computertomographen sogenannte Milchglasinfiltrate und Läsionen im rechten Lungenflügel des ansonsten nicht erkennbar kranken Mannes. Im weiteren Verlauf der Behandlung stellten sich keine weiteren Symptome ein, der Patient klagte lediglich über eine leichte Kurzatmigkeit nach leichter Belastung.

Die CT-Bilder zeigten allerdings über mehrere Tage eine Entwicklung und Belastung der Lunge infolge der Infektion:

  • Tag 1 (nach der Aufnahmen im Krankenhaus): Milchglasinfiltrate im rechten Lungenflügel
  • Tag 3: vergrößerte Läsion im rechten Lungenflügel
  • Tag 6: vermehrtes Auftreten der Läsionen, Dichte und Größe steigend
  • Tag 9: Läsionen in beiden Lungenflügeln und kleinformatige Pleuraergüsse (überschüssige Flüssigkeit in der Pleurahöhle)
  • Tag 11: erstmals wahrgenommene Kurzatmigkeit

Ein positiver Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 ist das einzige Anzeichen für eine Erkrankung dieses Mannes. Diese Tests sind aktuell aber nur bei bestehenden Symptomen angezeigt. Dieser Patient hätte das Virus unwissentlich weiterverbreiten können, ohne jemals selbst zu wissen, dass er erkrankt ist.

Falls sich das Ergebnis der Studie in größerem Maßstab ebenfalls bestätigt, könnten CT-Aufnahmen für die Diagnose asymptomatischer Patienten in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Quelle: Chen Lin u. a. (2020): Asymptomatic novel coronavirus pneumonia patient outside Wuhan: The value of CT images in the course of the disease. In: Clinical Imaging. 63/6: S. 7–9.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
67.366+ 5.453732
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 01.04.2020.

31.03.2020 – Serumtherapie zur Behandlung von Covid-19?

Bei einer Serumtherapie erhalten Patienten das Plasma von Personen, die sich von einer Erkrankung schon wieder erholt haben – man spricht dann von rekonvaleszenten Personen. In einem kleinen Versuch wurde dies jetzt in China bei Covid-19-Patienten gemacht. Die fünf Patienten erhielten je 400 ml Blutplasma. Sie waren in einem Alter von 36–65 Jahren und galten als schwer erkrankt. Sie befanden sich bereits 10–22 Tage in klinischer Behandlung und hatten in diesem Zeitraum verschiedene Medikamente gegen Viren und Entzündungen bekommen – zu einer Besserung kam es dadurch nicht. Jeder der Patienten wurde mechanisch beatmet, bei einem Patienten war sogar eine ECMO notwendig. Dabei wird das Blut von Patienten außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und dem arteriellen Gefäßsystem System dann wieder zugeführt.

Das Plasma war noch am gleichen Tag aus dem Blut rekonvaleszenter Patienten gewonnen worden. Die Spender waren allesamt bereits 10 oder mehr Tage von Covid-19 genesen und in ihrem Blut konnte eine hohe Konzentration Antikörper nachgewiesen werden, die in Tests im Labor das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 neutralisierten.

Das Fieber verschwand bei 4 von 5 Behandelten innerhalb von 3 Tagen nach der Behandlung und wich einer normalen Körpertemperatur. Ebenso verbesserten sich Organ- und Lungenfunktion. Die Viruslast nahm bei allen Patienten ab. Spätestens an Tag 12 nach der Behandlung waren alle Patienten frei von Viren. Im Anschluss wurden noch die Antikörper-Konzentrationen der Patienten gemessen und es konnte festgestellt werden, dass diese ausreichen müssten, um das Virus zu neutralisieren.

Laut dem Deutschen Ärzteblatt sind vergleichbare Verfahren auch in Deutschland und in den USA geplant. Die Arzneimittelbehörde der USA (kurz: FDA) hat den Einsatz bereits abgesegnet, in Deutschland ist dieses Vorgehen an der Medizinischen Hochschule Hannover geplant.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
61.913+ 4.615583
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 31.03.2020.

30.03.2020 – Was wäre wenn? – Corona ohne Gegenmaßnahmen

Eine letzte Woche veröffentlichte Studie zeigt auf, wie viele Tote die Pandemie mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in diesem Jahr gefordert hätte. Forscher vom Imperial College of London haben in einem mathematischen Modell verschiedene Szenarien durchgespielt – dem schlimmsten Szenario zufolge hätte sich dieses Jahr ohne Maßnahmen etwa 7 Milliarden Menschen mit dem Virus infiziert. Umso wichtiger sei es, die Ausbreitung des Virus so früh wie möglich einzudämmen und so die jeweiligen Gesundheitssysteme zu entlasten. Grundlegend formulieren die Forscher drei essentielle Aspekte, die dabei helfen, die Ausbreitung zu bremsen:

  • Infizierte isolieren
  • Tests
  • Social Distancing

Gerade die Ausweitung von Testungen könne wie in Südkorea – wo massenhaft getestet wurde – laut dem Deutschen Ärzteblatt dazu führen, „die Zahl der Neuinfektionen auf ein Minimum zu drücken“. Allerdings ist nicht klar, ob und inwiefern derlei umfassende Testungen in Deutschland möglich sind, da in Südkorea u. a. Telefondaten ausgelesen worden sind, um Kontaktketten zu verfolgen – hierzulande ist dies nicht umsetzbar. Außerdem könnten die hiesigen Kapazitäten in puncto Personal und Labor nicht ausreichen.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
57.298+ 4.751455
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 30.03.2020.

27.03.2020 – Mathematiker sehen 2. Erkrankungswelle voraus

Gestern haben wir davon berichtet, dass hierzulande ein Forschungsnetzwerk zur besseren Bekämpfung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 eingerichtet wurde. In der gestrigen Erklärung zum Thema hieß es u. a., dass auch nicht in der Medizin tätige Wissenschaftler dann ihren Teil zur Corona-Bekämpfung beitragen können. Wie genau das geht, konnte jetzt in Wuhan veranschaulicht werden.

In einer vorgestern erschienenen Studie haben britische Mathematiker ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass es in Wuhan zum Sommer hin zu einer 2. Erkrankungswelle kommen könnte. Der Hintergrund: Über die vergangenen Tage hinweg haben chinesische Behörden damit angefangen, nach und nach die Beschränkungen für soziale Kontakte in Wuhan aufzuheben. Forscher bewerten die bisher ergriffenen „drastischen Maßnahmen“, so heißt es dazu im Deutschen Ärzteblatt, als wesentlichen Beitrag zum Abflauen der Epidemie ohne Bekanntgabe neuer Fälle innerhalb der letzten Tage.

Diesbezüglich haben Mathematiker Modellrechnungen angestellt, um den weiteren Epidemieverlauf zu bestimmen. Sie schlussfolgern, dass es gegen Juni zu einer weiteren Erkrankungswelle kommen wird, sofern alle geplanten Lockerungen in Wuhan wie gehabt umgesetzt werden. Demgegenüber stehen Kalkulationen, die eine Lockerung der Maßnahmen erst für April vorsehen, also einen Monat später. Würde dies geschehen, so käme es den Mathematikern zufolge erst im August zu einer erneuten Erkrankung, mit einem Gipfel im Oktober. In der Summe ließe sich so aber die Zahl der gesamten Infektionen bis Jahresende um etwa 24 % senken.

Man muss aber auch anmerken, dass klimatische Einflüsse sowie die Anzahl Testungen nicht mit in die Berechnungen einflossen. Ob eine erneute Welle eintritt, könnte unter Umständen auch von Luftfeuchtigkeit sowie Temperatur abhängen.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
42.288+ 5.780253
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 27.03.2020.

26.03.2020 – Revolution Forschungsnetzwerk?

Die Meldung des Tages: Zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 wollen sich die deutschen Universitätskliniken jetzt zusammen tun und streben eine engere Vernetzung an. Das Forschungsnetzwerk unter der Schirmherrschaft der Berliner Charité wurde heute Vormittag vorgestellt und wird vom Bundesforschungsministerium (kurz: BMBF) mit 150 Millionen Euro beim Aufbau unterstützt.

Ziel des Netzwerks: Laut Pressemitteilung des BMBF gehe es hierbei darum, „die Forschungsaktivitäten der deutschen Universitätsmedizin zur Bewältigung der aktuellen Pandemie-Krise zu bündeln und zu stärken“. Dazu sollen die Daten der „Corona-Patienten“ der einzelnen Unikliniken und anderer Krankenhäuser in einer einzigen Datenbank zusammengeführt werden. Auf diese haben dann auch nicht in der medizinischen Forschung tätige Wissenschaftler Zugriff. Durch ihre Forschung sollen sie dann die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten „unterstützend flankieren“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Die Unternehmung fußt auf dem Prinzip, dass die Forscher voneinander lernen. An den jeweiligen Standorten in Deutschland hätten die Unikliniken jede eine Strategie entwickelt, wie mit der derzeitigen Situation verfahren würde, so Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité Berlin. Oft stoße man in Gesprächen zwischen Mitarbeitern unterschiedlicher Kliniken dabei auf Modelle zur Problembewältigung, die seien „so clever, da hätte man auch irgendwie selber drauf kommen können“, so Kroemer weiter.

Letztlich geht es hier also darum, durch die engere Vernetzung zwischen den Kliniken eine bestmögliche Strategie im Kampf gegen das Coronavirus zu entwickeln. Man könnte an dieser Stelle vorsichtig den Begriff „Revolution“ mit ins Spiel bringen, denn ein gemeinsames Vorgehen dieser Art hat es in Deutschland bisher noch nicht gegeben.

Was genau ist geplant?

Im Rahmen der vorgestellten Initiative will man Maßnahmenpläne sowie Diagnose- und Behandlungsstrategien von im Idealfall allen Unikliniken zusammenführen und auswerten. Das BMBF betrachtet die aktuelle Pandemie mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 als „Herausforderung, wie wir sie bislang nicht kannten“. Daher bestehe das Ziel jetzt vor allem darin, „voneinander und miteinander zu lernen“.

Dies soll dann wiederum dazu dienen, dass in Kliniken Prozesse und Strukturen etabliert werden, mit denen eine bestmögliche Versorgung von Covid-19-Patienten gewährleistet wird. Die zusammengeführten Daten sollen es Wissenschaftlern aus nicht-medizinischen Berufen indes ermöglichen, ihrerseits Erkenntnisse beizusteuern, die dann beim Management der Pandemie, der individuellen Therapie sowie auch bei der Impfstoff-Entwicklung helfen sollen.

Für die Abstimmung zwischen Medizin und Politik wurde eine Nationale Task Force eingerichtet, an der auch die Bundesregierung sowie andere wissenschaftliche Netzwerke beteiligt sind.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
36.508+ 4.954198
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 26.03.2020.

25.03.2020 – Antikörper-Test wahrscheinlich?

Schon vor etwa einer Woche hat das Deutsche Ärzteblatt darüber berichtet, dass sich mit dem sogenannten ELISA-Test ein Verfahren aufgetan hat, mit dem die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 möglicherweise zuverlässig bestimmt werden kann. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Antikörpertest.

Bisher werden Tests mithilfe der sogenannten Polymerasekettenreaktion (kurz: PCR) durchgeführt – und damit können nur aktive Infektionen nachgewiesen werden (mehr dazu auch in unserem heutigen Beitrag auf Instagram). Interessant ist aber v. a., dass alle Infizierten – auch wenn sie nicht tatsächlich erkranken bzw. die Erkrankung aufgrund eines beinahe symptomlosen Verlaufs nicht bemerkt wird – dennoch neutralisierende Antikörper bilden. So tragen sie auf Dauer mit zum Abflauen der Ausbreitung bei. Was bedeutet das konkret für unsere Gesellschaft und unser Gesundheitssystem?

Mit einem solchen Test ließe sich der Immunstatus der Bevölkerung bestimmen, was wiederum direkten Einfluss auf öffentliche Einrichtung sowie die Arbeit in solchen haben kann. So könnten bspw. Ärzte oder Pflegepersonal mit Antikörpern gezielt die Behandlung von Covid-19-Patienten übernehmen oder gar Schulen wieder öffnen.

Ein solcher Antikörpertest wurde laut Virologe Christian Drosten jetzt auch in Deutschland getestet und man könne dem Hersteller nach ausreichender Begutachtung durch Experten nun den Auftrag erteilen, den Test zu produzieren.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
31.554+ 4.118149
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 25.03.2020.

24.03.2020 – Erst Malaria-Medikament, jetzt Tuberkulose-Impfstoff?

Aktuell wird diskutiert, inwiefern Impfstoffe gegen Tuberkulose dabei helfen können, vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu schützen. Eine lang umstrittene Hypothese unter Wissenschaftlern: Eine Impfung mit Lebendviren führt zu einer unspezifischen Aktivierung des Immunsystems und Geimpfte sind so auch vor anderen Erkrankungen geschützt.

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet heute davon, dass in den Niederlanden, England und Australien Studien geplant sind, die diesen Umstand weiter erproben wollen, und zwar in Hinblick auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Auch in Deutschland soll ein neu entwickelter Impfstoff des Max-Planck-Instituts (MPI) getestet werden.

Hintergrund dieser Studien ist, dass schon in den 1980er Jahren in Afrika etwaige Effekte beobachtet worden sind. Forscher haben festgestellt, dass Kinder mit Masernimpfung auch in Jahren ohne Masernepidemie weniger krank wurden als ungeimpfte Kinder. Die Hypothese gilt zwar noch immer als umstritten, wird von der Weltgesundheitsorganisation aber mittlerweile als „plausibel“ eingestuft. Bekräftigt wird die These weiter durch später veröffentlichte Studien. Kinder, die mit BCG (Tuberkulose-Impfstoff mit abgeschwächtem Erreger) geimpft worden sind, wiesen in einer Analyse der Universität Bristol z. B. ein 30 % geringeres Sterberisiko auf.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
27.436+ 4.764114
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 24.03.2020.

23.03.2020 – Welche Wirkung haben Masken denn nun?

Vergangene Woche wurde die Stellungnahme eines Experten in der Fachzeitschrift The Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht. Darin ging es um den Einsatz von Gesichtsmasken im Rahmen der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie. Wir müssen festhalten, dass diese Masken – wenn Sie von „normalen“ Personen getragen werden – weniger einen Effekt auf den Selbstschutz denn auf den Schutz anderer Personen haben. Es würde also mehr bringen, als Kranker eine solche Maske zu tragen denn als Gesunder zu seinem eigenen Schutz. Den Grund dafür benennt Virologe Christian Drosten auch im heutigen NDR-Podcast zum Thema: Die Maske muss an der Quelle, nicht am Empfänger sitzen. Denn beim Empfänger können dadurch, dass sich das Aerosol – also die Schwebeteilchen in der Luft nach bspw. Niesen oder Husten – immer weiter verfeinert, auch Viren über etwa seitliche Lücken an der Maske eindringen und eine Infektion auslösen.

Übrigens: Sofern es die Beschaffenheit einer Stoffmaske zulässt, kann diese bei 70°C im Ofen oder bei 60°C in der Wäsche sterilisiert und entsprechend wieder verwendet werden.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
22.672+ 4.06286
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 23.03.2020.

20.3.2020 – Keine Übertragbarkeit nach Infektion?

Im heutigen NDR-Podcast mit Virologe Christian Drosten wurden drei wesentliche Punkte angesprochen.

Zunächst ging es um die Frage der Ansteckungsgefahr für andere, wenn Covid-19 bereits überstanden wurde. Ist man als immune Person automatisch auch kein Überträger mehr? Wir müssen davon ausgehen, dass das Virus sich nach überstandener Infektion nicht mehr in ausreichendem Maße vermehrt, schätzt Drosten. Und wenn das Virus sich nicht mehr um ein Vielfaches vermehrt, kann es auch keine entsprechend infektiöse Konzentration mehr in den Flüssigkeiten erreichen, die wir aushusten. Wir wären dann keine potenziellen Überträger mehr.

Überdies wurde auch die tatsächliche Wirksamkeit einer vielleicht bald möglichen Ausgangssperre angesprochen. Aktuell gibt es diesbezüglich nämlich keine wissenschaftlich belastbare Aussage. Wir wissen also nicht, inwiefern sich eine Ausgangssperre auf den pandemischen Verlauf auswirken würde. Laut Drosten müssten jetzt Experten ausgemacht werden, die entsprechende Daten beschaffen können, sodass man dann schauen kann, wie sich eine Ausgangssperre zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen auswirkt.

Der letzte angesprochene Punkt dreht sich um das Virus und seine Beständigkeit unter erhöhten Temperaturen. Letztlich sei es so, dass sich ein endemisches Virus (bspw. Influenza, die ‚echte‘ Grippe) im Sommer eher schwer tut. Faktoren wie Trockenheit, UV-Strahlung und erhöhte Temperatur wirken sich nicht förderlich auf die Virus-Übertragung aus. Das könnte auch ein pandemisches Virus wie das neuartige Coronavirus-SARS-CoV-2 hat – womöglich hat der Sommer daher einen – wenngleich kleinen – bremsenden Effekt auf die Ausbreitung.

19.3.2020 – Malaria-Medikament gegen Corona?

Schon am 18.3. berichtete das Deutsche Ärzteblatt darüber, dass das Malaria-Medikament Chloroquin in Zellkulturen dafür sorgen konnte, dass sich SARS-CoV-2, also das „Coronavirus“, nicht mehr so stark vermehrte. Vor diesem Hintergrund sind jetzt Placebo-kontrollierte Studien eingeleitet worden, in denen der Wirkstoff getestet wird, u. a. in Spanien und auch in Deutschland (Tübingen). Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin in Tübingen, gab bekannt, dass das Medikament in der kommenden Woche an einer „moderat an Covid-19 erkrankten Testgruppe“ erprobt werden solle.

In China und Italien sind Patienten bereits mit dem Medikament behandelt worden – allerdings könne man heute noch nicht sagen, inwiefern es wirklich Chloroquin war, das den Patienten letztlich geholfen hat, da sie viele verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig verabreicht bekommen haben. Bundesgesundheitsminister Spahn hat nichtsdestoweniger bereits „größere Mengen Chloroquin“ bei Pharmakonzern Bayer reserviert.

Es gibt Studien, die unterstreichen, dass mehr Forschung notwendig sei, um den Einsatz von Chloroquin beim aktuellen SARS-CoV-2 zu rechtfertigen. Ergebnisse aus aktuellen Studien aus China oder Frankreich seien dafür laut Virologe Christian Drosten bisher nicht ausreichend. Nichtsdestoweniger kam heute auch die Meldung, dass die USA den Einsatz des Medikaments abgesegnet haben, es soll bald ausgegeben werden.

18.3.2020 – Impfstoff wahrscheinlich nicht vor Frühjahr 2021

„Wir sind am Anfang einer Epidemie, die noch viele Wochen und Monate in unserem Land unterwegs sein wird“, erklärt Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, am Vormittag in einer Pressekonferenz.

Eine wesentliche Nachricht ist der Zeitpunkt für die Bereitstellung eines Impfstoffs. Im Diskurs der Forscher, die sich mit dem Coronavirus befassen, wurden immer wieder Stimmen laut, die fordern, dass bürokratische Hürden umgangen bzw. herabgesetzt werden, sodass ein entwickelter Impfstoff schneller Anwendung finden kann. Wieler bremst auf Nachfrage eine möglicherweise bereits aufkeimende Euphorie. Als realistischen Zeitraum für die Bereitstellung sowie Anwendung eines Impfstoffs schätzt er das Frühjahr 2021 ein und betont, dass alles, was bürokratisch möglich ist, auch gemacht wird. Allerdings seien Studien und Testverfahren aufgrund eines ausreichenden Sicherheitsprofils schlicht nicht abzukürzen, denn auch Impfstoffe könnten Nebenwirkungen verursachen. Wieler resümiert in diesem Kontext: „Jeder wird genauso glücklich sein wie ich, wenn es den Impfstoff früher gibt.“

Er unterstreicht aber, dass alle beteiligten Institutionen mit Hochdruck daran arbeiten, die bestmögliche Lösung für die akute Problematik zu erarbeiten, ohne dass es für den Menschen zusätzlich gesundheitsgefährdend wird.

17.3.2020 – Immunität nach Infektion wahrscheinlich

Ist das die Meldung des Tages? Eine neue Studie scheint beinahe zu bestätigen, was in Forschungskreisen schon als erwartbar galt, durch Berichte aus China und Japan aber vorerst gebremst wurde – es ist gut möglich, dass einmal an Covid-19 Erkrankte im Anschluss an die Infektion immun sind und sich nicht wieder anstecken können. Diese Vermutung wird durch eine Analyse chinesischer Forscher weiter unterstützt.

In ihren Untersuchungen haben die Forscher Rhesus-Affen mit „Corona“ infiziert. Diese Affen sind stark mit dem Menschen verwandt und weisen bei Krankheitsbildern einen ähnlichen Verlauf auf wie der Mensch. Nachdem man 4 Affen infiziert hatte, töteten die Forscher nach kurzer Zeit ein Tier und sezierten es, um herauszufinden, ob das Virus die gleiche Erscheinung wie beim Menschen hat. Dies war (größtenteils) der Fall. Bei den anderen 3 Affen wartete man dann die vollkommene Ausheilung ab und infizierte sie nach 28 Tagen erneut – allerdings mit einer weitaus größeren Menge infektiöser Einheiten als für eine Infektion eigentlich nötig.

Aber: Keines der Tiere steckte sich erneut an. Man erwartet entsprechend jetzt noch mehr ähnliche Beobachtungen beim Menschen. Forscher wie z. B. Virologe Christian Drosten sind der Ansicht, dass wir nach einer Ansteckung zumindest für die Zeit der Pandemie (und auch einige Zeit darüber hinaus) immun sein werden und uns nicht noch einmal anstecken können.

In einem nächsten Schritt müsste jetzt ebendies ergründet werden, z. B. durch (Beobachtungs-)Studien, in denen danach geschaut wird, wie häufig gesundete Personen mit Antikörpern im Vergleich zu noch nicht Infizierten ohne Antikörper an Covid-19 erkranken.

Corona – Fakten

Übertragungsweg

Das Virus SARS-CoV-2 überträgt sich hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion. Virus-haltige Tröpfchen gelangen durch bspw. Niesen oder Husten in die Luft, verbleiben dort etwa 20 Minuten, bis sie den Boden erreichen und können so in die Schleimhäute unserer Atemwege gelangen.

Möglich, aber unwahrscheinlich, ist eine sogenannte Schmierinfektion mit Corona. Das ist aber nichtsdestoweniger kein Grund, auf eine ordentliche Handhygiene zu verzichten oder unnötig Körperkontakt zu anderen Menschen zu suchen. Denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung hier geringer ist, können Erreger so trotzdem in die Schleimhäute von Nase oder Mund gelangen. Auch eine Ansteckung über die Augenbindehaut ist denkbar, wenngleich nicht sonderlich wahrscheinlich.

Außerdem diskutiert wird die Möglichkeit einer Infektion über Stuhl – in Proben Betroffener konnte man auch dort Viren finden. Andere Untersuchungen haben keine vermehrungsfähigen Viren nachweisen können.

Krankheitsverlauf

Infektion mit SARS-CoV-2 verlaufen eher unspezifisch. Das heißt, dass die Verläufe stark variieren, auch in Bezug auf die Beschwerden sowie ihre Schwere. Einige Fälle verlaufen symptomlos, die meisten Fälle verlaufen mild und andernorts kommt es zu starken Lungenentzündungen.

Allgemeine Aussagen über einen typischen Krankheitsverlauf lassen sich nicht treffen. Basierend auf den aktuell zur Verfügung stehenden Daten aus China sind die häufigsten Symptome aber Fieber und (trockener) Husten. Etwa 80 % der Fälle verlaufen mild, also ohne Atemnot, mit ausreichender Sauerstoffsättigung und ohne Lungeninfiltrate, die mehr als die Hälfte der Lunge betreffen. Lungeninfiltrate sind Verdichtungen des Lungengewebes, die z. B. durch Flüssigkeitseintritt infolge von Entzündungen entstehen. 14 % der chinesischen Fälle verliefen schwer, inkl. Atemnot, herabgesetzter Sauerstoffsättigung und auch Lungeninfiltraten, die mehr als die Hälfte der Lunge betrafen. Als kritisch bzw. gar lebensbedrohlich galten die restlichen 6 % der Fälle. Dort kam es u. a. zu Lungenversagen, septischen Schocks und mehrfachem Organversagen.

Weitet man die Beobachtungen auf Gebiete außerhalb Chinas aus, liegt der Anteil milder Verläufe bei Corona oberhalb von 80 %.

Symptom„normale“ Erkältung‚echte‘ Grippe (Influenza)„Coronavirus“ (Covid-19)
Hustenweniger häufighäufig (trocken)häufig
Niesenhäufig
Fieberseltenhäufighäufig
Schnupfenhäufigmanchmalselten
Halsschmerzenhäufigmanchmalmanchmal
Kopfschmerzenseltenhäufigmanchmal
Gliederschmerzenhäufighäufigmanchmal
Durchfallmanchmal (Kinder)selten
Kurzatmigkeitmanchmal
Müdigkeitmanchmalhäufigmanchmal
Angelehnt an: SPON 13.03.2020

Die in der Tabelle angegebenen Beschwerden basieren v. a. auf Erkenntnissen aus China. Für Deutschland ist die Datenlage noch begrenzt. Allerdings gelten auch hier als häufigste Symptome Husten & Fieber, aber auch Schnupfen wurde häufig beobachtet.

Wollen Sie sich weiter über die klassische Erkältung oder die ‚echte‘ Grippe informieren und die Unterschiede zu Corona kennenlernen? Dazu können Sie einen der folgenden Artikel lesen:

Dr. Dr. Tobias Weigl hat sich auch in einer Video-Reihe mit der Erkältung auseinandergesetzt und sie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Erkältung schnell loswerden ✅ Tipps bei grippalen Infekt 😷 Husten & Schnupfen erklärt & loswerden

Ansteckungsgefahr und Zeit bis zum Erkrankungsbeginn

Basierend auf den bisher zur Verfügung stehenden Daten liegt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung, die sogenannte Inkubationszeit, im Durchschnitt bei etwa 5–6 Tagen. Es sind aber auch Fälle bekannt, bei denen es länger oder auch kürzer gedauert hat, sodass die Spannweite insgesamt bei 1–14 Tagen liegt.

Die Ansteckungsdauer wurde in einer Studie an neun Patienten mit Coronavirus getestet. Es wurden Proben aus dem Rachen und dem Auswurf (sog. ‚Sputum‘) der Patienten genommen und untersucht. Die Abstriche des Rachens enthielten bis zum vierten Tag nach Beginn der Symptome vermehrungsfähige Viren, im Auswurf fanden sich diese Viren bis zum achten Tag.

Risikogruppen

Zur Risikogruppe gehören alle Personen(-Gruppen), die Gefahr laufen, einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Dazu zählen:

  • Personen im Alter ab 50–60 Jahren
  • Personen mit Vorerkrankung
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Diabetes
    • Atemwegserkrankungen
    • Lebererkrankungen
    • Nierenerkrankungen
    • Krebs
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem (bspw. bei Therapie mit Cortison)

Interessant: Schwangere und Kinder scheinen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Corona zu haben. Vielmehr hat es den Anschein, dass Kinder weitaus weniger ausgeprägte Beschwerden an den Tag legen als Erwachsene. Überdies gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass sich das Virus bzw. die Erkrankung auf das Kind im Mutterleib überträgt.

Doktor Weigl beantwortet häufige Fragen zu Corona

Gibt es eine Impfung gegen Corona?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein. Allerdings können Sie sich sicher sein, dass man global intensiv mit Forschungen an einem ebensolchen Impfstoff beschäftigt ist. Derzeit ist allerdings noch nicht abzusehen, wann ein Impfstoff entwickelt und letztlich auch zugelassen sein wird. Das Thema Impfung hat auch Virologe Christian Drosten gegenüber dem NDR angesprochen.

Es gebe bei der Entwicklung eines Impfstoffs zwei Optionen für ein Endprodukt. Zum einen ist es möglich, einen passiven Impfstoff zu entwickeln. Dieser wird mithilfe von Antikörpern bereits gesundeter Patienten entwickelt, deren Plasma entsprechend präpariert wird, um Antikörper anzureichern. Diese werden dann als Impfung gespritzt.

Zum anderen besteht aber auch die Option, auf sogenannte monoklonale Antikörper zu setzen. Hier wird die neutralisierende Wirkung der Antikörper in den Vordergrund gestellt und es werden im Labor nur bestimmte Zellen vermehrt, die genau dafür zuständig sind, das Virus anzugehen. Es gebe eine Studie über das alte SARS-Coronavirus, aus der sich Ergebnisse möglicherweise auf das SARS-CoV-2 (also das neuartige Virus) übertragen ließen.

Letztlich kann es aber auch trotz solch guter Neuigkeiten dauern, bis ein Impfstoff entwickelt und auch allgemein anwendbar ist. Grund dafür ist nicht nur die Entwicklung des Stoffs an sich – auch regulatorische Prozesse verlangsamen hier ggf. eine zeitnahe Umsetzung.

Soll ich mich jetzt gegen Pneumokokken impfen lassen?

Dr. Dr. T. Weigl
Das ist per se keine schlechte Idee – allerdings sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass diese Impfung keinen Schutz gegen das Coronavirus darstellt. Aber hier kommen wir zum Punkt „soziale Verantwortung“. Denn Infektionen mit Pneumokokken können eine Lungenentzündung oder eine Sepsis verursachen, demnach eine intensivmedizinische Behandlung erfordern und entsprechend Betten blockieren. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt auch unabhängig vom Coronavirus seit jeher bestimmten Personengruppen mit erhöhtem Risiko für eine solche Infektion eine Pneumokokken-Impfung. Dazu zählen:

  • Säuglinge und Kinder bis 2 Jahre
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem
  • Senioren ab einem Alter von 70 Jahren
  • Personen mit bestehenden Atemwegserkrankungen (bspw. COPD, Asthma)

Mit einer solchen Impfung kann ggf. auch sogenannten bakteriellen Superinfektionen vorgebeugt werden, die sich im Rahmen des Coronavirus ergeben können und u. a. Lungenentzündungen auslösen.

Wie läuft eine Testung auf das Coronavirus ab?

Dr. Dr. T. Weigl

  1. Für die Diagnostik wird in den meisten Fällen ein Nasenabstrich und/oder ein Rachenabstrich benötigt. Sollte die Infektion schon länger bestehen, sind bspw. Sekret der Luftröhre, Auswurf oder Spülflüssigkeit der Bronchien als Testmaterial zu bevorzugen. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, das Virus auch tatsächlich nachzuweisen.
  2. Der Abstrich wird mit einem speziellen ‚Wattestäbchen‘ entnommen. Es wird anschließend in ein Röhrchen gesteckt, beschriftet, noch weiter verpackt und in das zuständige Labor versandt.
  3. Die Testung basiert auf dem direkten Nachweis des Virus. Dazu wird eine bestimmte Labormethode, die sog. Real-Time RT-PCR, angewandt. Dahinter versteckt sich der komplizierte Name ‚Real-Time Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion‘. Die Real-Time RT-PCR dient der Vervielfältigung des Virus-Erbguts. Dadurch ist es möglich, selbst bei kleinen Virusmengen ein positives Testergebnis zu erhalten.
  4. Bei einer Blutuntersuchung wird überprüft, ob der Patient Antikörper gegen SARS-CoV2 besitzt. Antikörper sind die Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion (in diesem Falle mit dem Coronavirus). Der Nachweis von Antikörpern zur Corona-Diagnostik wird derzeit erprobt.

Wenn Sie sich fragen, wie lange es dauert, bis das Testergebnis vorliegt – Je nach Arbeitsaufkommen in den Laboren beträgt die Zeit zwischen Abstrich und Ergebnis ca. 1–2 Tage. Natürlich kann es auch Abweichungen davon geben.

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Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Dr. Dr. T. Weigl
Im Grunde so wie bei jeder Grippewelle. Kurz und knapp: Gute Handhygiene, Abstand zu Erkrankten oder Personen mit Symptomen (1–2 Meter), „richtig“ Husten und Niesen. Das heißt, dass Sie nicht Ihren Speichel oder „Schnodder“ verteilen, Abstand zu anderen Personen halten, sich zum Husten/Niesen wegdrehen, in ein Einwegtaschentuch husten/niesen und Sie sich Ihre Hände nach dem Husten/Niesen waschen. Wenn Sie kein Taschentuch zur Hand haben, sollten Sie in die Armbeuge husten/niesen.

Das wichtige ist aber nicht der eigene Schutz, sondern der Ausbreitungsstopp, um v. a. Risikogruppen zu schützen. Dazu mehr im nachfolgenden Punkt.

Wie können sich Bürger jetzt bestmöglich verhalten?

Dr. Dr. T. Weigl
Zunächst: Informieren Sie sich, halten Sie sich auf dem Laufenden. Wenn Sie das hier lesen, tun sie das wahrscheinlich ohnehin bereits in ausreichendem Maße. Für weitere Informationen empfiehlt sich das Portal des Robert Koch-Instituts zum Thema „COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)“, die Website des Bundesgesundheitsministeriums oder auch die Online-Präsenz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Darüber hinaus können Sie selbst aber noch mehr tun, um der Verbreitung des Virus entgegenzuwirken und sich korrekt zu verhalten. Dazu gehört, dass Sie die Vorgaben der Behörden befolgen, keine Panik via Social Media schüren oder dort falsche Informationen verbreiten und sich v. a. an die Hygienemaßnahmen halten (s. o.). Verzichten Sie zudem aufs Händeschütteln, fassen Sie sich so wenig wie möglich ins Gesicht, halten Sie Abstand zu Personen mit Atemwegsbeschwerden und bleiben sie zu Hause, wenn sie selbst solche Beschwerden haben.

Warum soll ich in Quarantäne? Ich bin weder krank noch gehöre ich einer Risikogruppe an.

Dr. Dr. T. Weigl
Gute und auch sehr wichtige Frage. Natürlich muss man einmal schauen, was die Quarantäne wirklich bedeutet. Es wird ohnehin dazu geraten, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben und die sozialen Kontakte auf die Kommunikation via Telefon oder Social Media zu beschränken. Das fällt dann aber eher unter selbst auferlegte Quarantäne. Das alles hat aber nicht etwa den Grund, dass Sie sich selbst schützen, sondern dient vielmehr dazu, der Ausbreitung des Virus Herr zu werden. Wir müssen uns immer darüber im Klaren sein, dass anderweitig gesunde Menschen nicht für einen schweren Krankheitsverlauf gefährdet sind.

Um zu verdeutlichen, worum es hier eigentlich geht, kann man eine kleine Rechnung anstellen. Gehen wir davon aus, dass sich innerhalb der kommenden Zeit etwa 10 Millionen Menschen mit dem Virus infizieren und nur 1 % davon schwere Verläufe sind, so sind dies trotzdem 100.000 Fälle, die eine (intensiv-)medizinische Betreuung erfordern. Es ist also wichtig, dass wir den Zeitraum, in dem diese Patienten in stationäre Behandlung kommen, soweit es geht „strecken“ – damit sie nicht alle auf einmal behandelt werden müssen und damit die Grenzen des Gesundheitssystems gesprengt würden.

Die tatsächliche häusliche Quarantäne dient dem selben Zweck, der Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus. Dafür werden Kontaktpersonen bestätigter Corona-Fälle identifiziert und abhängig von ihrem Infektionsrisiko zu 14 Tagen häuslicher Quarantäne „verdonnert“. Die 14 Tage leiten sich von der maximalen Inkubationszeit ab.

Wie soll ich mich in häuslicher Quarantäne verhalten?

Dr. Dr. T. Weigl
Für die häusliche Quarantäne gelten einige Regeln, die, je nachdem, ob Sie alleine oder mit anderen Personen im Haushalt leben, unterschiedlich gewichtet sind. Zu diesen Regeln zählen:

  • zu Hause bleiben
  • Abstand zu anderen Personen (im Haushalt) halten
  • regelmäßig Wohn- und Schlafräume belüften
  • Gegenstände im Haushalt nicht teilen, ohne Sie vorher gereinigt zu haben
  • Hygieneartikel nicht teilen
  • Wäsche regelmäßig waschen
  • Husten- und Niesregeln weiterhin beachten

Quarantäne ist nicht nur schlecht

Mir ist bewusst, dass sich häusliche Quarantäne wie eine Strafe anfühlen kann. Aber sie tun damit Gutes. Klar, Sie werden für 2 Wochen vom öffentlichen Leben abgeschnitten sein und Ihre sozialen Kontakte vorwiegend digital pflegen. Lassen Sie sich davon aber nicht unterkriegen und achten Sie auf Ihr psychisches Wohlbefinden. Ein paar Tipps dazu:

  • Setzen Sie sich Tagesziele.
  • Halten Sie – digital – Kontakt zu Freunden und Verwandten.
  • Bitten Sie Nachbarn oder Familie um Hilfe, wenn es um Besorgungen aus dem Supermarkt oder der Apotheke geht. Hierzu wurde auch ein Netzwerk mit dem Namen „Quarantänehelden“ gegründet, wo Sie sich Hilfe suchen oder auch selbst Hilfe anbieten können.
  • Bei zu großer Niedergeschlagenheit sollten Sie sich an einen vertrauten Ansprechpartner oder auch die Telefonseelsorge wenden.
  • Treiben Sie Sport, auch wenn Sie zu Hause sind. Es gibt auf im Internet tonnenweise Übungen und auch Programme, die speziell auf das Workout zu Hause ausgelegt sind.
  • Nehmen Sie sich zeit für Aktivitäten, die Sie sonst links liegen lassen. Anstatt sich vom TV beschallen zu lassen, könnten Sie mal wieder ein Buch lesen (Stichwort Tagesziel), ein Spiel spielen oder Tagebuch schreiben.
  • Setzen Sie sich feste Zeiten, zu denen Sie sich über „Corona“ informieren und beschäftigen sich dazwischen mit anderen Dingen. So gewinnt das Thema nicht Überhand.
  • Am wichtigsten und wahrscheinlich auch am schwierigsten: Lassen Sie Ihre Grundhaltung nicht ins Wanken geraten, bleiben Sie positiv. Orientieren Sie sich an Werten, die Ihnen im Leben Halt geben, z. B. das soziale Umfeld, die Familie oder auch Religion.

Wann sollte ich mich testen lassen?

Dr. Dr. T. Weigl
Sie sollten sich generell dann testen lassen, wenn einer der folgenden 4 Punkte auf sie zutrifft:

  • Kontakt zu Erkrankten, die positiv auf COVID-19 getestet worden sind
  • Aufenthalt in einem Gebiet mit vielen COVID-19-Erkrankten
  • bestehende Vorerkrankung oder Verschlimmerung von Atemwegserkrankung, z. B. mit zusätzlichem hohen Fieber oder Atemnot
  • Arbeit oder Tätigkeit mit Menschen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben, z. B. Altenpflege oder Angestellte im Krankenhaus

Sie sollten dann auch nicht mehr das Testergebnis abwarten, sondern sich selbst in Isolation begeben, mehr als 2 Meter Abstand zu anderen Personen einhalten, ihre Hände regelmäßig gründlich waschen und einen Mund-Nasenschutz tragen, wenn Sie doch in Kontakt mit anderen Menschen stehen sollten.

Sollte ich einen Mundschutz tragen?

Dr. Dr. T. Weigl
Knifflige Frage, die ich an dieser Stelle mit einem entschiedenen „Jein“ beantworten würde. Denn es ist so, dass der effektivste Schutz (für sich selbst sowie andere) nach wie vor darin besteht, Abstand zu halten (1–2 Meter) sowie die Handhygiene und die Husten- und Niesregeln zu beachten.

Sollten Sie aber an einer Atemwegserkrankung leiden und sich trotzdem im öffentlichen Raum bewegen müssen, so kann es sinnvoll sein, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – so minimieren Sie das Risiko, andere Personen anzustecken. Achten Sie aber auch darauf, dass der Schutz korrekt getragen wird – also eng anliegend – und dass Sie ihn wechseln, sobald er feucht ist.

Bisher gibt es allerdings keine ausreichenden Belege dafür, dass Sie als gesunde Person ihr Ansteckungsrisiko signifikant minimieren, wenn Sie einen solchen Schutz tragen. Tatsächlich hat die Weltgesundheitsorganisation sogar darauf hingewiesen, dass Sie durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes möglicherweise unbewusst ein trügerisches Sicherheitsgefühl bei sich erzeugen, das Sie dann dazu veranlasst, die anderen – weitaus wichtigeren – Hygienemaßnahmen zu vernachlässigen.

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Quellen & weiterführende Literatur

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