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Corona – Fakten, Fragen, Zahlen, Neuigkeiten

Wollen Sie auf dem neuesten Stand bleiben, was die täglichen Entwicklungen in Bezug auf das Corona-Virus angeht? Wir fassen hier jeden Tag die wichtigsten Meldungen aus medizinischer Perspektive zusammen – damit Sie auf dem Laufenden bleiben und keine Nachricht an Ihnen vorbeigeht!Außerdem finden Sie weiter unten alles, was Sie zum Thema Corona allgemein wissen müssen und auch eine Rubrik, in der Doktor Weigl sich den häufigsten Fragen zum Thema „Corona“ widmet.

Im Kommentarbereich unter dem Artikel können Sie weitere Fragen stellen oder aber von Ihren Erfahrungen berichten und sich mit anderen austauschen.

Wichtige Nachrichten zu Corona im zeitlichen Verlauf

08.05.2020 – SARS-CoV-2 – machen Mutationen das Virus ansteckender?

Seit den ersten registrierten Infektionen im Dezember 2019 hat sich das SARS-CoV-2-Virus genetisch verändert. Erkenntnisse von Forschern weisen auf eine rasche Anpassung an den neuen Wirt hin. Diese Mutationen können die Ansteckungsgefahr steigern und erschweren die Bekämpfung des Virus.

Die Ergebnisse der Genomanalysen finden Sie hier!

Quellen:

  • Lucy van Dorp u. a. (2020): Emergence of genomic diversity and recurrent mutations in SARS-CoV-2. In: Infection, Genetics and Evolution.
  • Chandrika Bhattacharyya u. a. (2020): Global Spread of SARS-CoV-2 Subtype with Spike Protein Mutation D614G is Shaped by Human Genomic Variations that Regulate Expression of TMPRSS2 and MX1 Genes. In: biorxiv.com.
  • Deutsches Ärzteblatt (2020): SARS-CoV-2: Mutationen könnten Ansteckungsfähigkeit weiter erhöhen. In: Aerzteblatt.de.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälleAnzahl Genesener
167.300+ 1.209 7.266
~141.700
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 08.05.2020.

06.05.2020 – Menschlicher Antikörper neutralisiert Coronaviren

Aktuell wird zum Thema SARS-CoV-2 in jede nur erdenkliche Richtung geforscht. Aus den Niederlanden kommt jetzt eine Studie, in der Forscher einen humanen Antikörper ermittelt haben, der erfolgreich Coronaviren neutralisieren kann. Als Grundlage dafür dienten Erkenntnisse bzgl. des ersten Coronavirus aus den Jahren 2002 und 2003.

Das niederländische Team (Universität Utrecht) hat sich mit einem eher komplexen Teilbereich der Immuntherapie auseinandergesetzt, und zwar mit der Entwicklung sogenannter monoklonaler Antikörper. Schon im Rahmen des obengenannten ersten Coronavirus haben die Forscher nach Antikörpern geforscht, mit denen der Viren-Eintritt in unsere Zellen verhindert werden kann. Dazu vermehrten sie über die vergangenen Jahre hinweg insgesamt 51 Antikörper gegen das erste Coronavirus.

Angesichts der aktuellen Situation haben die Forscher dann überprüft, inwiefern diese Antikörper sich auch dazu eignen würden, das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zu neutralisieren. Sie fanden eine Kreuzimmunität bei 4 Antikörpern, von denen sie einen so präparierten, dass er nur noch menschlichen Anteil besaß (bei den Antikörpern handelte es sich ursprünglich um sog. chimäre Antikörper mit Maus- und Menschanteilen).

Dieser so gewonnene Antikörper trägt die Bezeichnung 47D11 und ist dazu imstande, Zellen vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu schützen – zumindest in Laborexperimenten. In einem nächsten Schritt müssen jetzt zunächst Tierversuche erfolgen, bevor 47D11 auch in klinische Studien am Menschen übergehen kann. Aktuell lässt sich aber das Potenzial des Antikörpers erkennen, sowohl bereits an Covid-19 Erkrankte zu behandeln als auch Personen vorsorglich zu schützen.

Quellen:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälleAnzahl Genesener
164.807+ 9476.996~137.400
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 06.05.2020.

05.05.2020 – Erkenntnisse aus der „Heinsberg-Studie“

Nachdem Virologe Hendrik Streeck schon am 13. April Zahlen aus der sogenannten „Heinsberg-Studie“ veröffentlicht hatte, hat nun auch die zugehörige Publikation, in einer Vorläufer-Version, ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Im Folgenden führen wir einmal die wichtigsten Erkenntnisse daraus auf.

Basierend auf den in der „Heinsberg-Studie“ ermittelten Zahlen geht das Team um Streeck davon aus, dass die Zahl der tatsächlich Infizierten deutschlandweit mittlerweile bei etwa 1,8 Millionen liegt. Das entspricht ungefähr dem 10-Fachen der gemeldeten Fälle (Stand heute: 163.860). Diese Schätzung basiert im Detail auf der in der Gemeinde Gangelt berechneten Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektion. Diese liege dort bei 0,37 %. Daraus leitete sich dann eine theoretische Zahl für ganz Deutschland ab. Bisher war die Sterblichkeit zum Teil mit sehr großer Spanne angegeben worden. So ging man u. a. von einer Sterblichkeit zwischen 0,2–1,5 % aus, die WHO gab mitunter 3,4 % als Sterblichkeitsrate an. Die Forscher weisen hinsichtlich ihrer Ergebnisse zurecht aber auch darauf hin, dass die erhobenen Zahlen nur bedingt mit anderen Regionen vergleichbar seien, da bspw. zu wenig Kinder, dafür aber mehr ältere Menschen berücksichtigt worden sind. Dies beeinflusst natürlich die Übertragbarkeit der Zahlen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Studie war die Symptomatik. Den erhobenen Daten zufolge zeigten 22 % der Infizierten in Gangelt überhaupt keine Symptome. Der auffälligste Symptomenkomplex sei laut Studie der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn gewesen.

Wichtige Schlussfolgerung daraus: Wir können nicht anhand von Krankheitszeichen beurteilen, wer das Virus ausscheidet und entsprechend andere anstecken kann – denn in etwa 1 von 5 Fällen zeigen sich nicht einmal Symptome. Weniger infektiös sind wir dadurch aber nicht.

Quellen:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
163.860+ 6856.831
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 05.05.2020.

04.05.2020 – Weitere Entwarnung für Bluthochdruck-Patienten

In den vergangenen Wochen wurde viel über Blutdruckmedikamente und Covid-19 berichtet. Anfangs spekulierte man, dass bestimmte Medikamente einen schweren Verlauf der durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Erkrankung begünstigen könnten. Grund dafür war das Enzym ACE2, über das das Virus sich Zugang zu unseren Zellen verschafft. Denn dieses Enzym ist darüber hinaus auch ein essentieller Teil unseres Blutdruckregulationssystems. Und auch, wenn schon letzte Woche in der Fachzeitschrift JAMA Cardiology eine entlastende Studie veröffentlicht wurde – diese Woche gibt es mehr Entwarnung.

Im New England Journal of Medicine sind jetzt drei Studien veröffentlicht worden, die sich mit ACE-Hemmern und Sartanen beschäftigt haben. Aus der ersten Studie geht u. a. hervor, dass mit ACE-Hemmern behandelte Patienten sogar seltener an Covid-19 sterben als Patienten, die keine ACE-Hemmer nahmen (2,1 zu 6,1 %). Alles in allem lässt sich daraus ableiten, dass ACE-Hemmer den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung eher abschwächen.

Auch für die sogenannten „Sartane“ (bspw. Valsartan oder Candesartan) konnten keine wesentlichen Zusammenhänge ausgemacht werden. Hier lag die Zahl der Verstorbenen mit Sartanen leicht über der ohne Sartane (6,8 zu 5,7 %). In der zweiten Studie haben italienische Forscher eine sogenannte Multivariat-Analyse durchgeführt, der zufolge weder für ACE-Hemmer noch für Sartane ein höheres Sterblichkeitsrisiko nachweisbar war.

Letztlich konnten diese Ergebnisse in einer dritten Studie aus den USA noch einmal bestätigt werden. Dort haben die Forscher Daten von 12.954 auf SARS-CoV-2 getesteten Patienten ausgewertet und konnten auch so den Nachweis erbringen, dass keine der beiden Wirkstoffgruppen mit einem erhöhten Sterberisiko in Verbindung steht.

Quellen:

  • Juyi Li (2020): Association of Renin-Angiotensin System Inhibitors With Severity or Risk of Death in Patients With Hypertension Hospitalized for Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Infection in Wuhan, China. In: JAMA Cardiology.
  • Giuseppe Mancia u. a. (2020): Renin–Angiotensin–Aldosterone System Blockers and the Risk of Covid-19. In: The New England Journal of Medicine.
  • Mandeep R. Mehra u. a. (2020): Cardiovascular Disease, Drug Therapy, and Mortality in Covid-19. In: The New England Journal of Medicine.
  • Harmony R. Reynolds u. a. (2020): Renin–Angiotensin–Aldosterone System Inhibitors and Risk of Covid-19. In: In: The New England Journal of Medicine.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
163.175+ 6796.692
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 04.05.2020.

30.04.2020 – Erste Ergebnisse zu Remdesivir sind durchwachsen

Das Medikament Remdesivir gilt als vielversprechendstes bei der Behandlung von Covid-19. Daher laufen zu dem Wirkstoff aktuell auch mehrere Studien. Im Deutschen Ärzteblatt wurde heute von ersten Ergebnissen berichtet, die durchwachsen ausfallen. Allerdings ist auch erst eine Versuchsstudie abgeschlossen.

Mehrfach hatten wir in der Vergangenheit über Remdesivir berichtet, v. a. auch in unserem Artikel über mögliche „Corona-Medikamente“. Die Studienergebnisse zu diesem Virostatikum waren heiß erwartet, jetzt können wir einen Blick auf erste Erkenntnisse werfen.

Fangen wir mit einer Studie aus China an. Darin wurden insgesamt 237 Patienten per Zufall entweder auf eine Remdesivir- oder eine Placebo-Gruppe verteilt. Grundlegende Erkenntnis der Studie: Scheinbar ist die Behandlung mit Remdesivir erfolgreicher, je früher damit begonnen wird. So erholten sich Patienten, die in den ersten 10 Tagen nach Ausbruch der Symptome behandelt worden sind, häufiger. Allerdings muss man auch festhalten, dass das Signifikanzniveau in der Studie verfehlt wurde – die Ergebnisse sind also mit Vorsicht zu genießen. Außerdem wurde die Studie vorzeitig abgebrochen, da es in der untersuchten Region (Hubei) zu einem so starken Abklingen der Epidemie kam, dass sich schweren Erkrankungsfälle mehr ergaben.

Wie eingangs erwähnt, sind weitere Studien zum Thema noch nicht abgeschlossen. Es gibt allerdings Zwischenergebnisse vom „Adaptive COVID-19 Treatment Trial“, denen zufolge mit Remdesivir behandelte Covid-19-Patienten um 31 % schneller genesen waren als Placebo-Patienten (durchschnittlich 11 zu 15 Tage). Es wurden zudem Verbesserungen hinsichtlich der Überlebensrate festgestellt, allerdings muss auch diesbezüglich in Kauf genommen werden, dass Signifikanzniveau (wenngleich knapp) verfehlt wurde.

Das Deutsche Ärzteblatt schlussfolgert, dass sich bei Remdesivir scheinbar v. a. bei leichteren Erkrankungen eine erhöhte Wirksamkeit erzielen lässt und dass die Behandlung dem Anschein nach auch erfolgreicher ist, je früher damit begonnen wird. Letztlich könnte der Wirkstoff aufgrund dieser Ergebnisse therapeutisch für größere Patientengruppen in Frage kommen.

Quellen:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
159.119+ 1.4786.288
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 30.04.2020.

29.04.2020 – Chloroquin gefährlicher als zu Beginn angenommen

Letzte Woche hatten wir bereits darauf hingewiesen, jetzt spitzt sich die Lage zu: Die Verwendung von Chloroquin zur Behandlung schwerer Verläufe von Covid-19 geht mit teils schweren Komplikationen und auch Todesfällen einher. Das hat die Arzneimittelbehörde der USA (FDA) jetzt dazu veranlasst, eine Warnung zur Verwendung des Wirkstoffs auszugeben.

In einem aktuellen Paper aus Kanada, veröffentlicht im Canadian Medical Association Journal, wird darauf verwiesen, dass Chloroquin zwar als sicher gilt, nichtsdestoweniger aber schwere Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Dazu gehört v. a. eine Verlängerung des sogenannten QT-Intervalls – und dieser Umstand kann mitunter zu Herzrhythmusstörungen und sogar plötzlichem Herztod führen. Mitte April wurde aufgrund von Komplikationen eine brasilianische Studie abgebrochen, in einer US-Studie an Veteranen zeigten sich unter Chloroquin-Behandlung Hinweise auf ein erhöhtes Sterberisiko.

Der nachdrückliche Hinweis der FDA in diesem Rahmen: Chloroquin und Hydroxychloroquin sind im Rahmen von Covid-19 dafür gedacht, in einem klinischen Umfeld Anwendung zu finden – denn nur dort kann die Überwachung nach der Einnahme in ausreichendem Maß gewährleistet werden. Eine nicht ärztlich abgeklärte Einnahme zur eigenmächtigen Prävention bzw. Behandlung ist fahrlässig und sollte nicht erfolgen.

Die Wirkstoffe hatten mediale Aufmerksamkeit bekommen, nachdem eine kleine französische und eine kleine chinesische Studie auf einen möglichen Nutzen hingewiesen hatten. Chloroquin & Hydroxychloroquin waren ursprünglich als Wirkstoffe gegen Malaria im Einsatz. Mittlerweile haben sich allerdings weit verbreitet Resistenzen gegen den Wirkstoff aufgetan. Heutzutage kommt Hydroxychloroquin v. a. zur Behandlung von rheumatoider Arthritis und Lupus zum Einsatz.

Quellen:

  • Mayla Borba u. a. (2020): Chloroquine diphosphate in two different dosages as adjunctive therapy of hospitalized patients with severe respiratory syndrome in the context of coronavirus (SARS-CoV-2) infection: Preliminary safety results of a randomized, double-blinded, phase IIb clinical trial (CloroCovid-19 Study). In: medrxiv.org.
  • Federal Drug Association (2020): FDA News Release – Coronavirus (COVID-19) Update: Daily Roundup April 24, 2020. In: fda.gov.
  • David N. Juurlink (2020): Safety considerations with chloroquine, hydroxychloroquine and azithromycin in the management of SARS-CoV-2 infection. In: Canadian Medical Association Journal 192/17.
  • Joseph Magagnoli u. a. (2020): Outcomes of hydroxychloroquine usage in United States veterans hospitalized with Covid-19. In: medrxiv.org.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
157.641+ 1.3046.115
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 29.04.2020.

28.04.2020 – Bluthochdruckmedikamente erhöhen nicht das Risiko für einen schweren Verlauf

Viele Covid-19-Patienten mit schwerem Verlauf leiden auch an Bluthochdruck. Kann das möglicherweise mit den Medikamenten zusammenhängen, die diese Betroffenen nehmen müssen? Laut einer aktuellen Studie in JAMA Cardiology stehe dieser Umstand nicht mit ACE-Hemmern oder Sartanen in Verbindung.

Über die letzten Wochen hinweg wurde des Öfteren die Vermutung geäußert, dass bestimmte Blutdruckmedikamente einen schweren Verlauf von Covid-19 bei entsprechenden Patienten begünstigen könnten. Grund dafür ist der Umstand, dass sich das aktuelle Coronavirus durch ACE2 Zugang zu unseren Zellen verschafft. Eine bestimmte Variante dieses Enzyms reguliert maßgeblich den Blutdruck mit. Dort greifen auch Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer oder Sartane ein und erzielen ihre blutdrucksenkende Wirkung.

In China wurden diesbezüglich jetzt die Daten von 1.178 Covid-19-Patienten ausgewertet. Etwa ein Drittel von ihnen (30,7 % bzw. 362 Personen) litt an erhöhtem Blutdruck. Die Daten geben preis, dass etwa ein Fünftel (21,3 %) aller Bluthochdruck-Patienten, aber „nur“ 6,5 % der restlichen Patienten im Behandlungsverlauf verstorben sind. Hier sollten aber keine falschen bzw. voreiligen Schlüsse gezogen werden. Denn unter den Bluthochdruck-Patienten fanden sich auch mehr Risikofaktoren als beim Rest, darunter ein höheres Alter, mehr Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, mehr Erkrankungen der Hirngefäße sowie ein größerer Prozentsatz mit koronarer Herzkrankheit und Herzschwäche.

Die Forscher schlussfolgern angesichts ihrer Untersuchungen, dass Sartane oder ACE-Hemmer, die die Patienten aufgrund eines Bluthochdrucks regelmäßig nahmen, keinen Einfluss auf einen schweren Covid-19-Verlauf hätten. Sie konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen der Einnahme eines dieser Medikamente und dem Krankheitsverlauf feststellen. Auch die Sterblichkeit schien nicht durch die Einnahme der Medikamente beeinflusst.

Quelle:

  • Juyi Li (2020): Association of Renin-Angiotensin System Inhibitors With Severity or Risk of Death in Patients With Hypertension Hospitalized for Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Infection in Wuhan, China. In: JAMA Cardiology.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
156.337+ 1.1445.913
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 28.04.2020.

27.04.2020 – Impfstoff an Rhesus-Affen erfolgreich

Viel wird derzeit an Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 geforscht. Erste Erfolge zeigten sich jetzt in einer chinesischen Studie. Mit dem dort verwendeten Impfstoff PiCoVacc konnten Rhesus-Affen sowohl sicher als auch effektiv vor einer Ansteckung mit dem Virus geschützt werden.

Verantwortlich für diesen Impfstoff ist das Pekinger Unternehmen Sinovac. Die für den Impfstoff notwendigen Viren wurden einem chinesischen Covid-19-Patienten entnommen. Für die Überführung in einen Impfstoff wurden diese Viren zunächst vermehrt und dann inaktiviert. Es handelt sich dabei also um einen Totimpfstoff.

An Nagern hatte man bereits belegen können, dass der produzierte Impfstoff dazu imstande ist, die Bildung von Antikkörpern anzuregen. An den Rhesus-Affen wurde dann erprobt, wie wirksam sich verschiedene Impfdosen auswirken. Dazu wurden den Affen in einem Zeitraum von zwei Wochen drei Dosen verabreicht – in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Dosierungen. Im Anschluss wurden die Tiere (drei Wochen nach der Impfung) dem Virus SARS-CoV-2 ausgesetzt, und zwar auch mit Proben aus Europa.

Ergebnis: Die Tiere mit der hohen Impfdosis zeigten den besten Schutzeffekt. Eine Woche nach der absichtlichen Infektion konnten bei ihnen im Bereich von Rachen, Lunge oder After keine Viren nachgewiesen werden. Die Tiere, die eine niedrigere Impfdosis erhalten hatten, zeigten kurz Infektionszeichen – Folgen blieben aber aus. In der Kontrollgruppe ohne Impfstoff kam es zu schweren Lungenentzündungen mit hohen Konzentrationen des Virus.

Laut den Forschern gilt der verwendete Impfstoff namens PiCoVacc als sicher in der Anwendung und man habe außerdem keine Anzeichen dafür gefunden, dass sich Antikörper bilden, die die Infektion verstärken statt sie zu mindern.

Quelle:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
155.193+ 1.0185.750
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 27.04.2020.

24.04.2020 – Mehr Eintrittspforten für SARS-CoV-2 in den Körper als bisher angenommen?

Wir wissen über das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2, dass es sowohl das Rezeptorprotein ACE2 als auch das Enzym TMPRSS2 benötigt, um in unsere Zellen eindringen zu können. In aktuellen Studien aus England und den USA konnten Hinweise darauf gefunden werden, dass nicht nur die Zellen unserer Atemwege, sondern auch z. B. die Zellen unseres Darms ebendiese Kriterien erfüllen.

Uns ist die Erkrankung Covid-19 in Bezug auf ihre Entstehung und Entwicklung noch nicht umfassend bekannt. Wir wissen allerdings, dass nicht nur die Lunge bzw. unsere Atemwege, sondern auch bspw. das Herz infiziert werden kann. In den erwähnten Studien haben die verantwortlichen Forscher den sogenannten Human Cell Atlas untersucht und dabei nach Hinweisen auf das Protein ACE2 sowie das Enzym TMPRSS2 geschaut. Der Human Cell Atlas (kurz: HCA) ist – ganz grob gesagt – eine Karte aller menschlichen Zellen, auf/in der alle wesentlichen Prozesse unseres Organismus erfasst sind. Aus diesem Atlas konnten die Forscher diejenigen Zellen auslesen, die ACE2 und TMPRSS2 bilden – denn damit erfüllen Zellen bereits die Kriterien für eine Infektion mit SARS-CoV-2.

Natürlich fielen ihnen dabei v. a. die Zellen der Lunge sowie der Schleimhäute von Nase und Rachen ins Auge. Die Forscher konnten mit ihren Untersuchungen diejenigen Zellen in den Atemwegen ausmachen, die am ehesten als erster Eintrittsort für das Virus gelten. Darüber hinaus fanden sie die wichtigen Proteine aber auch im Darm, dessen Schleimhaut also auch infiziert werden kann. Damit ließe sich auch erklären, warum das Virus häufig in Stuhlproben nachgewiesen wird. Wenn es nach den Studienergebnissen geht, sind sogar Zellen der Hornhaut des Auges als Eintrittsort für das Virus geeignet.

Diese Ergebnisse legen weitere Übertragungswege nahe. Zum einen kann es fäkal-oral bspw. bei pflegebedürftigen Patienten zu einer Schmierinfektion kommen, infolge welcher sich das Pflegepersonal ansteckt. Zum anderen können durch die Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Auge auch Tränen als mögliche Infektionswege nicht ausgeschlossen werden. Dies wurde auch schon Ende März in einem Bericht erörtert, demzufolge eine Übertragung über die Tränen zwar sehr selten, nichtsdestoweniger aber möglich ist.

Quellen:

  • Rupesh Agrawal u. a. (2020): Assessing Viral Shedding and Infectivity of Tears in Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Patients. In: Ophthalmology.
  • Waradon Sungnak u. a. (2020): SARS-CoV-2 entry factors are highly expressed in nasal epithelial cells together with innate immune genes. In: Nature.
  • Carly G. K. Ziegler u. a. (2020): SARS-CoV-2 receptor ACE2 is an interferon-stimulated gene in human airway epithelial cells and is detected in specific cell subsets across tissues. In: CellPress.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
150.383+ 2.3375.321
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 24.04.2020.

23.04.2020 – Hydroxychloroquin – Laut neuer Studie ist besondere Vorsicht geboten

Mehrfach hatten wir in unseren täglichen Updates schon den eigentlich zur Behandlung von Malaria konzipierten Wirkstoff Hydroxychloroquin und seine mögliche Wirksamkeit bei der Behandlung von Covid-19 besprochen, auch in unserem entsprechenden Artikel. Laut einer aktuellen Studie aus den USA ist der Wirkstoff aber möglicherweise nicht nur nicht hilfreich, sondern sogar mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden.

In der Studie wurden retrospektiv die Daten von 368 männlichen Patienten untersucht, die an Covid-19 erkrankt waren. Unter den Patienten waren 97, die mit Hydroxychloroquin behandelt worden sind, 113, die zur Behandlung Hydroxychloroquin und das Antibiotikum Azithromycin erhielten und 158, die keinen der beiden Wirkstoffe bekamen. Hydroxychloroquin darf in den USA aktuell in Notfallsituationen zum Einsatz kommen.

Zunächst werteten die Forscher die Sterblichkeit in den einzelnen Gruppen aus. In der Hydroxychloroquin-Gruppe betrug diese 27,8 %, in der Gruppe mit zusätzlichem Azithromycin 22,1 %. In der Gruppe, die keinen der beiden Wirkstoffe erhielt, lag die Sterblichkeit bei 11,4 %.

Die wichtigste Schlussfolgerung der Forscher aus ihren Untersuchungen: Hydroxychloroquin steht möglicherweise im Zusammenhang mit einer gesteigerten Gesamtmortalität und es sei wichtig, alle laufenden Studien zum Thema Hydroxychloroquin abzuwarten, bevor dieses in eine flächendeckende Anwendung übergeht.

Quelle:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
148.046+ 2.3525.094
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 23.04.2020.

22.04.2020 – Erster Impfstoff in Deutschland für Prüfung zugelassen

Heute gibt es kurze, aber gute Nachrichten. Das Paul-Ehrlich-Institut hat eine erste klinische Prüfung für einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 genehmigt. Das berichtet heute das Deutsche Ärzteblatt.

Der Impfstoff des Biotechnologieunternehmens BioNTech aus Mainz basiert auf der RNA für das Spike-Protein des Virus und sorgt dafür, dass beim Impfen die für den Bau eines ungefährlichen Erregerbestandteils zuständige RNA verabreicht wird. Unsere Körperzellen verwenden die RNA dann, um den nicht-infektiösen Erregerbestandteil zu bauen, sodass unser Immunsystem letztlich dazu veranlasst wird, eine schützende Immunantwort zu bilden.

Zunächst sollen in Teil 1 der Studie zwei wesentliche Aspekte des Impfstoffs untersucht werden, und zwar seine Verträglichkeit sowie sein Potenzial, eine Immunantwort zu erzeugen. Dies geschieht in unterschiedlichen Dosierungen bei gesunden Probanden in einem Alter von 18–55 Jahren. In einem weiteren Schritt, dessen Genehmigung aktuell noch aussteht, soll dann eine weitere Gruppe Probanden mit der gleichen Altersspanne getestet werden. Dann stehen auch Testungen an Personen an, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf oder ein erhöhtes Infektionsrisiko haben.

Innerhalb der nächsten Monate sei zu erwarten, dass deutschlandweit weitere klinische Prüfungen zu potenziellen Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 stattfinden werden.

Quelle:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
145.694+ 2.2374.879
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 22.04.2020.

21.04.2020 – Remdesivir weiterhin aussichtreichster Wirkstoff bei der Covid-19-Behandlung

Schon früh haben Experten sich zu Remdesivir geäußert und das Nukleosidanalogon für den vielversprechendsten Wirkstoff gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 befunden. Ihre Einschätzung wurde in einer aktuellen Studien an Rhesus-Makaken jetzt bestätigt. Die Affen hatten deutliche weniger Lungenschäden als die Kontrollgruppe, auch wenn sich noch immer eine Viruslast bei ihnen nachweisen ließ.

Remdesivir ist ein Virustatikum, das – sobald es aktiviert wurde – von der RNA-Polymerase als falscher Baustein angenommen wird. Dies hat grob gesagt zur Folge, dass das genetische Material der Viren zerfällt und seine Vermehrung letztendlich gestört wird. Bisher konnte dies z. B. in Zellkulturen nachgewiesen werden. Da der Wirkstoff schon früher zur Behandlung anderer Erkrankungen (z. B. Ebola) eingesetzt wurde, weiß man auch, dass seine Anwendung als sicher gilt. Daher laufen aktuell auch mehrere klinische Studien am Menschen, deren Ergebnisse voraussichtlich in den kommenden Tagen und Wochen vorliegen werden.

US-Amerikanische Forscher haben den Wirkstoff derweil in tierexperimentellen Studien untersucht und gute Ergebnisse zutage gefördert. Zu diesem Zweck infizierten die Forscher 12 Rhesus-Makaken in einem Hochsicherheitslabor mit SARS-CoV-2. 6 Tiere wurden in der Folge mit Remdesivir behandelt, die anderen 6 bekamen eine Injektion ohne Wirkstoff. Im Verlauf der Untersuchungen untersuchten die Forscher die Tiere regelmäßig. Am 7. Tag nach Behandlungsbeginn wurde dann die Ausbreitung des Virus im Körper der Affen untersucht. Schon an Tag 3 hatte man feststellen können, dass die Affen aus der Remdesivir-Gruppe keine infektiösen Viren mehr in der Bronchialflüssigkeit hatten. In der Kontrollgruppe ohne Wirkstoff-Behandlung waren derlei Viren aber noch bei 4 von 6 Affen nachweisbar. Abseits der Bronchialschleimhaut waren aber in beiden Gruppen noch infektiöse Virustiter nachzuweisen.

Die gute Nachricht: In der Remdesivir-Gruppe enthielten am Ende der Untersuchung 10 von 36 Gewebeproben keinerlei Virus-RNA mehr, in der Kontrollgruppe war das nur in 3 von 36 Proben der Fall. Und man muss auch festhalten: Die Viruslast in der Remdesivir-Gruppe war im Vergleich um einiges geringer als in der Kontrollgruppe. Während der Untersuchungen haben die Forscher übrigens auch mehrfach untersucht, ob das Virus mutiert. Allerdings konnten sie keine Hinweise darauf finden, dass SARS-CoV-2 Resistenzen gegen Remdesivir gebildet hat.

Schlussfolgerung: Mit Remdesivir lässt sich Covid-19 möglicherweise effektiv behandeln. Allerdings sei es wichtig, die Behandlung für den bestmöglichen Effekt auch so früh wie möglich zu beginnen. Im Deutschen Ärzteblatt wird zudem die Frage aufgeworfen, ob trotz einer erfolgreichen Behandlung mit Remdesivir die Patienten auch nach Erkrankungsende noch isoliert bleiben müssen – schließlich war auch nach Abflauen der Symptome weiterhin eine infektiöse Viruslast nachweisbar.

Quellen:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
143.457+ 1.7854.598
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 21.04.2020.

20.04.2020 – Übergewicht erhöht Risiko für schweren Covid-19-Verlauf

Aus einer aktuellen amerikanischen Studie geht hervor, dass Adipositas bei Covid-19 einen weiteren ernstzunehmenden Risikofaktor darstellt. Gemäß der zuständigen Forscher gehört Adipositas neben dem Alter bei Covid-19 zu den größten Risikofaktoren für eine Krankenhauseinweisung.

Dass Übergewicht verschiedene Erkrankungen begünstigt bzw. Betroffene für diverse Erkrankungen anfälliger macht, ist klar. Und das trifft laut der aktuellen New Yorker Studie auch auf Covid-19 zu. Die Forscher untersuchten insgesamt 4.103 Covid-19-Patienten, von denen 1.101 als adipös galten. Ungefähr 50 % aller Patienten benötigten eine Behandlung im Krankenhaus. Im Vergleich zu an Covid-19 Erkrankten, die nicht stationär behandelt werden mussten, waren die Patienten mit schwerem Verlauf im Durchschnitt:

  • älter → 62 zu 41 Jahre
  • öfter männlich → 62,6 % zu 39,0 %
  • öfter chronisch vorerkrankt → 71,9 % zu 29,9 %
  • öfter adipös → 39,8 % zu 14,4 %

In ihrer Studie haben die Forscher dann noch sogenannte Odds Ratios ermittelt. Grob gesagt gibt man damit die Wahrscheinlichkeit für ein eintretendes Ereignis an. Hier ging es speziell um die Wahrscheinlichkeit für die Notwendigkeit einer stationären Behandlung in Zusammenhang mit bekannten Risikofaktoren – und zwar im Vergleich zu einer Gruppe ohne einen solchen Risikofaktor. Das größte Risiko zeigen dabei alte Patienten über 75 Jahre. Ihre Odds Ratio beläuft sich laut Studie auf 66,8. An zweiter Stelle stehen die Patienten in einem Alter von 65–74 Jahren bei einer Odds Ratio von 10,9. Auf diese Faktoren folgt dann aber auch direkt die Adipositas mit einer Odds Ratio von 6,2 (bei einem BMI von über 40) bzw. 4,3 (bei einem BMI von 30–40).

Damit ist die Gefährdung durch Adipositas ungefähr so hoch wie die durch Herzinsuffizienz verursachte Gefahr. Auch interessant: Adipositas sorgt laut der Studie mit höherer Wahrscheinlichkeit für einen schweren Covid-19-Verlauf als Lungen-, Krebs- oder Nierenerkrankungen sowie Diabetes mellitus.

Übrigens: Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung listet seit kurzem alle wichtigen Studien, die hier in Deutschland derzeit zum Thema Covid-19 laufen, auf seiner Website und aktualisiert diese Liste regelmäßig.

Quellen:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
141.672+ 1.7754.404
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 20.04.2020.

17.04.2020 – Genomanalysen dämmen Ausbreitung ein?

In Island ist schon seit dem 13. März ein leichter Rückgang der Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 zu beobachten. Aber wie hat sich das realisieren lassen? Dazu beigetragen haben wahrscheinlich umfassende Tests, die schon seit Ende Januar laufen. Darüber berichtete jüngst das New England Journal of Medicine.

Zunächst wurden ab dem 31. Januar Menschen getestet, die aus Hochrisikoländern eingereist waren – die erste Infektion wurde am 28. Februar bei einem Norditalien-Rückkehrer festgestellt. Ab Mitte März konnten sich dann auch Isländer testen lassen, die keine Auslandsreise hinter sich hatten. Insgesamt kam man so bis Ende März auf 1.308 bestätigte Fälle (Einwohnerzahl Island: ca. 364.000). Am häufigsten fanden sich Infektionsfälle durch Untersuchungen von Risikogruppen und ihren Kontakten.

Unterstützt wurden die Untersuchungen von Unternehmen deCODE Genetics – normalerweise nutzt die Firma das verhältnismäßig homogene Erbgut der isländischen Bevölkerung zur Ermittlung seltener Gendefekte. Laut dem deutschen Ärzteblatt habe deCODE den zuständigen Behörden aber schnell Mitarbeit bei der Forschung angeboten.

Durch die in der Untersuchung unternommenen Genomanalysen lassen ich individuelle Infektionsketten nachvollziehen. Teilweise waren ebendiese Genomanalysen der einzige Weg, um mögliche Kontakte aufzuspüren, die potenziell mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren.

Man geht davon aus, dass diese detaillierten Testungen entscheidend dazu beigetragen haben, dass seit dem 13. März ein leichter Rückgang der Infektionszahlen zu beobachten ist. Setze man die Testungen aber nicht wie bisher fort, so die Forscher, kann es ohne weiteres erneut zu einem Anstieg der Infektionszahlen kommen.

Quellen:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
133.830+ 3.3803.868
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 17.04.2020.

16.04.2020 – „Social Distancing“: Wie effektiv ist die Kontakteinschränkung?

Gestern gab es endlich die für viele lang ersehnte Pressekonferenz der Bundesregierung zum Thema „Corona“. Einen konkreten Rückführungsplan nach dem Lockdown gibt es noch nicht. Aber wir können ja mal einen Blick darauf werfen, was die bisherigen Maßnahmen des Social Distancing bewirkt haben und wie lange sie noch bestehen bleiben müssten – damit setzt sich nämlich eine aktuelle Studie auseinander.

In mehreren Ländern lassen sich aktuell rückläufige Basis-Reproduktionszahlen für das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 erkennen. Mit dieser Zahl gibt man die Menge Personen an, die von einer infizierten Person angesteckt werden können, wenn niemand immun ist. Ziel ist es, diesen Wert unter 1,0 zu bekommen – so ist es bspw. aktuell in Österreich geschehen. Auch hierzulande lässt sich ein Rückgang der Infektionszahlen beobachten. Nichtsdestoweniger warnen Forscher angesichts ihrer jüngsten Erkenntnisse davor, Lockerungen zu schnell zuzulassen und sind sich sicher, dass eine weitere Erkrankungswelle nicht zu verhindern ist. Basierend auf den Betacoronaviren HCov-OC43 und HCoV-HKU1, die in der Vergangenheit zu einer Zunahme der grippalen Infekte zur Winterzeit gesorgt hatte, entwickelten die Forscher ein mathematisches Modell, das sie dann auf das aktuelle Coronavirus anwandten.

Ergebnis: Man könnte eine weitere Erkrankungswelle nur verhindern, indem man die bisher geltenden Einschränkungen bis zum Jahr 2022 aufrecht erhielte. Die Forscher haben außerdem den Zeitpunkt des zweiten Erkrankungsgipfels basierend auf dem für die jetzigen Einschränkungen geltenden Zeitraum berechnet.

  • 8 Wochen: Anstieg der Erkrankungen im Hochsommer
  • 12 Wochen: Anstieg der Erkrankungen im Spätsommer
  • 20 Wochen: Anstieg der Erkrankungen im Winter

Es sei nicht zu erwarten, dass die Einschränkungen tatsächlich bis 2022 bestehen bleiben. Vielmehr bestehe eine alternative Möglichkeit darin, Einschränkungen nach vorübergehend einschränkungsärmerer Zeit wiederaufzunehmen. An dieser Stelle sollte aber darauf hingewiesen werden, dass die Berechnungen der Forscher noch viele Unbekannte enthielten – dazu gehört bspw. der Umstand, dass man bisher nicht weiß, ob sich ähnlich wie bei den anderen Coronaviren auch für das neue Coronavirus Erkrankungshäufungen in den Wintermonaten ergeben.

Quelle:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
130.450+ 2.8663.569
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 16.04.2020.

15.04.2020 – Wie gefährlich ist Chloroquin?

Anfang April (02.04.) und Mitte März (19.03.) hatten wir bereits über den Wirkstoff Chloroquin bzw. Hydroxychloroquin berichtet. Das eigentlich zur Behandlung von Malaria verwendete Medikament soll sich bei der Therapie von Covid-19 auch als wirksam erwiesen haben – zumindest deuteten eine In-vitro-Studie und eine randomisierte klinische Untersuchung aus China darauf hin.

Der potenzielle Nutzen des Wirkstoffs ist auch nach wie vor erkennbar und daher werden auch weiter Untersuchungen angestellt; allerdings tun sich in diesem Zuge auch teils schwere Nebenwirkungen auf, darunter Herzmuskelschäden oder auch (tödliche) Herzrhythmusstörungen. Denn auch wenn sich die Wirkstoffe Chloroquin und Hydroxychloroquin bisher als sicher und verträglich erwiesen haben, lässt sich nicht abschließend beurteilen, wie andere Personengruppen (z. B. Covid-19-Patienten mit Vorerkrankungen des Herzens) auf die Wirkstoffe reagieren, v. a. wenn sie bspw. in höheren Dosen als üblich angewendet werden. Das Center for Disease Control and Prevention schlägt aktuell vor, bei einer Covid-19-Therapie mit Chloroquin eine Initialdosis von 600 mg und 12 Stunden später weitere 300 mg zu geben. An den vier Folgetagen sollen dann täglich zwei Mal 300 mg gegeben werden, sodass eine Gesamtdosis von 3,3 g erreicht wird. Demgegenüber stehen Empfehlungen aus China bis zu einer Gesamtmenge von 10 g (Gesundheitsbehörde der Provinz Guangdong).

Das Deutsche Ärzteblatt berichtete gestern, dass ein brasilianisches Team jüngst eine Studie mit zwei Gruppen eingeleitet hat – eine Gruppe sollte über 10 Tage insgesamt 12 g Chloroquin bekommen, die andere 2,7 g. Es war geplant, dass 440 Patienten an der Studie teilnehmen, allerdings musste diese aufgrund von Komplikationen nach bereits 81 Patienten abgebrochen werden. Einige Patienten zeigten schon an den Tagen 2 und 3 unerwünschte Veränderungen im EKG, ihr QTC-Intervall war verlängert. Die Gruppe mit der erhöhten Dosis Chloroquin zeigte dabei eine stärkere Ausprägung der Symptomatik. Tag 6 war von 11 Todesfällen gekennzeichnet – 2 Patienten hatten eine ventrikuläre Tachykardie (eine Form von Herzrasen) erlitten, bei weiteren 2 kam es durch den Anstieg der Kreatinkinase zu Schädigungen des Herzmuskels. Außerdem war eine erhöhte Sterblichkeit bei den Patienten mit höher dosiertem Chloroquin zu erkennen – letztlich entschlossen sich die Forscher dazu, ihre Untersuchungen abzubrechen.

Trotzdem lässt sich nicht abschließend beurteilen, inwiefern Chloroquin allein für diese Komplikationen verantwortlich war. Zum einen gab es keine Placebo-Gruppe zur Kontrolle, zum anderen bekamen die Patienten zeitgleich noch andere Medikamente wie das Antibiotikum Azithromycin oder den antiviralen Wirkstoff Oseltamivir.

Quelle:

  • Mayla Borba u. a. (2020): Chloroquine diphosphate in two different dosages as adjunctive therapy of hospitalized patients with severe respiratory syndrome in the context of coronavirus (SARS-CoV-2) infection: Preliminary safety results of a randomized, double-blinded, phase IIb clinical trial (CloroCovid-19 Study). In: medrxiv.org.
  • Deutsches Ärzteblatt (2020): COVID-19: Kleinere Studie mit Chloroquin wegen Komplikationen abgebrochen. In: aerzteblatt.de.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
127.584+ 2.4863.254
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 15.04.2020.

14.04.2020 – Wie effektiv ist das Virostatikum Remdesivir?

In unserem Artikel „Medikamente gegen Covid-19 – keine Heilung, aber Hilfe beim Coronavirus?“ haben wir uns bereits mit Wirkstoffen befasst, die zur Behandlung von Covid-19 zum Einsatz kommen können – darunter befand sich auch das antivirale Mittel Remdesivir, zu dem jetzt neue Studienergebnisse vorliegen.

Laut der Veröffentlichung im New England Journal of Medicine kam es bei etwa zwei Dritteln der in einem klinischen Test mit Remdesivir behandelten Covid-19-Patienten unter der Therapie zu einer Besserung. Zuvor hatten Experten ihre Einschätzung zu verschiedenen Wirkstoffen abgegeben und Remdesivir als vielversprechendsten Ansatz ausgemacht – dieser Wirkstoff soll die Vermehrung von u. a. Coronaviren eindämmen.

Seit dem 25. Januar wird der Wirkstoff vom Hersteller für Heilversuche zur Verfügung gestellt, und zwar im Rahmen von „Compassionate Use“. Damit bezeichnet man den Einsatz von Arzneimittel, die eigentlich noch nicht zugelassen sind, in Härtefällen. Die in Betracht kommenden Patienten mussten zwei Kriterien erfüllen, um für eine Behandlung geeignet zu sein: Die Infektion mit SARS-CoV-2 ist bestätigt und die Sauerstoffsättigung ist ≤ 94 % oder Patienten werden mit Sauerstoff behandelt. Im Durchschnitt hatten die Patienten vor der Behandlung 12 Tage lang Symptome. Für die Behandlung erhielten die Betroffenen eine Initialdosis von 200 mg intravenös und ab dann täglich 100 mg per Infusion.

Die Ergebnisse in Kurzform: Der Zustand hat sich bei 68 % der Patienten (36 Personen) 18 Tage nach der ersten Gabe Remdesivir gebessert. Allerdings war in 15 % (8 Personen) der Fälle auch eine Verschlechterung zu beobachten, 7 Personen aus dieser Gruppe starben letztlich. Wichtige Erkenntnisse sind: Patienten, die vor der Behandlung mit Remdesivir nicht beatmet worden sind, oder unter 50 Jahre alt waren, erlebten häufiger eine Verbesserung. 6 der 7 Verstorbenen wurden vor der Behandlung mit dem Wirkstoff invasiv beatmet. Außerdem konnte ein erhöhtes Sterberisiko bei Personen festgestellt werden, die älter als 70 Jahre alt waren und eine eingeschränkte Nierenfunktion hatten. Die wichtigste Nebenwirkung bestand in einem Anstieg der Leberenzymwerte ALT und/oder AST.

Derzeit laufen noch weitere Studien, deren Ergebnisse mehr Klarheit schaffen sollen. Das Problem an der jetzigen Studie besteht v. a. darin, dass ohne eine Vergleichsgruppe gearbeitet wurde. Die Aussagekraft der Untersuchung gilt damit als begrenzt.

Quelle:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
125.098+ 2.0822.969
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 14.04.2020.

10.04.2020 – Warum sind Raucher so stark gefährdet?

Dass Raucher und COPD-Patienten zu den Risikogruppen des Coronavirus gehören, ist klar. Bisher hatte man allerdings angenommen, dass dieser Umstand auf die vorgeschädigten Lungen ebenjener Gruppen zurückzuführen sei. Einen anderen Erklärungsansatz liefern jetzt britische Lungenärzte mit ihrer Studie.

Dazu untersuchten sie die Expression des ACE2 („angiotensin converting enzyme 2“) bei 21 Patienten mit COPD. Sie verglichen die Proben mit denen von 21 gesunden Personen und konnten zunächst feststellen, dass die untersuchten Zellen der von COPD Betroffenen mehr ACE2 exprimierten. Außerdem fiel auf, dass die Expression von ACE2 bei den Rauchern unter den Untersuchten noch stärker ausgeprägt war. Eine weitere Untersuchung an mehr Personen (249) ließ den gleichen Schluss zu: Bei Rauchern war die Expression von ACE2-Rezeptoren auf den Atemwegszellen erhöht.

Mit dieser Erkenntnis lässt sich möglicherweise erklären, warum COVID-19 in beiden Risikogruppen schwerer verläuft – und zwar unabhängig von der ohnehin vorgeschädigten Lunge. Denn das Coronavirus SARS-CoV-2 verschafft sich über ACE2-Rezeptoren Zugang zu unseren Zellen.

Quelle:

  • Janice M. Leung u. a. (2020): ACE-2 Expression in the Small Airway Epithelia of Smokers and COPD Patients: Implications for COVID-19. In: European Respiratory Journal.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
113.525+ 5.3232.373
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 10.04.2020.

09.04.2020 – Plasma-Behandlung bald auch in Deutschland?

Am 31. März hatten wir bereits über erste Behandlungsversuche mit dem Blutplasma genesener Patienten berichtet – eine kleine chinesische Studie zeigte, dass diese Methode als durchaus vielversprechend gilt, da sich die Patienten nach der Gabe innerhalb von 3 Tagen von ihren Beschwerden wie Fieber erholten und ihre Viruslast abnahm. Eine weitere Studie aus China konnte diese Ergebnisse bestätigen. Auch dort erhielten Patienten Plasmatransfusionen, durch die sie sich innerhalb von 3 Tagen von den klinischen Beschwerden erholten. Im Verlauf von insgesamt 7 Tagen waren sie virenfrei.

Das klingt doch schon mehr als vielversprechend? Hat man sich wahrscheinlich auch in Deutschland gedacht. Das deutsche Ärzteblatt berichtete jüngst davon, dass sich auch hierzulande ein solcher Therapieansatz der Umsetzung nähert. Die Uniklinik Erlangen hat von den zuständigen Behörden die Zulassung für die Produktion therapeutischen Plasmas erhalten und bereits genesene Patienten zur Spende eingeladen. Bei diesen muss nachweislich (per PCR) positiv eine Infektion nachgewiesen worden sein und sie müssen mittlerweile mindestens 2–4 Wochen symptomfrei sein. Ihre Spenden werden dann auf die Anwesenheit von Antikörpern untersucht. Erlangen ist übrigens nicht der einzige Standort, an dem das Verfahren umgesetzt werden soll – mehrere Universitätskliniken befinden sich aktuell in der Vorbereitung für die Plasma-Behandlung schwerer Covid-19-Fälle.

Der Grund dafür, dass zunächst vorwiegend schwere Fälle behandelt werden, besteht schlicht darin, dass das Plasma begrenzt verfügbar, die potenzielle Patientenzahl aber groß ist – es werden also vor allem diejenigen Fälle behandelt, bei denen potenziell die größten Gefahren bestehen.

Quellen:

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
108.202+ 4.9742.107
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 09.04.2020.

08.04.2020 – Sind Baumwollmasken und chirurgische Masken nicht sicher?

Viele Menschen legen sich Baumwollmasken zu, in Krankenhäusern wird teilweise auf Masken ohne Filter ausgewichen, sogenannte chirurgische Masken. Mit einer Maske sollen im Alltag v. a. Infizierte dafür sorgen, dass sie die Viren nicht an die Außenwelt weitergeben. Dass das aber mit besagten Masken vielleicht gar nicht so gut klappt wie angenommen, wurde jetzt in einer Studie aus Südkorea gezeigt.

In der Studie haben Forscher des Asan Medical Centers die beiden Maskenarten an Covid-19-Patienten getestet. Dazu wurden die Patienten gebeten, fünf Mal auf eine Petrischale zu husten, und zwar jeweils in vier Durchgängen. Beim ersten Durchgang sollten die Patienten ohne Maske husten, beim zweiten trugen sie eine chirurgische Maske, beim dritten eine Baumwollmaske und im letzten Durchlauf sollte dann noch einmal ohne Maske gehustet werden. Vor dem Test wurde die Viruslast der Patienten im Nasenrachenraum und im Speichel gemessen. Im Nasenrachenraum lag diese bei 5,66 log Kopien pro Milliliter (log Kopien/ml; Einheit zur Angabe der Viruslast) und im Speichel bei 4,0 log Kopien/ml.

Dann wurde die Viruslast in den Petrischalen gemessen und folgende Zahlen kamen dabei heraus:

  • Husten ohne Maske: 2,56 log Kopien/ml
  • Husten mit chirurgischer Maske: 2,42 log Kopien/ml
  • Husten mit Baumwollmaske: 1,85 log Kopien/ml

Die Autoren schlussfolgern daraus, dass keine der beiden Masken die Viren hustender Patienten sicher aufhalten kann.

Quelle:

  • Seongman Bae u. a. (2020): Effectiveness of Surgical and Cotton Masks in Blocking SARS-CoV-2: A Controlled Comparison in 4 Patients. In: Annals of Internal Medicine.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
103.228+ 4.0031.861
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 08.04.2020.

07.04.2020 – Luft als Übertragungsweg nicht auszuschließen?

Allgemein heißt es, ein Abstand von 1,5–2 Metern sei ausreichend, um sich vor einer Tröpfcheninfektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen. Schmierinfektionen über Kontakt mit Oberflächen gelten als relativ unwahrscheinlich. Auch eine Infektion über die Luft, also durch sogenannte aerosolisierte Viren, galt bisher nicht als wesentlich. Nichtsdestoweniger mehren sich in den vergangenen Tagen Spekulationen, dass das Virus sich vielleicht doch mehr als geahnt über in der Luft befindliche Aerosole verbreitet. Einige Forscher gehen davon aus, dass die darin zu findenden Viren weiter ansteckend sind, andere weisen darauf hin, dass die Dosierung der Erreger in den entsprechenden Aerosolen zu gering sei, um eine Infektion auszulösen.

In einer südkoreanischen Studie untersuchten Forscher die Übertragbarkeit des Virus in einem Tierversuch an Frettchen. Sie schlussfolgern in ihrer Untersuchung, dass ein anhaltender und direkter Kontakt bestehen müsse, damit die Viren zwischen den Tieren übertragen werden können und eine Infektion auslösen. Eine Ansteckung über ein Aerosol erachten sie als unwahrscheinlich, weil die darin enthaltenen Erreger zu gering dosiert seien.

Demgegenüber steht eine amerikanische Studie, in der auf die Möglichkeit einer Aerosol-Übertragung hingewiesen wurde. Die verantwortlichen Forscher fanden Erbgut des Virus auf von Covid-19-Patienten mehr als 2 Meter entfernten Oberflächen ebenso wie in Luftproben. Sie fanden zwar keine ansteckenden Viruspartikel, unterstreichen aber das Übertragungspotenzial, das aufgrund des gefundenen Erbguts nicht auszuschließen sei.

Ein direkter Nachweis fehlt also noch. Allerdings weisen die bisherigen Forschungen daraufhin, dass das Virus über die Atemluft in die unmittelbare Umgebung gelangen und so weitere Infektionen auslösen könnte. Geht man der Sache weiter auf den Grund und findet handfeste Beweise für diesen Übertragungsweg, könnte das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit womöglich Pflicht wird.

Quellen:

  • Young-Il Kim u. a. (2020): Infection and Rapid Transmission of SARS-CoV-2 in Ferrets. In: Cell Press.
  • Joshua L. Santarpia (2020): Transmission Potential of SARS-CoV-2 in Viral Shedding Observed at the University of Nebraska Medical Center. In: medrxiv.org.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
99.225+ 3.8341.607
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 07.04.2020.

06.04.2020 – Wirksames Gegenmittel gefunden?

Eine Nachricht aus der letzten Woche, die beinahe untergegangen wäre: Der anti-parasitäre Wirkstoff Ivermectin scheint effektiv das neuartige Coronavrius SARS-CoV-2- bekämpfen zu können – zumindest unter Laborbedingungen im Reagenzglas.

Das fanden Forscher jüngst heraus. Sie berichten von ihren Versuchen, in denen sie Ivermectin – das sich schon zuvor auch als anti-viral gezeigt hatte – und das neue Coronavirus zusammenführten. Tatsächlich haben sie festgestellt, dass eine einzelne Gabe des Wirkstoffs dazu in der Lage ist, die „Virusmasse“ in einer Zellkultur nach 48 Stunden um das Fünftausendfache (im Vergleich zu einer Nicht-Behandlung) der viralen RNA zu reduzieren. Inwiefern sich diese Ergebnisse aber auf den Menschen übertragen lassen, ist fraglich.

Ivermectin hat aber ein etabliertes Sicherheitsprofil und ist von der FDA, der amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel, bereits zur Behandlung parasitärer Infektionen zugelassen. Die Forscher halten Ivermectin schlussfolgernd für einen Wirkstoff, dessen Berücksichtigung im Zusammenhang mit der Bekämpfung von SARS-CoV-2 nicht unter den Tisch fallen darf. Außerdem ist der Wirkstoff gut verfügbar, da die WHO ihn auf ihrer Liste der unentbehrlichen Arzneimittel führt.

Quelle: Leon Caly u. a. (2020): The FDA-approved Drug Ivermectin inhibits the replication of SARS-CoV-2 in vitro. In: Antiviral Research.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
95.391+ 3.6771.434
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 06.04.2020.

03.04.2020 – Neurologische Symptome durch Coronavirus?

Schon vor Wochen wurde von Geschmacks- und Riechstörungen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 berichtet. Aus einer chinesischen Fallserie geht jetzt hervor, dass Covid-19 mit schweren neurologischen Beschwerden einhergehen kann – etwa jeder dritte Patient ist der Studie zufolge betroffen.

Dass eine durch einen Virus verursachte Erkrankung der Atemwege mit neurologischen Symptomen einhergehen kann, ist nicht neu – eine Influenza, also eine ‚echte‘ Grippe, kündigt sich meist zuallererst durch Kopfschmerzen an. Und auch bei Infektionen mit anderen Coronaviren waren in der Vergangenheit bereits neurologische Beschwerden zu beobachten. Beim Erreger SARS-CoV-1 ist bspw. in Experimenten belegt worden, dass das Virus über die Riechnerven ins Gehirn vordringen kann.

Womit wir dann auch schon wieder den Bogen zum aktuellen Erreger und den berichteten Riechstörungen schlagen können. Für SARS-CoV-2 gibt es allerdings bisher keine Belege für eine Infektion des Gehirns.

In der jetzt unternommenen chinesischen Studie wurden die Daten von 214 behandelten Covid-19-Patienten ausgewertet. Mehr als ein Drittel (36,4 %) der Patienten wies neurologische Symptome auf – die häufigsten Beschwerden waren Schwindel und Kopfschmerzen, einige Patienten hatten Riech- oder Geschmacksstörungen.

Interessant: Je schwerer die allgemeinen Symptome von Covid-19 bei den Patienten waren, desto eher entwickelten sie auch neurologische Beschwerden.

Quelle: Ling Mao u. a. (2020): Neurological Manifestations of Hospitalized Patients with COVID-19 in Wuhan, China: a retrospective case series study. In: medrxiv.org.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
79.696+ 6.1741.017
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 03.04.2020.

02.04.2020 – Wirksamkeit von Hydroxy-Chloroquin in weiterer Studie bestätigt?

Am 19.3. hatten wir darüber berichtet, dass das Malaria-Medikament Hydroxy-Chloroquin sich womöglich dazu eignet, gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 eingesetzt zu werden. Französische Mediziner hatten in diesem Zusammenhang bereits über Heilversuche mit Erfolg berichtet. Nun gibt es eine weitere Studie, die den Nutzen des Wirkstoffs bei der Behandlung von Covid-19 untersucht, dieses Mal aus China.

Am Renmin Hospital in Wuhan wurde eine kleine Studie mit Vergleichsgruppe durchgeführt: Insgesamt 62 Patienten mit festgestellter Covid-19-Erkrankung wurden per Zufall auf zwei Gruppen aufgeteilt. Eine der Gruppen erhielt zusätzlich zur normalen Behandlung Hydroxy-Chloroquin. Alle Patienten hatten eine im CT bestätige Lungenentzündung, sie waren durchschnittlich 47 Jahre alt und hatten keine Vorerkrankungen wie etwa Schäden am Auge, Herzrhythmusstörungen oder Schäden an Niere oder Leber – denn diese könnten in Kombination mit Hydroxy-Chloroquin zu Komplikationen führen.

Im Ergebnis nahmen die Symptome Fieber und Husten in der Gruppe mit Hydroxy-Chloroquin schneller ab, bei keinem verschlechterte sich der Zustand (bei vier Patienten in der Kontrollgruppe schon). Außerdem wurden die Patienten mit Hydroxy-Chloroquin ihre Lungenentzündung schneller los. Wichtig: Die Studien wurden mit Patienten durchgeführt, die eine leichte Verlaufsform von Covid-19 hatten. Sollte das Medikament also eine Empfehlung erhalten, würde direkt eine große Personengruppe davon profitieren. Das hat dann aber gleichzeitig womöglich auch Versorgungsengpässe zur Folge, da die Produktion von Chloroquin erst vor Kurzem wieder aufgenommen wurde – denn aufgrund zahlreicher Resistenzen wird der Wirkstoff kaum noch zur Behandlung von Malaria eingesetzt.

Quelle: Zhaowei Chen u. a. (2020): Efficacy of hydroxychloroquine in patients with COVID-19: results of a randomized clinical trial. In: medrxiv.org.

Mehr zu Medikamenten bei Coronavirus finden Sie in Dr. Dr. Tobias Weigls Video zum Thema. Darin geht er auf z. T. gefährliche Mythen und Falschaussagen ein und beleuchtet außerdem die diesbezüglichen Forschungsansätze.

Endlich Medikamente gegen Corona? Falschaussagen & aktuelle Forschungen zu den Coronamedikamenten

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
73.522+ 6.156872
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 02.04.2020.

01.04.2020 – Helfen CT-Aufnahmen bei der Diagnose des Coronavirus?

Der Nutzen von Computertomographien in der Medizin ist unumstritten. Neu ist aber, dass diese Geräte möglicherweise noch vor dem Eintreten von Symptomen Hinweise auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bieten können. Das frühzeitige Erkennen der Erkrankung stellt Mediziner bisher vor große Probleme, denn in vielen Fällen sind die Symptome so mild ausgeprägt, dass Infizierte eine Erkrankung nicht bemerken.

In einer chinesischen Studie konnte jetzt erstmals nachgewiesen werden, dass auch an asymptomatischen Patienten Spuren des Coronavirus SARS-CoV-2 auffindbar sind. So zeigten sich im Computertomographen sogenannte Milchglasinfiltrate und Läsionen im rechten Lungenflügel des ansonsten nicht erkennbar kranken Mannes. Im weiteren Verlauf der Behandlung stellten sich keine weiteren Symptome ein, der Patient klagte lediglich über eine leichte Kurzatmigkeit nach leichter Belastung.

Die CT-Bilder zeigten allerdings über mehrere Tage eine Entwicklung und Belastung der Lunge infolge der Infektion:

  • Tag 1 (nach der Aufnahmen im Krankenhaus): Milchglasinfiltrate im rechten Lungenflügel
  • Tag 3: vergrößerte Läsion im rechten Lungenflügel
  • Tag 6: vermehrtes Auftreten der Läsionen, Dichte und Größe steigend
  • Tag 9: Läsionen in beiden Lungenflügeln und kleinformatige Pleuraergüsse (überschüssige Flüssigkeit in der Pleurahöhle)
  • Tag 11: erstmals wahrgenommene Kurzatmigkeit

Ein positiver Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 ist das einzige Anzeichen für eine Erkrankung dieses Mannes. Diese Tests sind aktuell aber nur bei bestehenden Symptomen angezeigt. Dieser Patient hätte das Virus unwissentlich weiterverbreiten können, ohne jemals selbst zu wissen, dass er erkrankt ist.

Falls sich das Ergebnis der Studie in größerem Maßstab ebenfalls bestätigt, könnten CT-Aufnahmen für die Diagnose asymptomatischer Patienten in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Quelle: Chen Lin u. a. (2020): Asymptomatic novel coronavirus pneumonia patient outside Wuhan: The value of CT images in the course of the disease. In: Clinical Imaging. 63/6: S. 7–9.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
67.366+ 5.453732
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 01.04.2020.

31.03.2020 – Serumtherapie zur Behandlung von Covid-19?

Bei einer Serumtherapie erhalten Patienten das Plasma von Personen, die sich von einer Erkrankung schon wieder erholt haben – man spricht dann von rekonvaleszenten Personen. In einem kleinen Versuch wurde dies jetzt in China bei Covid-19-Patienten gemacht. Die fünf Patienten erhielten je 400 ml Blutplasma. Sie waren in einem Alter von 36–65 Jahren und galten als schwer erkrankt. Sie befanden sich bereits 10–22 Tage in klinischer Behandlung und hatten in diesem Zeitraum verschiedene Medikamente gegen Viren und Entzündungen bekommen – zu einer Besserung kam es dadurch nicht. Jeder der Patienten wurde mechanisch beatmet, bei einem Patienten war sogar eine ECMO notwendig. Dabei wird das Blut von Patienten außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und dem arteriellen Gefäßsystem System dann wieder zugeführt.

Das Plasma war noch am gleichen Tag aus dem Blut rekonvaleszenter Patienten gewonnen worden. Die Spender waren allesamt bereits 10 oder mehr Tage von Covid-19 genesen und in ihrem Blut konnte eine hohe Konzentration Antikörper nachgewiesen werden, die in Tests im Labor das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 neutralisierten.

Das Fieber verschwand bei 4 von 5 Behandelten innerhalb von 3 Tagen nach der Behandlung und wich einer normalen Körpertemperatur. Ebenso verbesserten sich Organ- und Lungenfunktion. Die Viruslast nahm bei allen Patienten ab. Spätestens an Tag 12 nach der Behandlung waren alle Patienten frei von Viren. Im Anschluss wurden noch die Antikörper-Konzentrationen der Patienten gemessen und es konnte festgestellt werden, dass diese ausreichen müssten, um das Virus zu neutralisieren.

Laut dem Deutschen Ärzteblatt sind vergleichbare Verfahren auch in Deutschland und in den USA geplant. Die Arzneimittelbehörde der USA (kurz: FDA) hat den Einsatz bereits abgesegnet, in Deutschland ist dieses Vorgehen an der Medizinischen Hochschule Hannover geplant.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
61.913+ 4.615583
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 31.03.2020.

30.03.2020 – Was wäre wenn? – Corona ohne Gegenmaßnahmen

Eine letzte Woche veröffentlichte Studie zeigt auf, wie viele Tote die Pandemie mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in diesem Jahr gefordert hätte. Forscher vom Imperial College of London haben in einem mathematischen Modell verschiedene Szenarien durchgespielt – dem schlimmsten Szenario zufolge hätte sich dieses Jahr ohne Maßnahmen etwa 7 Milliarden Menschen mit dem Virus infiziert. Umso wichtiger sei es, die Ausbreitung des Virus so früh wie möglich einzudämmen und so die jeweiligen Gesundheitssysteme zu entlasten. Grundlegend formulieren die Forscher drei essentielle Aspekte, die dabei helfen, die Ausbreitung zu bremsen:

  • Infizierte isolieren
  • Tests
  • Social Distancing

Gerade die Ausweitung von Testungen könne wie in Südkorea – wo massenhaft getestet wurde – laut dem Deutschen Ärzteblatt dazu führen, „die Zahl der Neuinfektionen auf ein Minimum zu drücken“. Allerdings ist nicht klar, ob und inwiefern derlei umfassende Testungen in Deutschland möglich sind, da in Südkorea u. a. Telefondaten ausgelesen worden sind, um Kontaktketten zu verfolgen – hierzulande ist dies nicht umsetzbar. Außerdem könnten die hiesigen Kapazitäten in puncto Personal und Labor nicht ausreichen.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
57.298+ 4.751455
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 30.03.2020.

27.03.2020 – Mathematiker sehen 2. Erkrankungswelle voraus

Gestern haben wir davon berichtet, dass hierzulande ein Forschungsnetzwerk zur besseren Bekämpfung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 eingerichtet wurde. In der gestrigen Erklärung zum Thema hieß es u. a., dass auch nicht in der Medizin tätige Wissenschaftler dann ihren Teil zur Corona-Bekämpfung beitragen können. Wie genau das geht, konnte jetzt in Wuhan veranschaulicht werden.

In einer vorgestern erschienenen Studie haben britische Mathematiker ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass es in Wuhan zum Sommer hin zu einer 2. Erkrankungswelle kommen könnte. Der Hintergrund: Über die vergangenen Tage hinweg haben chinesische Behörden damit angefangen, nach und nach die Beschränkungen für soziale Kontakte in Wuhan aufzuheben. Forscher bewerten die bisher ergriffenen „drastischen Maßnahmen“, so heißt es dazu im Deutschen Ärzteblatt, als wesentlichen Beitrag zum Abflauen der Epidemie ohne Bekanntgabe neuer Fälle innerhalb der letzten Tage.

Diesbezüglich haben Mathematiker Modellrechnungen angestellt, um den weiteren Epidemieverlauf zu bestimmen. Sie schlussfolgern, dass es gegen Juni zu einer weiteren Erkrankungswelle kommen wird, sofern alle geplanten Lockerungen in Wuhan wie gehabt umgesetzt werden. Demgegenüber stehen Kalkulationen, die eine Lockerung der Maßnahmen erst für April vorsehen, also einen Monat später. Würde dies geschehen, so käme es den Mathematikern zufolge erst im August zu einer erneuten Erkrankung, mit einem Gipfel im Oktober. In der Summe ließe sich so aber die Zahl der gesamten Infektionen bis Jahresende um etwa 24 % senken.

Man muss aber auch anmerken, dass klimatische Einflüsse sowie die Anzahl Testungen nicht mit in die Berechnungen einflossen. Ob eine erneute Welle eintritt, könnte unter Umständen auch von Luftfeuchtigkeit sowie Temperatur abhängen.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
42.288+ 5.780253
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 27.03.2020.

26.03.2020 – Revolution Forschungsnetzwerk?

Die Meldung des Tages: Zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 wollen sich die deutschen Universitätskliniken jetzt zusammen tun und streben eine engere Vernetzung an. Das Forschungsnetzwerk unter der Schirmherrschaft der Berliner Charité wurde heute Vormittag vorgestellt und wird vom Bundesforschungsministerium (kurz: BMBF) mit 150 Millionen Euro beim Aufbau unterstützt.

Ziel des Netzwerks: Laut Pressemitteilung des BMBF gehe es hierbei darum, „die Forschungsaktivitäten der deutschen Universitätsmedizin zur Bewältigung der aktuellen Pandemie-Krise zu bündeln und zu stärken“. Dazu sollen die Daten der „Corona-Patienten“ der einzelnen Unikliniken und anderer Krankenhäuser in einer einzigen Datenbank zusammengeführt werden. Auf diese haben dann auch nicht in der medizinischen Forschung tätige Wissenschaftler Zugriff. Durch ihre Forschung sollen sie dann die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten „unterstützend flankieren“, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Die Unternehmung fußt auf dem Prinzip, dass die Forscher voneinander lernen. An den jeweiligen Standorten in Deutschland hätten die Unikliniken jede eine Strategie entwickelt, wie mit der derzeitigen Situation verfahren würde, so Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité Berlin. Oft stoße man in Gesprächen zwischen Mitarbeitern unterschiedlicher Kliniken dabei auf Modelle zur Problembewältigung, die seien „so clever, da hätte man auch irgendwie selber drauf kommen können“, so Kroemer weiter.

Letztlich geht es hier also darum, durch die engere Vernetzung zwischen den Kliniken eine bestmögliche Strategie im Kampf gegen das Coronavirus zu entwickeln. Man könnte an dieser Stelle vorsichtig den Begriff „Revolution“ mit ins Spiel bringen, denn ein gemeinsames Vorgehen dieser Art hat es in Deutschland bisher noch nicht gegeben.

Was genau ist geplant?

Im Rahmen der vorgestellten Initiative will man Maßnahmenpläne sowie Diagnose- und Behandlungsstrategien von im Idealfall allen Unikliniken zusammenführen und auswerten. Das BMBF betrachtet die aktuelle Pandemie mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 als „Herausforderung, wie wir sie bislang nicht kannten“. Daher bestehe das Ziel jetzt vor allem darin, „voneinander und miteinander zu lernen“.

Dies soll dann wiederum dazu dienen, dass in Kliniken Prozesse und Strukturen etabliert werden, mit denen eine bestmögliche Versorgung von Covid-19-Patienten gewährleistet wird. Die zusammengeführten Daten sollen es Wissenschaftlern aus nicht-medizinischen Berufen indes ermöglichen, ihrerseits Erkenntnisse beizusteuern, die dann beim Management der Pandemie, der individuellen Therapie sowie auch bei der Impfstoff-Entwicklung helfen sollen.

Für die Abstimmung zwischen Medizin und Politik wurde eine Nationale Task Force eingerichtet, an der auch die Bundesregierung sowie andere wissenschaftliche Netzwerke beteiligt sind.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
36.508+ 4.954198
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 26.03.2020.

25.03.2020 – Antikörper-Test wahrscheinlich?

Schon vor etwa einer Woche hat das Deutsche Ärzteblatt darüber berichtet, dass sich mit dem sogenannten ELISA-Test ein Verfahren aufgetan hat, mit dem die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 möglicherweise zuverlässig bestimmt werden kann. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Antikörpertest.

Bisher werden Tests mithilfe der sogenannten Polymerasekettenreaktion (kurz: PCR) durchgeführt – und damit können nur aktive Infektionen nachgewiesen werden (mehr dazu auch in unserem heutigen Beitrag auf Instagram). Interessant ist aber v. a., dass alle Infizierten – auch wenn sie nicht tatsächlich erkranken bzw. die Erkrankung aufgrund eines beinahe symptomlosen Verlaufs nicht bemerkt wird – dennoch neutralisierende Antikörper bilden. So tragen sie auf Dauer mit zum Abflauen der Ausbreitung bei. Was bedeutet das konkret für unsere Gesellschaft und unser Gesundheitssystem?

Mit einem solchen Test ließe sich der Immunstatus der Bevölkerung bestimmen, was wiederum direkten Einfluss auf öffentliche Einrichtung sowie die Arbeit in solchen haben kann. So könnten bspw. Ärzte oder Pflegepersonal mit Antikörpern gezielt die Behandlung von Covid-19-Patienten übernehmen oder gar Schulen wieder öffnen.

Ein solcher Antikörpertest wurde laut Virologe Christian Drosten jetzt auch in Deutschland getestet und man könne dem Hersteller nach ausreichender Begutachtung durch Experten nun den Auftrag erteilen, den Test zu produzieren.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
31.554+ 4.118149
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 25.03.2020.

24.03.2020 – Erst Malaria-Medikament, jetzt Tuberkulose-Impfstoff?

Aktuell wird diskutiert, inwiefern Impfstoffe gegen Tuberkulose dabei helfen können, vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu schützen. Eine lang umstrittene Hypothese unter Wissenschaftlern: Eine Impfung mit Lebendviren führt zu einer unspezifischen Aktivierung des Immunsystems und Geimpfte sind so auch vor anderen Erkrankungen geschützt.

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet heute davon, dass in den Niederlanden, England und Australien Studien geplant sind, die diesen Umstand weiter erproben wollen, und zwar in Hinblick auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Auch in Deutschland soll ein neu entwickelter Impfstoff des Max-Planck-Instituts (MPI) getestet werden.

Hintergrund dieser Studien ist, dass schon in den 1980er Jahren in Afrika etwaige Effekte beobachtet worden sind. Forscher haben festgestellt, dass Kinder mit Masernimpfung auch in Jahren ohne Masernepidemie weniger krank wurden als ungeimpfte Kinder. Die Hypothese gilt zwar noch immer als umstritten, wird von der Weltgesundheitsorganisation aber mittlerweile als „plausibel“ eingestuft. Bekräftigt wird die These weiter durch später veröffentlichte Studien. Kinder, die mit BCG (Tuberkulose-Impfstoff mit abgeschwächtem Erreger) geimpft worden sind, wiesen in einer Analyse der Universität Bristol z. B. ein 30 % geringeres Sterberisiko auf.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
27.436+ 4.764114
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 24.03.2020.

23.03.2020 – Welche Wirkung haben Masken denn nun?

Vergangene Woche wurde die Stellungnahme eines Experten in der Fachzeitschrift The Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht. Darin ging es um den Einsatz von Gesichtsmasken im Rahmen der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie. Wir müssen festhalten, dass diese Masken – wenn Sie von „normalen“ Personen getragen werden – weniger einen Effekt auf den Selbstschutz denn auf den Schutz anderer Personen haben. Es würde also mehr bringen, als Kranker eine solche Maske zu tragen denn als Gesunder zu seinem eigenen Schutz. Den Grund dafür benennt Virologe Christian Drosten auch im heutigen NDR-Podcast zum Thema: Die Maske muss an der Quelle, nicht am Empfänger sitzen. Denn beim Empfänger können dadurch, dass sich das Aerosol – also die Schwebeteilchen in der Luft nach bspw. Niesen oder Husten – immer weiter verfeinert, auch Viren über etwa seitliche Lücken an der Maske eindringen und eine Infektion auslösen.

Übrigens: Sofern es die Beschaffenheit einer Stoffmaske zulässt, kann diese bei 70°C im Ofen oder bei 60°C in der Wäsche sterilisiert und entsprechend wieder verwendet werden.

Aktuelle Zahlen

Anzahl InfektionenAnzahl Infektionen im Vergleich zum VortagTodesfälle
22.672+ 4.06286
Quelle: Robert Koch-Institut (2020): COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit. In: rki.de. Stand: 23.03.2020.

20.3.2020 – Keine Übertragbarkeit nach Infektion?

Im heutigen NDR-Podcast mit Virologe Christian Drosten wurden drei wesentliche Punkte angesprochen.

Zunächst ging es um die Frage der Ansteckungsgefahr für andere, wenn Covid-19 bereits überstanden wurde. Ist man als immune Person automatisch auch kein Überträger mehr? Wir müssen davon ausgehen, dass das Virus sich nach überstandener Infektion nicht mehr in ausreichendem Maße vermehrt, schätzt Drosten. Und wenn das Virus sich nicht mehr um ein Vielfaches vermehrt, kann es auch keine entsprechend infektiöse Konzentration mehr in den Flüssigkeiten erreichen, die wir aushusten. Wir wären dann keine potenziellen Überträger mehr.

Überdies wurde auch die tatsächliche Wirksamkeit einer vielleicht bald möglichen Ausgangssperre angesprochen. Aktuell gibt es diesbezüglich nämlich keine wissenschaftlich belastbare Aussage. Wir wissen also nicht, inwiefern sich eine Ausgangssperre auf den pandemischen Verlauf auswirken würde. Laut Drosten müssten jetzt Experten ausgemacht werden, die entsprechende Daten beschaffen können, sodass man dann schauen kann, wie sich eine Ausgangssperre zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen auswirkt.

Der letzte angesprochene Punkt dreht sich um das Virus und seine Beständigkeit unter erhöhten Temperaturen. Letztlich sei es so, dass sich ein endemisches Virus (bspw. Influenza, die ‚echte‘ Grippe) im Sommer eher schwer tut. Faktoren wie Trockenheit, UV-Strahlung und erhöhte Temperatur wirken sich nicht förderlich auf die Virus-Übertragung aus. Das könnte auch ein pandemisches Virus wie das neuartige Coronavirus-SARS-CoV-2 hat – womöglich hat der Sommer daher einen – wenngleich kleinen – bremsenden Effekt auf die Ausbreitung.

19.3.2020 – Malaria-Medikament gegen Corona?

Schon am 18.3. berichtete das Deutsche Ärzteblatt darüber, dass das Malaria-Medikament Chloroquin in Zellkulturen dafür sorgen konnte, dass sich SARS-CoV-2, also das „Coronavirus“, nicht mehr so stark vermehrte. Vor diesem Hintergrund sind jetzt Placebo-kontrollierte Studien eingeleitet worden, in denen der Wirkstoff getestet wird, u. a. in Spanien und auch in Deutschland (Tübingen). Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin in Tübingen, gab bekannt, dass das Medikament in der kommenden Woche an einer „moderat an Covid-19 erkrankten Testgruppe“ erprobt werden solle.

In China und Italien sind Patienten bereits mit dem Medikament behandelt worden – allerdings könne man heute noch nicht sagen, inwiefern es wirklich Chloroquin war, das den Patienten letztlich geholfen hat, da sie viele verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig verabreicht bekommen haben. Bundesgesundheitsminister Spahn hat nichtsdestoweniger bereits „größere Mengen Chloroquin“ bei Pharmakonzern Bayer reserviert.

Es gibt Studien, die unterstreichen, dass mehr Forschung notwendig sei, um den Einsatz von Chloroquin beim aktuellen SARS-CoV-2 zu rechtfertigen. Ergebnisse aus aktuellen Studien aus China oder Frankreich seien dafür laut Virologe Christian Drosten bisher nicht ausreichend. Nichtsdestoweniger kam heute auch die Meldung, dass die USA den Einsatz des Medikaments abgesegnet haben, es soll bald ausgegeben werden.

18.3.2020 – Impfstoff wahrscheinlich nicht vor Frühjahr 2021

„Wir sind am Anfang einer Epidemie, die noch viele Wochen und Monate in unserem Land unterwegs sein wird“, erklärt Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, am Vormittag in einer Pressekonferenz.

Eine wesentliche Nachricht ist der Zeitpunkt für die Bereitstellung eines Impfstoffs. Im Diskurs der Forscher, die sich mit dem Coronavirus befassen, wurden immer wieder Stimmen laut, die fordern, dass bürokratische Hürden umgangen bzw. herabgesetzt werden, sodass ein entwickelter Impfstoff schneller Anwendung finden kann. Wieler bremst auf Nachfrage eine möglicherweise bereits aufkeimende Euphorie. Als realistischen Zeitraum für die Bereitstellung sowie Anwendung eines Impfstoffs schätzt er das Frühjahr 2021 ein und betont, dass alles, was bürokratisch möglich ist, auch gemacht wird. Allerdings seien Studien und Testverfahren aufgrund eines ausreichenden Sicherheitsprofils schlicht nicht abzukürzen, denn auch Impfstoffe könnten Nebenwirkungen verursachen. Wieler resümiert in diesem Kontext: „Jeder wird genauso glücklich sein wie ich, wenn es den Impfstoff früher gibt.“

Er unterstreicht aber, dass alle beteiligten Institutionen mit Hochdruck daran arbeiten, die bestmögliche Lösung für die akute Problematik zu erarbeiten, ohne dass es für den Menschen zusätzlich gesundheitsgefährdend wird.

17.3.2020 – Immunität nach Infektion wahrscheinlich

Ist das die Meldung des Tages? Eine neue Studie scheint beinahe zu bestätigen, was in Forschungskreisen schon als erwartbar galt, durch Berichte aus China und Japan aber vorerst gebremst wurde – es ist gut möglich, dass einmal an Covid-19 Erkrankte im Anschluss an die Infektion immun sind und sich nicht wieder anstecken können. Diese Vermutung wird durch eine Analyse chinesischer Forscher weiter unterstützt.

In ihren Untersuchungen haben die Forscher Rhesus-Affen mit „Corona“ infiziert. Diese Affen sind stark mit dem Menschen verwandt und weisen bei Krankheitsbildern einen ähnlichen Verlauf auf wie der Mensch. Nachdem man 4 Affen infiziert hatte, töteten die Forscher nach kurzer Zeit ein Tier und sezierten es, um herauszufinden, ob das Virus die gleiche Erscheinung wie beim Menschen hat. Dies war (größtenteils) der Fall. Bei den anderen 3 Affen wartete man dann die vollkommene Ausheilung ab und infizierte sie nach 28 Tagen erneut – allerdings mit einer weitaus größeren Menge infektiöser Einheiten als für eine Infektion eigentlich nötig.

Aber: Keines der Tiere steckte sich erneut an. Man erwartet entsprechend jetzt noch mehr ähnliche Beobachtungen beim Menschen. Forscher wie z. B. Virologe Christian Drosten sind der Ansicht, dass wir nach einer Ansteckung zumindest für die Zeit der Pandemie (und auch einige Zeit darüber hinaus) immun sein werden und uns nicht noch einmal anstecken können.

In einem nächsten Schritt müsste jetzt ebendies ergründet werden, z. B. durch (Beobachtungs-)Studien, in denen danach geschaut wird, wie häufig gesundete Personen mit Antikörpern im Vergleich zu noch nicht Infizierten ohne Antikörper an Covid-19 erkranken.

Corona – Fakten

Übertragungsweg

Das Virus SARS-CoV-2 überträgt sich hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion. Virus-haltige Tröpfchen gelangen durch bspw. Niesen oder Husten in die Luft, verbleiben dort etwa 20 Minuten, bis sie den Boden erreichen und können so in die Schleimhäute unserer Atemwege gelangen.

Möglich, aber unwahrscheinlich, ist eine sogenannte Schmierinfektion mit Corona. Das ist aber nichtsdestoweniger kein Grund, auf eine ordentliche Handhygiene zu verzichten oder unnötig Körperkontakt zu anderen Menschen zu suchen. Denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung hier geringer ist, können Erreger so trotzdem in die Schleimhäute von Nase oder Mund gelangen. Auch eine Ansteckung über die Augenbindehaut ist denkbar, wenngleich nicht sonderlich wahrscheinlich.

Außerdem diskutiert wird die Möglichkeit einer Infektion über Stuhl – in Proben Betroffener konnte man auch dort Viren finden. Andere Untersuchungen haben keine vermehrungsfähigen Viren nachweisen können.

Krankheitsverlauf

Infektion mit SARS-CoV-2 verlaufen eher unspezifisch. Das heißt, dass die Verläufe stark variieren, auch in Bezug auf die Beschwerden sowie ihre Schwere. Einige Fälle verlaufen symptomlos, die meisten Fälle verlaufen mild und andernorts kommt es zu starken Lungenentzündungen.

Allgemeine Aussagen über einen typischen Krankheitsverlauf lassen sich nicht treffen. Basierend auf den aktuell zur Verfügung stehenden Daten aus China sind die häufigsten Symptome aber Fieber und (trockener) Husten. Etwa 80 % der Fälle verlaufen mild, also ohne Atemnot, mit ausreichender Sauerstoffsättigung und ohne Lungeninfiltrate, die mehr als die Hälfte der Lunge betreffen. Lungeninfiltrate sind Verdichtungen des Lungengewebes, die z. B. durch Flüssigkeitseintritt infolge von Entzündungen entstehen. 14 % der chinesischen Fälle verliefen schwer, inkl. Atemnot, herabgesetzter Sauerstoffsättigung und auch Lungeninfiltraten, die mehr als die Hälfte der Lunge betrafen. Als kritisch bzw. gar lebensbedrohlich galten die restlichen 6 % der Fälle. Dort kam es u. a. zu Lungenversagen, septischen Schocks und mehrfachem Organversagen.

Weitet man die Beobachtungen auf Gebiete außerhalb Chinas aus, liegt der Anteil milder Verläufe bei Corona oberhalb von 80 %.

Symptom„normale“ Erkältung‚echte‘ Grippe (Influenza)„Coronavirus“ (Covid-19)
Hustenweniger häufighäufig (trocken)häufig
Niesenhäufig
Fieberseltenhäufighäufig
Schnupfenhäufigmanchmalselten
Halsschmerzenhäufigmanchmalmanchmal
Kopfschmerzenseltenhäufigmanchmal
Gliederschmerzenhäufighäufigmanchmal
Durchfallmanchmal (Kinder)selten
Kurzatmigkeitmanchmal
Müdigkeitmanchmalhäufigmanchmal
Angelehnt an: SPON 13.03.2020

Die in der Tabelle angegebenen Beschwerden basieren v. a. auf Erkenntnissen aus China. Für Deutschland ist die Datenlage noch begrenzt. Allerdings gelten auch hier als häufigste Symptome Husten & Fieber, aber auch Schnupfen wurde häufig beobachtet.

Wollen Sie sich weiter über die klassische Erkältung oder die ‚echte‘ Grippe informieren und die Unterschiede zu Corona kennenlernen? Dazu können Sie einen der folgenden Artikel lesen:

Dr. Dr. Tobias Weigl hat sich auch in einer Video-Reihe mit der Erkältung auseinandergesetzt und sie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Erkältung schnell loswerden ✅ Tipps bei grippalen Infekt 😷 Husten & Schnupfen erklärt & loswerden

Ansteckungsgefahr und Zeit bis zum Erkrankungsbeginn

Basierend auf den bisher zur Verfügung stehenden Daten liegt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung, die sogenannte Inkubationszeit, im Durchschnitt bei etwa 5–6 Tagen. Es sind aber auch Fälle bekannt, bei denen es länger oder auch kürzer gedauert hat, sodass die Spannweite insgesamt bei 1–14 Tagen liegt.

Die Ansteckungsdauer wurde in einer Studie an neun Patienten mit Coronavirus getestet. Es wurden Proben aus dem Rachen und dem Auswurf (sog. ‚Sputum‘) der Patienten genommen und untersucht. Die Abstriche des Rachens enthielten bis zum vierten Tag nach Beginn der Symptome vermehrungsfähige Viren, im Auswurf fanden sich diese Viren bis zum achten Tag.

Risikogruppen

Zur Risikogruppe gehören alle Personen(-Gruppen), die Gefahr laufen, einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Dazu zählen:

  • Personen im Alter ab 50–60 Jahren
  • Personen mit Vorerkrankung
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Diabetes
    • Atemwegserkrankungen
    • Lebererkrankungen
    • Nierenerkrankungen
    • Krebs
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem (bspw. bei Therapie mit Cortison)

Interessant: Schwangere und Kinder scheinen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Corona zu haben. Vielmehr hat es den Anschein, dass Kinder weitaus weniger ausgeprägte Beschwerden an den Tag legen als Erwachsene. Überdies gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass sich das Virus bzw. die Erkrankung auf das Kind im Mutterleib überträgt.

Doktor Weigl beantwortet häufige Fragen zu Corona

Gibt es eine Impfung gegen Corona?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein. Allerdings können Sie sich sicher sein, dass man global intensiv mit Forschungen an einem ebensolchen Impfstoff beschäftigt ist. Derzeit ist allerdings noch nicht abzusehen, wann ein Impfstoff entwickelt und letztlich auch zugelassen sein wird. Das Thema Impfung hat auch Virologe Christian Drosten gegenüber dem NDR angesprochen.

Es gebe bei der Entwicklung eines Impfstoffs zwei Optionen für ein Endprodukt. Zum einen ist es möglich, einen passiven Impfstoff zu entwickeln. Dieser wird mithilfe von Antikörpern bereits gesundeter Patienten entwickelt, deren Plasma entsprechend präpariert wird, um Antikörper anzureichern. Diese werden dann als Impfung gespritzt.

Zum anderen besteht aber auch die Option, auf sogenannte monoklonale Antikörper zu setzen. Hier wird die neutralisierende Wirkung der Antikörper in den Vordergrund gestellt und es werden im Labor nur bestimmte Zellen vermehrt, die genau dafür zuständig sind, das Virus anzugehen. Es gebe eine Studie über das alte SARS-Coronavirus, aus der sich Ergebnisse möglicherweise auf das SARS-CoV-2 (also das neuartige Virus) übertragen ließen.

Letztlich kann es aber auch trotz solch guter Neuigkeiten dauern, bis ein Impfstoff entwickelt und auch allgemein anwendbar ist. Grund dafür ist nicht nur die Entwicklung des Stoffs an sich – auch regulatorische Prozesse verlangsamen hier ggf. eine zeitnahe Umsetzung.

Soll ich mich jetzt gegen Pneumokokken impfen lassen?

Dr. Dr. T. Weigl
Das ist per se keine schlechte Idee – allerdings sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass diese Impfung keinen Schutz gegen das Coronavirus darstellt. Aber hier kommen wir zum Punkt „soziale Verantwortung“. Denn Infektionen mit Pneumokokken können eine Lungenentzündung oder eine Sepsis verursachen, demnach eine intensivmedizinische Behandlung erfordern und entsprechend Betten blockieren. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt auch unabhängig vom Coronavirus seit jeher bestimmten Personengruppen mit erhöhtem Risiko für eine solche Infektion eine Pneumokokken-Impfung. Dazu zählen:

  • Säuglinge und Kinder bis 2 Jahre
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem
  • Senioren ab einem Alter von 70 Jahren
  • Personen mit bestehenden Atemwegserkrankungen (bspw. COPD, Asthma)

Mit einer solchen Impfung kann ggf. auch sogenannten bakteriellen Superinfektionen vorgebeugt werden, die sich im Rahmen des Coronavirus ergeben können und u. a. Lungenentzündungen auslösen.

Wie läuft eine Testung auf das Coronavirus ab?

Dr. Dr. T. Weigl

  1. Für die Diagnostik wird in den meisten Fällen ein Nasenabstrich und/oder ein Rachenabstrich benötigt. Sollte die Infektion schon länger bestehen, sind bspw. Sekret der Luftröhre, Auswurf oder Spülflüssigkeit der Bronchien als Testmaterial zu bevorzugen. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, das Virus auch tatsächlich nachzuweisen.
  2. Der Abstrich wird mit einem speziellen ‚Wattestäbchen‘ entnommen. Es wird anschließend in ein Röhrchen gesteckt, beschriftet, noch weiter verpackt und in das zuständige Labor versandt.
  3. Die Testung basiert auf dem direkten Nachweis des Virus. Dazu wird eine bestimmte Labormethode, die sog. Real-Time RT-PCR, angewandt. Dahinter versteckt sich der komplizierte Name ‚Real-Time Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion‘. Die Real-Time RT-PCR dient der Vervielfältigung des Virus-Erbguts. Dadurch ist es möglich, selbst bei kleinen Virusmengen ein positives Testergebnis zu erhalten.
  4. Bei einer Blutuntersuchung wird überprüft, ob der Patient Antikörper gegen SARS-CoV2 besitzt. Antikörper sind die Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion (in diesem Falle mit dem Coronavirus). Der Nachweis von Antikörpern zur Corona-Diagnostik wird derzeit erprobt.

Wenn Sie sich fragen, wie lange es dauert, bis das Testergebnis vorliegt – Je nach Arbeitsaufkommen in den Laboren beträgt die Zeit zwischen Abstrich und Ergebnis ca. 1–2 Tage. Natürlich kann es auch Abweichungen davon geben.

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Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Dr. Dr. T. Weigl
Im Grunde so wie bei jeder Grippewelle. Kurz und knapp: Gute Handhygiene, Abstand zu Erkrankten oder Personen mit Symptomen (1–2 Meter), „richtig“ Husten und Niesen. Das heißt, dass Sie nicht Ihren Speichel oder „Schnodder“ verteilen, Abstand zu anderen Personen halten, sich zum Husten/Niesen wegdrehen, in ein Einwegtaschentuch husten/niesen und Sie sich Ihre Hände nach dem Husten/Niesen waschen. Wenn Sie kein Taschentuch zur Hand haben, sollten Sie in die Armbeuge husten/niesen.

Das wichtige ist aber nicht der eigene Schutz, sondern der Ausbreitungsstopp, um v. a. Risikogruppen zu schützen. Dazu mehr im nachfolgenden Punkt.

Wie können sich Bürger jetzt bestmöglich verhalten?

Dr. Dr. T. Weigl
Zunächst: Informieren Sie sich, halten Sie sich auf dem Laufenden. Wenn Sie das hier lesen, tun sie das wahrscheinlich ohnehin bereits in ausreichendem Maße. Für weitere Informationen empfiehlt sich das Portal des Robert Koch-Instituts zum Thema „COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)“, die Website des Bundesgesundheitsministeriums oder auch die Online-Präsenz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Darüber hinaus können Sie selbst aber noch mehr tun, um der Verbreitung des Virus entgegenzuwirken und sich korrekt zu verhalten. Dazu gehört, dass Sie die Vorgaben der Behörden befolgen, keine Panik via Social Media schüren oder dort falsche Informationen verbreiten und sich v. a. an die Hygienemaßnahmen halten (s. o.). Verzichten Sie zudem aufs Händeschütteln, fassen Sie sich so wenig wie möglich ins Gesicht, halten Sie Abstand zu Personen mit Atemwegsbeschwerden und bleiben sie zu Hause, wenn sie selbst solche Beschwerden haben.

Warum soll ich in Quarantäne? Ich bin weder krank noch gehöre ich einer Risikogruppe an.

Dr. Dr. T. Weigl
Gute und auch sehr wichtige Frage. Natürlich muss man einmal schauen, was die Quarantäne wirklich bedeutet. Es wird ohnehin dazu geraten, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben und die sozialen Kontakte auf die Kommunikation via Telefon oder Social Media zu beschränken. Das fällt dann aber eher unter selbst auferlegte Quarantäne. Das alles hat aber nicht etwa den Grund, dass Sie sich selbst schützen, sondern dient vielmehr dazu, der Ausbreitung des Virus Herr zu werden. Wir müssen uns immer darüber im Klaren sein, dass anderweitig gesunde Menschen nicht für einen schweren Krankheitsverlauf gefährdet sind.

Um zu verdeutlichen, worum es hier eigentlich geht, kann man eine kleine Rechnung anstellen. Gehen wir davon aus, dass sich innerhalb der kommenden Zeit etwa 10 Millionen Menschen mit dem Virus infizieren und nur 1 % davon schwere Verläufe sind, so sind dies trotzdem 100.000 Fälle, die eine (intensiv-)medizinische Betreuung erfordern. Es ist also wichtig, dass wir den Zeitraum, in dem diese Patienten in stationäre Behandlung kommen, soweit es geht „strecken“ – damit sie nicht alle auf einmal behandelt werden müssen und damit die Grenzen des Gesundheitssystems gesprengt würden.

Die tatsächliche häusliche Quarantäne dient dem selben Zweck, der Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus. Dafür werden Kontaktpersonen bestätigter Corona-Fälle identifiziert und abhängig von ihrem Infektionsrisiko zu 14 Tagen häuslicher Quarantäne „verdonnert“. Die 14 Tage leiten sich von der maximalen Inkubationszeit ab.

Wie soll ich mich in häuslicher Quarantäne verhalten?

Dr. Dr. T. Weigl
Für die häusliche Quarantäne gelten einige Regeln, die, je nachdem, ob Sie alleine oder mit anderen Personen im Haushalt leben, unterschiedlich gewichtet sind. Zu diesen Regeln zählen:

  • zu Hause bleiben
  • Abstand zu anderen Personen (im Haushalt) halten
  • regelmäßig Wohn- und Schlafräume belüften
  • Gegenstände im Haushalt nicht teilen, ohne Sie vorher gereinigt zu haben
  • Hygieneartikel nicht teilen
  • Wäsche regelmäßig waschen
  • Husten- und Niesregeln weiterhin beachten

Quarantäne ist nicht nur schlecht

Mir ist bewusst, dass sich häusliche Quarantäne wie eine Strafe anfühlen kann. Aber sie tun damit Gutes. Klar, Sie werden für 2 Wochen vom öffentlichen Leben abgeschnitten sein und Ihre sozialen Kontakte vorwiegend digital pflegen. Lassen Sie sich davon aber nicht unterkriegen und achten Sie auf Ihr psychisches Wohlbefinden. Ein paar Tipps dazu:

  • Setzen Sie sich Tagesziele.
  • Halten Sie – digital – Kontakt zu Freunden und Verwandten.
  • Bitten Sie Nachbarn oder Familie um Hilfe, wenn es um Besorgungen aus dem Supermarkt oder der Apotheke geht. Hierzu wurde auch ein Netzwerk mit dem Namen „Quarantänehelden“ gegründet, wo Sie sich Hilfe suchen oder auch selbst Hilfe anbieten können.
  • Bei zu großer Niedergeschlagenheit sollten Sie sich an einen vertrauten Ansprechpartner oder auch die Telefonseelsorge wenden.
  • Treiben Sie Sport, auch wenn Sie zu Hause sind. Es gibt auf im Internet tonnenweise Übungen und auch Programme, die speziell auf das Workout zu Hause ausgelegt sind.
  • Nehmen Sie sich zeit für Aktivitäten, die Sie sonst links liegen lassen. Anstatt sich vom TV beschallen zu lassen, könnten Sie mal wieder ein Buch lesen (Stichwort Tagesziel), ein Spiel spielen oder Tagebuch schreiben.
  • Setzen Sie sich feste Zeiten, zu denen Sie sich über „Corona“ informieren und beschäftigen sich dazwischen mit anderen Dingen. So gewinnt das Thema nicht Überhand.
  • Am wichtigsten und wahrscheinlich auch am schwierigsten: Lassen Sie Ihre Grundhaltung nicht ins Wanken geraten, bleiben Sie positiv. Orientieren Sie sich an Werten, die Ihnen im Leben Halt geben, z. B. das soziale Umfeld, die Familie oder auch Religion.

Wann sollte ich mich testen lassen?

Dr. Dr. T. Weigl
Sie sollten sich generell dann testen lassen, wenn einer der folgenden 4 Punkte auf sie zutrifft:

  • Kontakt zu Erkrankten, die positiv auf COVID-19 getestet worden sind
  • Aufenthalt in einem Gebiet mit vielen COVID-19-Erkrankten
  • bestehende Vorerkrankung oder Verschlimmerung von Atemwegserkrankung, z. B. mit zusätzlichem hohen Fieber oder Atemnot
  • Arbeit oder Tätigkeit mit Menschen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben, z. B. Altenpflege oder Angestellte im Krankenhaus

Sie sollten dann auch nicht mehr das Testergebnis abwarten, sondern sich selbst in Isolation begeben, mehr als 2 Meter Abstand zu anderen Personen einhalten, ihre Hände regelmäßig gründlich waschen und einen Mund-Nasenschutz tragen, wenn Sie doch in Kontakt mit anderen Menschen stehen sollten.

Sollte ich einen Mundschutz tragen?

Dr. Dr. T. Weigl
Knifflige Frage, die ich an dieser Stelle mit einem entschiedenen „Jein“ beantworten würde. Denn es ist so, dass der effektivste Schutz (für sich selbst sowie andere) nach wie vor darin besteht, Abstand zu halten (1–2 Meter) sowie die Handhygiene und die Husten- und Niesregeln zu beachten.

Sollten Sie aber an einer Atemwegserkrankung leiden und sich trotzdem im öffentlichen Raum bewegen müssen, so kann es sinnvoll sein, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – so minimieren Sie das Risiko, andere Personen anzustecken. Achten Sie aber auch darauf, dass der Schutz korrekt getragen wird – also eng anliegend – und dass Sie ihn wechseln, sobald er feucht ist.

Bisher gibt es allerdings keine ausreichenden Belege dafür, dass Sie als gesunde Person ihr Ansteckungsrisiko signifikant minimieren, wenn Sie einen solchen Schutz tragen. Tatsächlich hat die Weltgesundheitsorganisation sogar darauf hingewiesen, dass Sie durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes möglicherweise unbewusst ein trügerisches Sicherheitsgefühl bei sich erzeugen, das Sie dann dazu veranlasst, die anderen – weitaus wichtigeren – Hygienemaßnahmen zu vernachlässigen.

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Quellen & weiterführende Literatur

 

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5 Antworten
  • Pinar À.
    23.04.2020 18:32

    Ich bin positiv seit 15 Tagen bereits habe 4 Test hinter mir bin weiterhin positiv.. Warum bin ich weiterhin positiv… Wie sicher sind die Tests.. Gibt es in meinem Fall bessere möglich keiten als ein Nasenrachenabstrich..bin Krankenschwester und bin seit Tag 1. Asymptomatisch und hatte vor 20 Tagen mein ersten positiven Kontakt???

    • Dr. Tobias Weigl
      28.04.2020 16:17

      Hallo, ganz ernsthaft: Sie sind nicht die erste Person von der ich das hören. Die Chinesen haben daher sogar die Quarantäne von 14 auf 21 Tage erhöht. Es scheint also so, dass tatsächlich man länger als 14 Tage „positiv“ sein kann.
      Ich wünsche Ihnen gute Besserung bzw. dass es so bleibt und Sie weiterhin keine Symptome bekommen.
      Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

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